Rückblick auf die ökumenischen Kinderbibeltage im März
Von Monika Peters
„Seid willkommen, liebe Leute, zu unsern Bibeltagen heute“ tönte es Freitagnachmittag am ersten Märzwochenende munter aus der Friedenskirche: Auftakt der Kinderbibeltage 2015.
Rita Rabe flatterte herein und erzählte den ca. 60 Kindern und zehn BetreuerInnen in den Plenumsrunden von den Hochs und Tiefs eines Prophetenlebens am Beispiel des Elija. Wir erlebten ein buntes Programm aus gemeinsamem Singen, Beten und Theater. Wie schön, dass auch dieses Jahr Tereza Scharf die musikalische Gestaltung gewohnt gekonnt übernahm und uns alle souverän in Takt brachte, insbesondere bei einem recht anspruchsvollen Elija-Lied. Pfarrer Dr. Gunnar Garleff hauchte dem frechen Raben Rita ohne Rücksicht auf die eigenen Stimmbänder wunderbar krächzend Leben ein.
„Traut ihr Menschen Gott zu, dass er sein Versprechen einlöst? … Das ist die Grundfrage der Elia-Geschichten. … Es geht um Zutrauen und Vertrauen.“ Eindrucksvoll wurde dies in den Anspielen der Jugendlichen Nicolas, Clara Antonia, Zoe und Matthias vermittelt:
Elija bietet König Ahab die Stirn, muss fliehen – und verhungert doch nicht – denn: wetten, dass mein Gott mir durch Raben Essen bringt?
Elija flieht weiter in die Fremde – und wird doch freundlich von der Witwe in Zarpat aufgenommen – denn: wetten, dass mein Gott was gegen meine Angst hat?
Elija fordert auf dem Berg Karmel den König und das Volk zur Entscheidung für den einen Gott heraus – denn: wetten, dass mein Gott Feuer machen kann?
In den Kleingruppen diskutierten wir, was uns kränkt und wie alles wieder gut wird. Aber auch, was uns Mut macht und wie wir selbst heute Zutrauen finden, wenn uns etwas Angst macht. Bei dem schönen Wetter nutzten viele Kinder die Pausen zum ausgiebigen Toben auf dem Spielplatz, und so entstand eine gute Balance zwischen Gesprächen, Spielen, Basteln und Entspannen. Das Entzünden der selbst gestalteten Teelichter am Elija-Feuer und der singende Einzug zum Abschluss-Plenum wird sicher vielen eine besondere Erinnerung bleiben.
Über die ganzen Tage hinweg war die Unterstützung durch die ‚guten Geister‘ Johannes, Luca, Manuel und Theresa eine gern gesehene Bereicherung und echte Hilfe an der Kasse, beim Stühle Rücken, in den einzelnen Gruppen, beim Feuer Anzünden, als Theater-Assistenz und last, but not least als ‚Papparazzi‘ – die Kamera immer im Anschlag. (Ein Klick auf die Bilder öffnet die Foto-Galerie)
Der freche Rabe Rita und die Geschichte von Elia im Anspiel der Teamer
Kleingruppenarbeit
Was macht uns Angst? Was macht uns Mut?
Gemeinschaft ums Feuer
Das Licht weitergeben
Singen gehört auch dazu
Stärkung für alle
Beste Stimmung
Der gemeinsame ökumenische Gottesdienst am Sonntag wurde bereichert durch den singenden Einzug der Kinder über die Stufenanlage und die im Kirchenraum präsentierten Ergebnisse. Auch erlebten wir Rita Rabe und die Theatergruppe noch einmal in Aktion: Elija überwindet seine Angst mit Hilfe der ihn stärkenden Engel und erhält auf dem Berg Horeb neue Hoffnung – denn: wetten, dass ich, dein Gott, stets bei dir bin?
Großer Dank an alle, die mithalfen,
durch Kollekte und Verkaufsaktion der Teelichthalter das Waisenkinder-Projekt des Vereins ‚Pwojé men contre Haiti‘ (kreolisch: Zusammenarbeit) mit der großartigen Spende von 455 € unterstützen zu können,
in den Pausen, besonders beim gemeinsamen Mittagessen am Samstag, die TeilnehmerInnen der Kinderbibeltage ganz hervorragend kulinarisch zu versorgen. Hier sei insbesondere dem Küchenteam für die Organisation gedankt, wodurch auch kurzfristige Personal-Engpässe souverän gemeistert wurden.
