Jetzt ist die Zeit! Jetzt ist Konfi-Zeit!

Anfang Juli konnte die Friedensgemeinde in einem fröhlichen Gottesdienst 64 neue Konfirmandinnen und Konfirmanden begrüßen.

Was für ein Bild: Am Ende seiner Predigt über die Erzählung von der Berufung der ersten Jünger aus dem Johannesevangelium ruft Pfarrer Garleff 64 Namen auf. Nach und nach füllen die neuen Konfirmandinnen und Konfirmanden von der Orgel her die Stufenanlage der Friedenskirche. Was für ein Bild und was für eine Verheißung! Viele sind gerührt, als alle stehen und bereit sind.

In der Predigt sagte Pfarrer Garleff: „Jetzt seid ihr Konfis – ein wahrer Ehrentitel in der Friedensgemeinde. Jetzt ist wieder Konfi-Zeit!“ . Ihr seid hier. Jetzt ist eure Zeit. Jetzt, ja jetzt, ist die Zeit für Freude und Gemeinschaft. Deine Zeit mit Gott ist jetzt. Und dann singen Konfis und Gemeinde gemeinsam das Lied „Jetzt ist die Zeit“.

Die neue Konfi-Zeit hat am 5. Juli mit den ersten Gruppenstunden begonnen. Die 64 Konfis teilen sich in drei Unterrichtsgruppen am Mittwochnachmittag auf. Jeweils 75 Minuten dauert eine Einheit. Konfi-Zeit ist Frage-Zeit. Im Mittelpunkt der Vorbereitung auf die Konfirmation stehen die Fragen der Konfirmandinnen und Konfirmanden. Und die haben einige, wie bereits in den ersten Stunden deutlich wurde: Was bedeutet Gott? Welche Aufgaben hat die Kirche? Wie kann man die biblische Schöpfungsgeschichte glauben? Zum Konzept der Konfirmandenarbeit in der Friedensgemeinde gehört weniger die Unterweisung in die christliche Tradition als vielmehr die gemeinsame Suche nach Antworten.

Dass aber auch Spiritualität und Musik nicht zu kurz kommen, war beim Konfi-Willkommensfest am ersten Freitag im Juli zu spüren. Eine großer Konfi-Kreis sang mit wachsender Stimmgewalt „Jetzt ist die Zeit!“ – das Lied zum Konfi-Start.

In der Konfi-Zeit erwartet die Jugendlichen ein buntes Programm an Themen, Projekten und Aktionen, darunter neben der obligatorischen Freizeit in Neckarelz ein Fahrradausflug in den Kletterwald, die Teilnahme am Konfi-Cup sowie Aktionstage mit dem Kinder- und Jugendwerk Heidelberg. Das Gemeindeleben der Friedensgemeinde wird in mehreren Projektgruppen erfahrbar, vom Technik-Team über die Mitwirkung bei Familiengottesdiensten, Projekten des Waldtreffs oder im Diakonieprojekt in Kooperation mit der Seniorenarbeit. Die Einbindung in die Gemeinde und der Dialog mit den älteren Generationen ist ein besonderer Akzent der Konfi-Zeit in Handschuhsheim. Dem dienen vor allem die Fragebögen zu den Gottesdiensten, mit den die Konfis künftig wieder beim Kirchenkaffee die älteren Glaubensgeschwister ins Gespräch verwickeln werden.

Am lebendigen Wasser – Tauffest 2023

21 Kinder wurden am vergangenen Sonntag am Neckarufer getauft.
Ein großes Tauffest der Friedensgemeinde zusammen mit den Neuenheimer Gemeinden St. Jakobus und St. Johannes.

Sieben Wochen nach Pfingsten steht im liturgischen Kalender die Feier der Taufe besonders im Mittelpunkt. Schon in einer alten urchristlichen Kirchenordnung, der so genannten Didache, gibt es die Weisung, dass man in fließendem, lebendigem Wasser taufen soll. Deshalb zogen die drei evangelischen Gemeinden im Heidelberger Norden ans Neckarufer und feierten ein großes Tauffest. Für die Tauffamilien, Freundinnen, Freundinnen und Angehörige war es an einem sonnigen Sonntagmorgen im Schatten eines großen Baumes ein fröhliches, ungezwungenes Zusammensein.

Pfarrerin Wagner und Pfarrer Garleff aus der Friedensgemeinde zusammen mit Pfarrer Holzmann aus der Johannesgemeinde und Lehrvikarin Scheib aus der Christus-Luther-Markusgemeinde tauften an verschiedenen Stationen jeweils im kleinen Kreis der Tauffamilie, unterstützt von Konfirmandinnen und Konfirmanden.

