Langohren in der Friedenskirche

Die Friedenskirche bietet Obdach für eine bedrohte Fledermausart.

Für viele Menschen in Heidelberg, speziell in Handschuhsheim, steht die Friedenskirche gut sichtbar als Zeichen für: „Hier bin ich zu Hause“. Touristen besuchen unsere Kirche und sie beherbergt ein vielfältiges Gemeinde- und Konzertleben. Aber auch Turmfalken wissen die exponierte Lage seit Jahren zu schätzen, nisten im Turm und ziehen hier ihre Jungen auf. Und noch eine weitere Tierart nutzt seit einigen Jahren die attraktiven Wohnbedingungen des Kirchturms: das Graue Langohr.

Foto: Stiftung Fledermausschutz, Zürich
http://www.fledermausschutz.ch

Diese Fledermausart gilt in Baden-Württemberg als vom Aussterben bedroht. Umso erfreuter konnten wir bei der jüngsten Zählung am 30. Juni mit Heidelbergs Fledermausexpertin Brigitte Heinz feststellen, dass derzeit 29 erwachsene Große Langohren den Friedenskirchturm bevölkern. „Das ist für eine Wochenstubenkolonie eine sehr stattliche Zahl“, sagt Brigitte Heinz.

Das Graue Langohr zeichnet sich durch seine fast körperlangen Ohren aus, die zum Schlafen eingerollt und im Winter sogar unter die Achseln gezogen werden. Anfang Juli werden die Jungtiere geboren, nachdem die Mütter sich ohne die Väter bereits ab März zu Gruppen zusammengeschlossen haben. Jedes Weibchen bringt nur ein Junges zur Welt und säugt es sechs Wochen lang, bis es Ende August auf „eigenen Füßen stehen“ kann.

Die jungen Fledermäuse werden sehr fürsorglich großgezogen: Veegangenes Jahr war ein Säugling aus der Wochenstube gefallen, der von seiner Mutter abgeholt wurde, indem sie sich über das Tier setzte, so dass es sich festklammern konnte, um dann wieder nach oben gebracht zu werden.
Foto: Friedensgemeinde

Wir sind stolz darauf, dass die Friedenskirche auch auf diese Art zum Natur- und Umweltschutz beiträgt. Und vielleicht finden ja auch Sie an Ihrem Wohn- oder Nebengebäude, Spalten, die den Fledermäusen, Mauerseglern und anderen bedrohten Arten dienen könnten oder sogar schon dienen. Achten Sie doch mal auf Kot oder einfliegende Tiere bei Tag und auch in der Dämmerung.

Viel Vergnügen beim Beobachten!

Weitere Informationen zum Fledermaus-Schutzprojekt des BUND in Heidelberg gibt‘s hier.

Segel gesetzt

23 Jugendliche und sechs Teamer und Teamerinnen sind unter der Leitung von Ella Mennenöh am 31. Juli 2023 Richtung Holland aufgebrochen. In Harlingen am Issejmeer wurde dann der majestätische Dreimaster „Morgana“ geentert. Wenig später wurden die Segel gesetzt.

Auch wenn das Wetter in den ersten Tagen durchwachsen war, gab es doch schon die ersten Sonnenstunden. Wir sind gespannt über die weiteren Berichte der Jugendlichen.

Salz der Gemeinde

Jan Saupe und Luis Vosseler als FSJler in der Friedensgemeinde verabschiedet

In der Friedensgemeinde gibt es jedes Jahr für junge Menschen die Möglichkeit, nach dem Schulabschluss ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) zu absolvieren. Mit Jan Saupe und Luis Vosseler wurden die FSJler 2022/2023 am 30. Juli 2023 verabschiedet. Pfarrerin Therese Wagner und Pfarrer Gunnar Garleff würdigten das Engagement der beiden mit Bezug auf den Predigttext „Ihr seid das Salz der Erde“ (Mt 5,13).

„Kirche und Gemeinde, das ist wie eine große Herdplatte mit vielen Bereichen. Gott ist, wie wir einmal, lieber Luis, im Konfi im Video gesehen haben, nicht nur ein DJ, sondern auch ein hervorragender Koch, denn er hat Euch, lieber Luis und Jan, zu uns in die Gemeinde geschickt. Er hat Euch hineingestreut wie Salz in die verschiedene Bereiche und Töpfe. Durch Euer Dasein und Wirken habt Ihr so oft Ruhe, Struktur und Verlässlichkeit reingebracht.

Da war z. B. der eine Kochtopf Konfi, wo du, lieber Luis, mitgewirkt hast. Ein wichtiger, ausgleichender, mit nach Lösungen – auch bei Konflikten – suchender Partner im Konfi-Team.