Für Menschen, die für besondere spirituelle Erlebnisse offen sind ist das Taizé-Gebet eine wunderschöne Ergänzung zum sonntäglichen Gottesdienst. Gebet – Gesang – Stille das sind die prägenden Merkmale eines jeden Gebetes. Unser Taizé-Gebetskreis in St. Vitus bietet zweimal im Monat eine gute Gelegenheit, diese Andachtsform zu erleben.
Taize-Gesänge sind einfach, doch sie entfalten, gemeinsam und mehrfach gesungen, eine große spirituelle Kraft. Statt der im evangelischen Gottesdienst üblichen Predigt sind drei biblische Lesungen ohne Kommentierung im Ablauf der Andacht vorgesehen. Sie wirken nicht durch die Auslegung, wie in der evangelischen Predigt, sondern eher durch die Betrachtung in der Stille.
Im Schein vielen Kerzen, die dem Raum eine besondere Spiritualität geben, stehen freitags und samstags zwei unterschiedliche Themen im Vordergrund:
freitags das Gebet um das Kreuz zum Ablegen der Dinge, die einen belasten und
samstags das Gebet um das Osterlicht mit dem Segen
In ihrer einmaligen Form sind Taizé-Gebete auch eine Brücke der Ökumene, sie enthalten auch katholische und griechisch-orthodoxe Andachtselemente.
Tritt man dann, nach einer guten Stunde Andacht wieder aus der uralten Sakristei ins St. Vitus heraus, merkt man, dass diese Andacht mit ihrer Stille, ihrem Gesang und ihrem festlichen Kerzenlicht in einem nachwirkt – eine Art spiritueller „Auszeit“ von der Hektik des Alltags.
Der Taizé-Kreis trifft sich einmal in der Mitte des Monats jeweils freitags und samstags um 20:00 in der alten Sakristei mit separatem Eingang rechts neben vom Haupteingang der Vtus-Kirche. Schauen Sie nach der leuchtenden Laterne- dort geht es rein!
Am Mittwoch dieser Woche (11. März) ist der Heidelberger Neutestamentler Prof. Dr. Gerd Theißen zu Gast in der Friedensgemeinde. Er hält einen Vortrag über die christliche Kreuzestheologie.
Es ist der dritte Abend in der Veranstaltungsreihe „kreuz.weg.wandel“ – die neue Raumerfahrungen in der neuen Friedenskirche ermöglichen will und dabei besonders nach der Bedeutung des Kreuzes für die christliche Kirche, für die Gesellschaft und für die liturgische Gestaltung des Kirchenraums fragt.
Foto: Kuhnle
Gerd Theißen gehört zu den renommiertesten Neutestamentlern in Deutschland und auch international. Lange Zeit hat er die neutestamentliche Forschung an der Universität Heidelberg geprägt. Darüber hinaus war es ihm immer ein Anliegen, seine Forschungserkenntnisse nicht nur an die Theologiestudierenden weiterzugeben, sondern auch an „normale“ Christenmenschen.
Herausragendes Beispiel dafür ist sein Buch „Der Schatten des Galiläers“, in dem er die Ergebnisse jahrzehntelanger Forschungen zum Leben Jesu in anschaulicher Sprache durchaus spannend zusammenfasste.
In der Friedensgemeinde spricht er über „Das Kreuz Jesu – Sühnetod und Ärgernis. Seine Deutung damals und heute“. Das ist dann der erste von zwei Vorträgen der Reihe, die sich dezidiert mit der Bedeutung des Kreuzes befassen. Im Juni spricht der Frankfurter Theologe Prof. Dr. Hans-Günther Heimbrock über „Das Kreuz – Gestalt, Wirkung, Deutung“. Über die Gestalt des Kreuzes im Altar der Friedenskirche ist ja in den vergangenen Jahren viel diskutiert worden.
Der Vortrag von Prof. Dr. Gerd Theißen findet statt um19:30 Uhr im Gemeindehaus an der Friedenskirche. Davor sind Sie herzlich eingeladen zur Passionsandacht um 19 Uhr in der Friedenskirche.
Alle Veranstaltungen der Reihe „kreuz.weg.wandel“ finden Sie hier.
Schon jetzt herzliche Einladung zur nächsten Veranstaltung in diesem Rahmen:
Ein Gottesdienst zum Gründonnerstag unter dem Thema „Feiern im Zweifel“ – Mahlerfahrung als Quelle gemeinschaftlichen Lebens. Am Gründonnerstag, 2. April 2015 um 19 Uhr. In der neuen Friedenskirche.
