Werden wir in 2020 noch volle Kirchen haben?

Auf der Homepage werden die Zahlen der Gemeindeentwicklung der Heidelberger Kirchen vorgestellt und diskutiert.

In den letzten 30 Jahren schrumpften die Gemeinden um ca. 25%. Eines von vier Gemeindemitgliedern ist also ’nicht mehr da‘. Von den verbleibenden wird in den nächsten 20 Jahren eines von dreien ebenfalls ’nicht mehr da sein‘.

Dies ist keine Prognose, sondern Fakt, denn die Familien, die den Sterbeüberschuss (und Austritte, z.B. aus wirtschaftlichen Gründen) kompensieren wurden zum Großteil in den letzten Jahrzehnten nicht geboren. Die Prognose ist somit sicher.

Diesen Fragen stellt sich der Ältestenkreis seit Jahren: Wie wird unsere Arbeit in der Zukunft finanziert? Denn weniger Gemeindemitglieder bedeutet auch ein kleineres Budget. Wovon bezahlen wir alle in der Kirche hauptamtlich Tätigen? Dies ist der Löwenanteil der Gemeindebudgets. Welche Gemeinde werden wir sein? Welche wollen wir sein? So gern wir uns an Vergangenem festhalten, so wenig wird die Zukunft dieser gleichen.

Gemeinden werden nur noch halb so groß sein wie 1960. Menschen lassen sich nur noch kurzfristig auf Projekte ein. Langfristiges Ehrenamt wird weniger. Diese Trends sind heute bereits stark sichtbar.

Kirchen werden geschlossen. Dies war kürzlich im Bahn Mobil Heft (Februar 2011) eindrücklich dokumentiert. Es wird in ihnen Sport gemacht, Bier gebraut oder gewohnt.

Welche Ideen und Pläne wollen wir für die evangelischen Gemeinden in Heidelberg entwickeln? Teils tut dies die Gesamtgemeinde Heidelberg in ihrem eigens eingerichteten Strukturausschuss. Aber auch wir in Handschuhsheim müssen uns diesen Fragen stellen.

Die Welt ändert sich auch ohne uns. Besser wir gestalten Sie! Diskutieren Sie mit uns.

Danke der Firma Georg Klormann!

Am Samstag den 5. März steht der dritte Arbeitseinsatz der Gemeinde in der Friedenskirche an. Ab 9.00 soll bis spätestens 16.00 gearbeitet werden, anschliessend, und zwischendurch, gibt es ausreichend kulinarische Stärkung.

Für kurzentschlossene Helfer für den 5. März: Bitte melden bei ehrenberggottfried@email.de

Dank der exzellenten und tatkräftigen Hilfe der Firma Georg Klormann während der vergangenen Woche kann auf den letzten Arbeitseinsatz am 12. März verzichtet werden. Ohne die kräftigen Männer mit ihren professionellen Maschinen, die in der letzten Woche viele Stunden unentgeldlich und mit großem Engagement gearbeitet haben, wäre das nicht möglich gewesen! Vielen herzlichen Dank für diese wunderbare Unterstützung. Es sind letztendlich viele Tonnen Gestein, gewesen, die erst aus dem Fussboden gebrochen, zerkleinert, und dann in die vielen Container vor der Kirche zu transportieren waren.

Ohne Ihren Einsatz wäre die Gemeinde noch Wochen beschäftigt gewesen!

Eine Konzertkirche? Mitnichten!

Frau Dr. Meyer schreibt:

Immer wieder mal werde ich vorwurfsvoll mit der Behauptung konfrontiert: „Die Friedenskirche soll Konzertkirche werden“. Dieses Gerücht unterstellt sozusagen einen Geheimplan und suggeriert, die Kirche werde der Gemeinde entzogen. Nein, im Gegenteil: Die Neugestaltung mit der Stufenanlage ermöglicht der Gemeinde vielfältige, lebendige Gottesdienstformen unter Einbeziehung der blühenden Kirchenmusik. Und Konzerte mit geistlicher Musik ebnen heute vielen Menschen den Weg in die Kirche, eröffnen den Zugang zur biblischen Botschaft. Also: „Konzertiert“ wird auch zukünftig für die Gemeinde und mit der Gemeinde – zur Ehre Gottes!