Du warst Salz und vielleicht auch ein wichtiger Lichtblick im Alltag von so vielen Menschen, um die Du Dich in Deiner Mitarbeit bei der Nachbarschaftshilfe gekümmert hast. „Das wir Luis haben, ist ein Geschenk“, so haben wir es immer wieder von Sandra Grande und Ingrid Gerstner gehört.

Und Du warst vermutlich der Größte, körperlich und auch als einziges, männliches Gegenüber im Kindergarten der Tischbeinstraße.

Körperlich nicht der Größte und auch nicht der einzige Männliche, aber einer der Beliebtesten bei den Kindern, das warst auch Du, lieber Jan. Sei es im Waldtreff bei den wöchentlichen Gruppen oder der Ferienbetreuung, in den Kinder- und Jugendchören oder in der Kita der Kriegsstraße. „Der Jan kann einfach gut mit Kindern“, so habe ich es oft unter anderem von den Erzieherinnen und Erziehern gehört.

Jeder hat hier in verschiedenen Bereichen mitgemischt.

Aber es gab auch Bereiche, da habt Ihr an einem Strang bzw. eher an einem Kabel gezogen. Wie schnell habt Ihr Euch nach einer Übergabe von Constantin Reinhardt in das Streaming der Gottesdienste eingearbeitet. Dass Sie, liebe Gemeinde, zuhause so oft den Gottesdienst mitverfolgenden konnten, ist besonders in den letzten Monaten Jan und Luis zu verdanken gewesen.

Aber auch hier vor Ort im Pfarrbüro ward Ihr gemeinsam für allerhand und jederfrau, die oder der hier so klingelte und vorbeikam, ein verlässliches Gesicht. Oder wie viele Briefe, die wir in die Gemeinde geschickt haben, wurden von Euch etikettiert, wie viele Excel-Listen, Urkunden von Euch erstellt?!

v.l.n.: KMD Michael Braatz-Tempel, Pfarrerin Therese Wagner, Dr. Sandra Grande-Stebler (Nachbarschaftshilfe), Luis Vosseler, Jan Saupe, Ingrid Gerstner (Nachbarschaftshilfe), Pfarrer Dr. Gunnar Garleff, Ella Mennenöh (Jugendkoordinatorin), Dorothea Spahn-Lanziner (Pfarrbüro), Meta Meyer-Reinhardt (Pfarrbüro)

Und Luis und Jan hatten als Salz in der Gemeinde eine ganz tolle Eigenschaft mitgebracht. Ihr ward stets lösungsorientiert. Und diese Lösung musste auch nicht mordskompliziert und ausgefeilt sein, aber zu mindestens slow, mit einfachen, guten Zutaten. Slow und Soul Food, das habt Ihr uns so oft auf den Tisch bei unseren wöchentlichen Mittagessen gezaubert. Den großen Kochtopfe im Gemeindehaus habt ihr dann immer mit Pasta vollgemacht. Spaghetti mit Tomatensoße, was braucht man mehr für ein „Dolce Vita“ auch hier am Dienstag um 13 Uhr im Gemeindehaus.

Wir danken euch und wünschen euch, dass ihr euch weiter so einbringen könnt an den Orten, zu denen Gott euch führt. Dass ihr weiter Menschen zusammenbringt – durch euren Charme, eure gereifte, innere Größte, eure ansteckende Gelassenheit oder schlicht durch einmal Pasta mit Tomatensoße.

Bilder: Gunnar Garleff

Mehr Schatten im Garten der Friedenskirche

Drei junge Bäume bereichern seit einigen Wochen den Garten rund um die Friedenskirche. Jetzt gab es einen Fototermin mit allen Verantwortlichen.

Im Rahmen des Hitzeaktionsplanes ist das Umweltamt Heidelberg im Austausch mit verschiedenen städtischen Akteuren. Dazu zählen auch kirchliche Einrichtungen. Es geht um verschiedene Maßnahmen zum Schutz vor Hitze. Unter anderen werden auch Kirchenräume als kühle Orte ausgewiesen. Und es geht um mehr Grün und mehr Schatten. Dafür stellt das Umweltamt für interessierte Pfarrgemeinden und Einrichtungen in kirchlicher Trägerschaft einzelne Bäume zur Verfügung.

So wurden im Frühling 2023 drei Bäume im Kirchgarten der evangelischen Friedensgemeinde in Handschuhsheim gepflanzt. Dort wachsen und gedeihen nun eine neue Linde sowie ein Eisenholz- und ein Blasenbaum. Sie sorgen auf der Fläche vor dem Chorsaal und beim Gemeindehaus für zusätzlichen Schatten und bieten Nahrung für Insekten.