Über 60 gut gelaunte aktive und passive Mitglieder waren der Einladung zur Jahreshauptversammlung des Kirchenchores am 3. März gefolgt, so dass der Platz im Gemeindehaus kaum ausreichte.
Es wurde gesungen, gegessen und getrunken und – viel gelacht.
Fast nebenbei hörten die Anwesenden von unserer Rechnerin Ilona Kilian, dass Kasse und Bücher tipptopp in Ordnung seien und vernahmen von unserer Schriftführerin Inge Weisbrod den umfassenden Tätigkeitsbericht des vergangenen Jahres.
Angeleitet von unserer Chorleiterin Tereza Scharf wurden dabei vom Kirchenchor anspruchsvollere Werke von Cecille Chaminade und Camille Saint-Saens ebenso gemeistert, wie Auftritte im Altersheim Philippus sowie mehrere Gottesdienstgestaltungen. Hierfür sprach die erste Vorsitzende Ingrid Friedly unserer Chorleiterin Tereza Scharf herzlichen Dank aus. Anschließend ließ es sich Gudrun Schuhmann als zweite Vorsitzende nicht nehmen, unter allgemeinem Applaus Ingrid Friedly für deren gute Vorstandschaft zu danken.
Zahlreiche Jubiliare wurden für ihre langjährige Mitgliedschaft geehrt, so mancher konnte dabei auf eine bis zu 35 Jahre andauernde Mitgliedschaft zurückblicken.
Nicht unerwähnt bleiben sollen weiterhin die humorigen Einlagen, vorgetragen von Maurice Seppich, Martin Kraft und Ruth Weiß.
Besonders freuten sich alle, dass unser langjähriger Chorleiter und jetziger Bezirkskantor Michael Braatz der Einladung gefolgt war und dem Chor die besten Wünsche von Pfarrer Garleff und dem Vorsitzenden des Ältestenkreises, Axel Schimpf ausrichtete.
Bei einem schmissigen vierhändigen Stück am Flügel gab er zudem gemeinsam mit Tereza Scharf eine Probe seines Könnens.
Auch für das kommende Jahr steht für den Kichenchor wieder ein abwechslungsreiches Programm auf der Veranstaltungsliste – wer mitmachen möchte kann gerne teilnehmen:
Der Kirchenchor trifft sich jeden Dienstag um 20:00 Uhr im Gemeindehaus. Sangeswillige sind dazu stets herzlich willkommen!
Die Besetzung der zweiten Pfarrstelle der Friedensgemeinde stand im Mittelpunkt der Gemeindeversammlung am vergangenen Sonntag (1. März 2015): Welches Profil wird seitens der Gemeindeversammlung und des Ältestenkreises vom dem Bewerber oder der Bewerberin erwartet?
Von Helmut Brodt
Am 1. März fand eine Gemeindeversammlung zu den Themen „Pfarrstellenbesetzung“ sowie Rechenschaftsbericht des Ältestenkreises statt. Wer erwartet hatte, dass die Wogen dabei hochschlugen wurde enttäuscht. Die 38 erschienenen Teilnehmer diskutierten in sachlicher Form die anstehenden Themen. Zu Eröffnung der Versammlung stellte der Leiter der Gemeindeversammlung, Peter Heesch fest, dass die Einladung fristgerecht 14 Tage vor Versammlung in mehrfacher Abkündigung, im Aushang und per Information im Internet erfolgte.
Rechenschaftsbericht zur Arbeit des Vorstands
Fotos: Rüdiger Runge
Der Vorsitzende des Ältestenkreises Axel Schimpf trug den Rechenschaftsbericht zur Arbeit des Ältestenkreises (ÄK) vor. Die Arbeitsatmosphäre im Ältestenkreis sei nach turbulentem Start mittlerweile sachlich und zielorientiert. Mit dazu trägt auch bei, dass Vorarbeit in den zahlreichen Ausschüssen geleistet wird. Zwar sei auch dadurch die Arbeitsbelastung für die Ältesten hoch, die Informations- und Beschlusslage aber für alle transparent und nachvollziehbar.
Wesentliches Ziel der Arbeit war im letzten Jahr die Schärfung des Profils der Gemeinde. In der Novemberklausur wurden fünf Schwerpunkte für die laufende Arbeit bestimmt. Im Zentrum stehen dabei neben der Kirchenmusik, die immer prägend für die Gemeindearbeit ist, die Themen
Kommunikation nach innen
Kommunikation nach außen,
Kinder- und Jugendarbeit
Arbeit mit Erwachsenen jeder Altersgruppe sowie die
Vernetzung der Gemeinde in Stadtteil und Stadt
Diese Schwerpunktsetzung ist auch eine wichtige Basis für das Profil der neuen Pfarrstelle.