Die Taufe mit Wasser ist eine Taufe hinein in das Leben mit Gott. Mit der Taufe ist die Verheißung des ewigen Lebens als Kind Gottes verbunden.

Die biblische Lesung der Erzählung von dem großen Fischzug der Jünger Jesu wurde anschaulich vor Augen geführt von den Artisten des Zirkus Prisma. Die Jungen und Mädchen sorgten auch im weiteren Verlauf des Tauffestes für spannende Szenen.

Und was wäre ein solches Tauffest ohne Musik – Johannesgemeinden-Kantor Lukas Henke sorgte am Klavier für den guten Ton.

Schnitzen, sägen, Stockkampf üben

Seit zehn Jahren gibt es den Waldtreff in Handschuhsheim. Dieser Geburtstag musste natürlich gefeiert werden. Mit einem gelungenen Sommerfest in der Tiefburg. Und mit prominenten Gästen.

Das Jubiläumsfest stand unter dem Motto „Wir bringen Wald und Feld in den Stadtteil hinein“. Die beiden Mitarbeiterinnen des Treffs führten als „Gartenfee“ und „Waldschrat“ locker in das Motto ein. Mit den Worten „Heute ist Geburtstagsfeier für zehn Jahre Abenteuer“ überbrachten die Kinder dem Waldtreff mit einem Rap ihre Glückwünsche. „Schnitzen, sägen, Stockkampf üben“ seien lauter Dinge, die „wir Waldkinder lieben“, so ging es weiter. 

Oberbürgermeister Dr. Eckart Würzner und der Dekan der Evangelischen Kirche Heidelberg, Dr. Christoph Ellsiepen, ließen sich die Gelegenheit nicht entgehen und plauderten in lockerer Runde mit den Kindern. OB Würzner lobte den Waldtreff als Ort, in dem Natur erlebbar wird, für den die Stadt Heidelberg gern jährlich rund 130.000 Euro zuschieße.

Dekan Ellsiepen betonte, dass im Waldtreff ein Bewusstsein für die Erhaltung der Schöpfung geschaffen wird, lobte die Zusammenarbeit aller beteiligter Ämter mit der Stadtkirche und hob die gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der in Handschuhsheim ansässigen Friedensgemeinde hervor.

Fabienne Thielmann, Leitern des Treffs, merkte an, dass die „Rechnung aufgegangen sei und sich aus dem 2013 gegründeten Projekt mit Schwerpunkt für Ferienangebote im Wald, ein stabiler Stadtteiltreff in Handschuhsheim entwickelt hat“. Sie dankte allen Beteiligten für die Unterstützung und besonders Pfarrer Dr. Gunnar Garleff von der Friedensgemeinde für „Gespräche auf Augenhöhe“. 

Verschiedene Mitmachstände rund um Wald und Feld sowie eine Spielstraße luden danach zum Verweilen ein. Am Gartenstand wurden kräftig Ringelblumensamen und Kapuzinerkresse eingetopft. Mit einem Pflanzenpuzzle konnte man die verschiedenen Stadien einer Pflanze von der Keimung bis zur fertigen Pflanze nachvollziehen oder sich prüfen, ob man die Samen der verschiedenen Nachtschattengewächse Tomate, Paprika und Aubergine auseinanderhalten kann. Am Waldstand testeten die Kinder ihr Wissen bei einem Tierspurenrätsel. Auch wurden dort eifrig aus Holzscheiben Schlüsselanhänger gefeilt und Kühlschrankmagnete gebastelt.  

Ein schönes Familienfest, das bei strahlendem Sonnenschein in der Tiefburg bei angenehmen Temperaturen gut auszuhalten war und zum längeren Verweil einlud. Selbstgemachte Kinderlimo mit Zutaten aus dem Handschuhsheimer Feld, ein reichhaltiges Küchenbuffet sowie syrische Leckereien und Häppchen vom „Tischlein deck Dich“ vervollständigten das Fest  

Hintergrund: „Waldtreff – was und wer dahintersteckt“ 

Der Waldtreff gehört zur offenen Kinder- und Jugendarbeit der evangelischen Kirche in Heidelberg und wird finanziell von der Stadt gefördert. Die Schwerpunkte des Treffs liegen auf den Bereichen Umweltbildung und Erlebnispädagogik. Es gibt Naturferienprogramme, Walderlebnistage, Gartenprojekte, Übernachtungsfreizeiten und offene Spielaktionen für Kinder und Jugendliche im Alter von sechs bis 14 Jahren. Die außerschulischen Lernorte sind der an den Stadtteil angrenzende Wald, zwei Gartengrundstücke im Handschuhsheimer Feld sowie der Grahampark in Handschuhsheim. Geleitet wird der Waldtreff von der Geografin und Waldpädagogin Fabienne Thielmann.  