„Mit großer Freude hat die Friedensgemeinde Handschuhsheim die Pflanzung der drei neuen Bäume im Garten rund um die Friedenskirche begleitet“, berichtet Pfarrer Gunnar Garleff. Neben ihrer ökologischen Funktion steigern sie die Aufenthaltsqualität im Außengelände der Gemeinde, die durch weitere Maßnahmen weiterentwickelt werden sollen. „Derzeit starten wir Überlegungen zur Entsiegelung des Bodens ebenso wie zur Installation weiterer Sitzgelegenheiten“, berichtet Garleff.

Über weitere Obstbäume freut sich außerdem das Team der Stadtmission Heidelberg. Schon bald sollen im Garten des Wichernheimes die im Moment noch kleinen Pflanzen für die Bienen Nektar und für die Mitarbeitenden und Besucher frisches Obst liefern. Bereits im vergangenen Herbst wurden gleich mehrere Obstbäume im Kirchgarten der Rohrbacher Melanchthongemeinde sowie auf dem Gelände der KiTa der Wieblinger Kreuzgemeinde gepflanzt. Das Umweltamt der Stadt Heidelberg hat die Obstbäume gespendet und die Empfänger übernehmen die Pflege der Bäume. Diese Aktion soll in diesem Herbst weitergeführt werden.

„Wir sind der Stadt Heidelberg sehr dankbar für diese wunderbare Aktion und freuen uns, dass wir mit unseren Grünflächen in den Stadtteilen einen Beitrag dazu leisten können, den Klimaschutz und den Erhalt der Artenvielfalt durch die Pflanzung neuer Bäume zu unterstützen“, unterstreicht Dekan Christof Ellsiepen diese wichtigen Aufgaben, die nur von allen Akteuren der Stadtgesellschaft gemeinsam zu stemmen sind.

Zum Foto stellten sich von der Friedensgemeinde Pfr. Gunnar Garleff sowie Irmgard Behler und Hartmut Müller-Falkenhahn, die sich verantwortlich um den Kirchengarten kümmern, dazu Sabine Lachenicht und Joachim Fallmann vom Umweltamt der Stadt Heidelberg.

Biodiversitätsstrategie

Neben Anpassung gegenüber Hitze tragen die Baumpflanzaktionen zur Erhöhung der Biodiversität bei und fördern den Anteil von städtischem Grün. Obstbäume sind eine wichtige Nahrungsquelle für Insekten. Die Stadt möchte mit den Bäumen die Artenvielfalt und das Stadtklima fördern. Außerdem kann so zusätzlicher Lebensraum für Insekten und Vögel entstehen. Viele Insektenarten profitieren vom Blütenreichtum der Obstbäume und viele Vogelarten nutzen in einigen Jahren die Bäume, um dort zu brüten. Die Stadt Heidelberg setzt sich seit Jahren für den Erhalt der biologischen Vielfalt ein. Seit dem Frühjahr 2021 hat die Stadtverwaltung eine eigene Biodiversitätsstrategie zum Erhalt und zur Förderung der biologischen Vielfalt im Stadtgebiet.


Motor defekt – Orgel muss schweigen

Nach 63 Jahren ist in der vergangenen Woche der Motor der Orgel in der Friedenskirche kaputt gegangen. Für die Reparatur gibt es mehrere Optionen.

Unser Kantor, KMD Michael Braatz-Tempel schreibt dazu:

Seit Dienstag geht nichts mehr. Weder Elektriker noch Orgelbauer konnten etwas ausrichten.

Nach einem langen Gespräch mit dem Orgelbauer haben wir folgendes Vorgehen vereinbart:

Mitte August wird provisorisch ein „Schnellläufer“ eingebaut. Das ist ein kleinerer Motor, der vor das jetzige alte Gebläse gesetzt würde. Wollten wir den alten Motor entfernen, so müsste im Prinzip die komplette Orgel ausgebaut werden.

Sollte sich die Funktion des Schnellläufers auch bei unserem großen Instrument bewähren (durchaus nicht sicher), so würde danach dann ein neuer Schnellläufer bestellt, gekauft und eingebaut (Lieferzeit etwa 3 Monate). Er kostet etwa 3.000 Euro plus (viel) Arbeitszeit. 

Also: Die nächsten Wochen werden eine kirchenmusikalische Dürrezeit. Zum Glück haben wir den Flügel in der Kirche. Die Orgel wird auf jeden Fall bis Mitte August schweigen und dann auch nur mit Fragezeichen zu gebrauchen sein.

Zur Unterstützung der Reparaturarbeiten und der kammermusikalischen Gestaltung der Gottesdienst in der Friedenskirche laden wir zum Spenden auf das Konto der Friedensgemeinde Heidelberg-Handschuhsheim ein:

Kto.:  IBAN DE90 6725 0020 0000 5004 61      Stichwort: Orgelmotor  

Kto.:  IBAN DE90 6725 0020 0000 5004 61      Stichwort: Kammermusik im Gottesdienst