Bei seiner Arbeit stellt der Ältestenkreis immer wieder fest, wie facettenreich das Gemeindeleben ist, was oft fehlt, ist aber die Darstellung dieser Aktivitäten nach außen, nicht zum Selbstzweck, sondern mit dem Ziel, dass sich Interessierte daran „andocken“ können. Die Gemeindeversammlung nahm den Bericht zur Arbeit des Ältestenkreises wohlwollend zur Kenntnis.
Neubesetzung der vakanten Pfarrstelle
Danach stand das zentrale Thema der Gemeindeversammlung, nämlich die Besetzung der vakanten Pfarrstelle, auf der Tagesordnung: Axel Schimpf und Peter Heesch stellten die im Pfarrstellengesetz beschriebenen Besetzungswege für die vakante Pfarrstelle vor:
Variante 1: Ausschreibung
Nach dem „Pfarrstellenbesetzungsgesetz“ wird die Stelle ausgeschrieben, aus den Bewerbern wählt der Oberkirchenrat (OKR) 2-3 Bewerber aus. Diese halten jeweils eine Predigt vor der Gemeinde. Nach der Predigt stehen die Bewerber für Fragen einer Gemeindeversammlung zur Verfügung. Abschließend entscheidet der Ältestenkreis in geheimer Wahl ob – und wenn ja- welcher Kandidat aus seiner Sicht geeignet ist. Ist dies bei keinem Kandidaten der Fall, erfolgt erneut ein Vorschlag durch den OKR.
Variante 2: Besetzungsvorschlag durch den OKR
Der Ältestenkreis entscheidet sich für einen Besetzungsvorschlag durch den Oberkirchenrat und legt dazu ein Anforderungsprofil vor. Der OKR wählt auf Basis dieses Profils einen Kandidaten aus, der geeignet erscheint. Der ÄK beschließt in geheimer Wahl, ob der Kandidat nach Befragung seinen Vorstellungen entspricht. Bei Ablehnung erfolgt ein erneuter Vorschlag. Bei Annahme hält der bestätigte Kandidat auf Wunsch eine Predigt vor der Gemeinde.
Entscheidung des Ältestenkreises
Der Ältestenkreis hat bei seiner Sitzung am 15.2. den Vorsitzenden der Gemeindeversammlung sowie die Dekanin zum Thema eingeladen und gehört. Der ÄK hat sich nach intensiver Diskussion anschließend in geheimer Abstimmung für einen Besetzungsvorschlag durch den OKR entschieden. In einer offenen Erklärung haben die beiden Vorsitzenden des ÄK, Pfarrer Gunnar Garleff und Axel Schimpf, die Entscheidung für die Öffentlichkeit und den OKR begründet.
Folgende Gründe sprechen für den Beschluss:
Bei einer Stellenausschreibung ist das Verfahren langwierig. Mit einer Entscheidung über die Kandidaten wäre erst kurz vor oder kurz nach den Sommerferien zu rechnen. Somit wäre die Pfarrstelle voraussichtlich erst ab 1.1. 2016 neu besetzt. Diese lange Frist und die damit verbundene Arbeitsbelastung würde die Dynamik, die sich gerade in der Gemeindearbeit entwickelt hat, lähmen und den derzeitigen Stelleninhaber sehr stark mit zusätzlichen Vertretungsaufgaben belasten.
Erfahrungen aus anderen Gemeinden in der Heidelberger Stadtkirche bei der Pfarrstellenbesetzung in Ausschreibung zeigen, dass mit diesem Verfahren nicht unbedingt ein Ergebnis erzielt wird, das die Gemeinde eint. Auch in der Friedensgemeinde selbst gab es bei der letzten Ausschreibung kein eindeutiges Votum im ÄK für einen der drei Kandidaten, so dass um einen Besetzungsvorschlag gebeten wurde.
Mit der gewählten Variante 2 ist es möglich, anhand des entwickelten Anforderungsprofils zügig einen qualifizierten Bewerber oder eine qualifizierte Bewerberin zu gewinnen und eine schnelle Besetzung der vakanten Stelle zu erreichen.
Viele qualifizierte Bewerber scheuen, wie zu hören war, das Ausschreibungsverfahren, auch weil sie bei Ablehnung in ihrer bisherigen Gemeinde als unsichere Kantonisten eingestuft werden könnten. Deshalb bewerben sich qualifizierte, wechselwillige Kandidaten oft direkt beim OKR für das so genannte Besetzungsverfahren.