Der Treff bereichert mit seiner einmaligen thematischen Ausrichtung der offenen Kinder- und Jugendarbeit die Vielfalt der Kinder- und Jugendtreffs in Heidelberg. Durch seine enge Zusammenarbeit mit der Umweltbildungsplattform „Natürlich Heidelberg“ ist er eingebettet in die kommunale Umweltbildungslandschaft Heidelbergs. Der Waldtreff wurde 2020 als offizielles Projekt der UN-Dekade „Biologische Vielfalt“ im Rahmen des Sonderwettbewerbs „Soziale Natur- Natur für alle“ ausgezeichnet. 

Derber Spaß und sittlicher Ernst

Kantoreikonzert: Carmina Burana in der Friedenskirche

Die Schicksalsgötten Fortuna – Ein entlaufener Mönch – Ein gebratener Schwan – Saufbrüder – Der Abt der Schlaraffen – … und dann auch noch die „Chünegin von Engellant“. Die „Beurer Lieder“ oder auch die „Lieder aus Benediktbeuern“, wie man die „Carmina Burana“ übersetzen kann, laden ein zu einer spektakulären Reise in das pralle Leben des Mittelalters.

Carl Orffs faszinierende Vertonung dieser mittelalterlicher Dichtungen wird präsentiert in der Fassung für Soli, Kinderchor, großen Chor, zwei Flügel und fünf Schlagzeuge.

Sabine Goetz (Sopran), Sebastian Hübner (Tenor) und Luciano Lodi (Bariton) singen mit Kantorei und der Kurrende der Friedenskirche. Das international renommierte Klavierduo Grau-Schumacher begleitet gemeinsam mit dem Schlagzeugensemble Thorsten Gellings. 

Das Konzert dauert etwa eine Stunde, sodass im Anschluss noch die schöne Gelegenheit besteht, die Heidelberger Schlossbeleuchtung zu genießen.

Karten zum Konzert gibt es in der Bücherstube an der Tiefburg, im Pfarramt an der Tiefburg und an der Abendkasse.

Samstag, 8. Juli 2023 um 19:30 Uhr in der Friedenskirche Heidelberg-Handschuhsheim

Wachet und betet

Die Nacht vom Gründonnerstag auf den Karfreitag war in der Friedenskirche eine lange Nacht der Stille und der Meditation.

Die Kirche leergeräumt bis auf einen Halbkreis von Stühlen direkt vor dem Altar. Der Raum in sanftes Rot, Blau und Violett getaucht. Die Stufenanlage gestaltet wie ein kleiner Olivenhain. Darin die Worte „Wachet und Betet“.

Die Friedensgemeinde hatte dazu eingeladen, nach der Feier des (Tisch-)Abendmahls am Gründonnerstagabend der Bitte Jesu vor seiner Festnahme im Garten Gethsemane zu folgen: wach zu bleiben, zu beten. Die ganze Nacht hindurch waren Menschen in der Kirche. Zu jeder vollen Stunde eine kleine Andacht: Musik, Worte zur Meditation, Gebet. Einzelne und Gruppen aus der Friedensgemeinde hatten das vorbereitet. Auch Geschwister aus der katholischen St. Vitus Nachbargemeinde hatten eines der Stundengebete übernommen.

Dazwischen war Zeit für stille Gedanken oder kreatives Arbeiten an den in der Friedenskirche verteilten Stationen. Dabei ging es darum, Aspekte der Passionsgeschichte auf das eigene Leben auszudeuten, in den eigenen Alltag zu übertragen. Wovor fliehe ich? Wen verurteile ich? Wo ist mein Garten? Man konnte in der Bibel lesen und sich in die Passionsgeschichte versenken. Man konnte Fürbitten aufschreiben für Menschen in der Nähe oder in der Ferne. Manche nutzten die Zeit für Austausch und Gespräch. Manche gingen in der Kirche umher. Andere verharrten in der Stille. Der bergende Raum der Friedenskirche bot Platz für vieles. Auch ein kleines Schläfchen zwischendurch war möglich. Denn immer waren Beterinnen und Beter wach in der Friedenskirche.