 

Ein gutes Team!

Sie werden es gehört haben. Auf dem Weg zum Markt tönten ungewöhnliche Geräusche aus der Friedenskirche. Heute hatten die Pressluft- und Bohrhammer das Sagen: Der komplette Fussbodenbelag (Fliesen und Estrich) wurden entfernt. Ausserdem waren noch Bankpodeste abzusägen und auszubauen.

Es war viel, viel Stein, Staub und Dreck. Mit Gehör- und Mundschutz ausgestattet fanden sich auch heute wieder viele fleissige Hände, jung und alt, um durch Eigenleistungen die Renovierungskosten (signifikant) zu senken. Aber darum geht es den meisten nur am Rande. Alle wollen ‚dabei sein‘, sehen wie sich die wunderbaren Räume der Kirche vergrößern. Den Raum als Raum erleben, das ist eine gute Erfahrung.

Ohne die tatkräftige Hilfe der Firma Georg Klormann und seinen äußerst professionellen Mitarbeitern hätten wir wohl einige Wochenenden investieren müssen. Mit gutem Werkzeug und einer gehörigen Portion Tatkraft wurden die vielen Tonnen Gestein des Fussbodens gelöst. Viele Helfer schaufelten dies in Schubkarren und die bereitstehenden Container.

Die waren schnell voll, so dass der Rest sich in der Kirche stapelte, und erst im Laufe der nächsten Woche abtransportiert werden kann.

Kein Wunder, dass das Mittagessen mit grossem Apetit eingenommen wurde. Ein herzlicher Dank an alle ‚Versorger‘, es war lecker, vielfältig und – wie schön – sehr viel. Dank des schönen Wetters konnte sogar – im Februar – draußen gegessen werden!

Während noch die letzten Fliesen herausgenommen wurden, wurde auch das Stahlgerüst der Kanzel abgebaut. Das massive Gerüst hätte wohl noch 100 weitere Jahre jedem Sturm getrotzt, so solide ist es gebaut.

So konnten auch durch die vielen Einsatzstunden heute der Kirche signifikant Kosten gespart werden. Aber das ist wohl auch nur ein Teil der Motivation. Aus den Gesichtern alle Beteiligten ist zu sehen: Wir wollen dabei sein. Wir wollen sehen, wie das Neue wird. Wer sich so seine Kirche erarbeitet, der wird verändert. Es tut gut, nach einem solchen Tag seinen Körper zu spüren, er beflügelt den Geist.

Danke allen Helfern!

Die Moderne als Bedrohung?

„In unserer Kirche muss eine Debatten- und Streitkultur auf der Basis gegenseitigen Respekts entstehen. Wenn wir dazu unfähig sind, liefern wie ein weiteres Beispiel der Unglaubwürdigkeit unserer Reden, unserer Botschaften und der oft sehr rigorosen Forderungen und Erwartungen der Kirche an die Menschen. Was ist es dann wert, wenn wir von Nächstenliebe, Gerechtigkeit, Würde des Menschen und vom ‚christlichen Menschenbild‘ reden? Wir müssen lernen, dass Meinungsverschiedenheiten und auch Streit in der Sache nicht eine Gefährdung der Kirche sind, sondern ein Weg des Heiligen Geistes für die Erneuerung und Weiterentwicklung. […] Es geht um den Geist der Auseinandersetzung. Wenn wir dies innerkirchlich nicht schaffen, haben wir auch der Welt nichts Glaubwürdiges mehr zu sagen.

Nein, kein Plagiat, sondern ein Zitat, entnommen der Süddeutschen Zeitung vom 25.2.2011. In der ‚Außenansicht‘ legt der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Alois Glück, dar warum die (katholische) Kirche aufhören muss, die Morderne als Bedrohung zu verstehen.

Gilt dies nur die katholische Kirche? Liegt hier etwa der Grund dafür, warum viele, viele Menschen in Handschuhsheim nicht mehr verstehen, warum es seit nunmehr vier Jahren diesen unseligen Streit gibt?