Lebhafte und sachliche Aussprache
Zum Verfahren gab es aus der Gemeindeversammlung auch andere Meinungen zu hören: So erinnerte sich eine Teilnehmerin, dass die letzte Ausschreibung vor Ort auch für die Gemeinde eine Chance war, sich mit den Bewerbern zu befassen, was zu vielen Gesprächen führte, die die Meinungsbildung aktivierten. Sie fand es daher bei allen verständlichen Gründen schade, dass sich der ÄK für ein anderes Verfahren entschieden hatte.
Umfassender war die Kritik von Fritz Köhler. Er führte aus, dass seiner Meinung nach der eingeschlagene Weg nicht mit dem Gemeinderecht in Einklang zu bringen sei. Dies schreibe vor, dass vor einer Entscheidung über den Verfahrensweg die Gemeindeversammlung zu hören sei.
Dem widersprach der Vorsitzende der Gemeindeversammlung, Peter Heesch. Er habe die Rechtmäßigkeit des eingeschlagenen Weges geprüft und für einwandfrei befunden. Als Sprecher der Gemeindeversammlung sei er zu der genannten Anhörung und Abstimmung hinzugezogen worden, das gewählte Verfahren sei nicht zu beanstanden und rechtlich einwandfrei.
Auch Lothar Bauerochse, Mitglied im Ältestenkreis, wies darauf hin, dass die Entscheidung des Ältestenkreises vollständig im Einklang sei mit den kirchenrechtlichen Vorschriften. Das Pfarrstellenbesetzungsgesetz sehe in §12 eine Besetzung durch den Ev. Oberkirchenrat vor, sofern dies der Ältestenkreis beschließe. Vor einem solchen Beschluss sei die Erörterung im Rahmen einer Gemeindeversammlung nicht nötig. Der Ältestenkreis habe aber aus eigenem Interesse beschlossen, eine Gemeindeversammlung abzuhalten, um die Erwartungen der Gemeinde an die Bewerberin oder den Bewerber zu hören.
Andere Stimmen aus der Gemeindeversammlung zeigten Verständnis für den gewählten Verfahrensweg, auch wenn dabei mitunter Bedauern darüber geäußert wurde, dass so keine umfassende Vorstellung der Kandidaten für die Gemeinde möglich sei.
Aus Sicht von Fritz Köhler war weiterhin zu beanstanden, dass die Einladung zur Gemeindeversammlung kurzfristig und nicht umfassend genug erfolgt sei, weder im Schaukasten noch auf sonstigen Wegen sei hinreichend informiert worden. Dem widersprach Pfarrer Gunnar Garleff. Der Aushang sei rechtzeitig erfolgt, auf die Versammlung sei fristgerecht in Abkündigungen hingewiesen worden, auch im Blog waren entsprechende Einladungen eingestellt.
Zum Profil der neu zu besetzenden Pfarrstelle
Nach der ersten Aussprache zum Verfahren übernahm Axel Schimpf das Wort.
Er führte anhand einiger Charts vor, welche Profile für die Besetzung der neuen Pfarrstelle von Bedeutung seien und stellte vor, welche Aufgaben von beiden Pfarrern als so genannte Querschnittsfunktionen zu leisten sind, welche Aufgaben im zeitlichen Turnus von drei Jahren im Wechsel zu erbringen sind und welche Aufgaben im Profil für die neuen Pfarrerin oder den neuen Pfarrer vorzusehen sind.
Da Pfarrer Garleff seinen eindeutigen Arbeitsschwerpunkt bei der Kinder-und Jugendarbeit gefunden hat, ergab sich, dass für die neue Pfarrstelle die Arbeit mit Erwachsenen und Senioren ein Schwerpunktthema sein wird, wie auch die Arbeit mit Haupt- und Ehrenamtlichen, insbesondere in diesem Tätigkeitsfeld.
Anschließend bat Axel Schimpf die Teilnehmer, mit eigenen Anregungen das Pfarrstellenprofil zu ergänzen. Hierbei wurden Wünsche nach „Mehr Bibelarbeit“ , „Eine Welt –Themen“ oder auch „Öffentlichkeitarbeit als Schwerpunktthema“ genannt. Den weitergehenden Wunsch nach einem Pfarrer oder einer Pfarrerin aus der „Dritten Welt“ musste der Ältestenkreis in seiner anschließenden Besprechung verwerfen, da dies eine unzulässige Einengung der möglichen Kandidaten nach sich gezogen hätte.