Vielfältige Gottesdienste im Norden

In einer gemeinsamen Sitzung der drei Ältestenkreise im Kooperationsraum wurde ein neues Gottesdienstkonzept verabschiedet.

Damit wird die neue Kooperation der drei evangelischen Gemeinden in Heidelbergs Norden wieder ein Stück konkreter. Das neue Gottesdienstkonzept soll gewährleisten, dass nach der Pfarrstellenreduktion, die mit dem Ruhestand von Pfarrer Holzmann spätestens im Herbst 2024 wirksam wird, weiterhin in allen drei Kirchen sonntags Gottesdienste gefeiert werden können.

Den Ältestenkreisen und der neu gebildeten Dienstgruppe war es dabei ein wichtiges Anliegen, dass mit dem neuen Konzept auch ein Aufbruch zu mehr Diversität im Gottesdienstangebot im Norden Heidelbergs verbunden ist. Da insbesondere die Aufgaben der Pfarrerinnen und Pfarrer durch die Streichung der vierten Pfarrstelle zunehmen werden und sich in den vergangenen Jahren die Tätigkeiten zunehmend auf die Werktage von Montag bis Freitag verlagert haben, soll das Gottesdienstkonzept auch ermöglichen, dass es für die Pfarrpersonen regelmäßige freie Wochenenden gibt.

Die Grundzüge des neuen Gottesdienstkonzeptes sehen daher einerseits vor, dass grundsätzlich nur zwei Pfarrpersonen an einem Wochenende Gottesdienste feiern. Möglich wird dies durch die Einführung eines wöchentlichen Abendgottesdienstes. Für die Abendgottesdienste sollen in den kommenden Monaten unterschiedliche Konzepte entwickelt werden. Denkbar sind Gottesdienste, die von Konfirmanden und Jugendlichen gestaltet werden, Kantatengottesdienste, Gottesdienste mit einer besonderen Raumerfahrungen u.v.m. Auch am Abend muss dabei der beliebte Kirchenkaffee nicht entfallen, sondern kann transformiert werden zu einem gemeinsamen Abendbrot, Kirchenwein oder Biergarten im Sommer. Um den unterschiedlichen spirituellen Bedürfnissen gerecht zu werden, werden auch die Abendmahlsfeiern und die Familiengottesdienst zwischen den Gemeinden abgestimmt.

Das neue Gottesdienstkonzept greift ab dem 1. Januar 2024. Weiterhin werden die Pfarrpersonen zwischen den drei Gemeinde wechseln. Im einzelnen hat es folgende Struktur, die kirchlichen Feiertagen allerdings abweichen kann:

FriedenskircheJohanneskircheJakobuskirche
1. Sonntag im MonatGottesdienst (10:30 Uhr)
Taufgottesdienst (12:00 Uhr)
Gottesdienst m. Abendmahl (10:00 Uhr)Abendgottesdienst (18:30 Uhr)
2. Sonntag im MonatAbendgottesdienst (18:30 Uhr)Gottesdienst (10 Uhr)Gottesdienst m. Abendmahl (10:00 Uhr)
3. Sonntag im MonatGottesdienst m. Abendmahl (10:30 Uhr)Gottesdienst (10 Uhr)Abendgottesdienst (18:30 Uhr)
4. Sonntag im MonatGottesdienst für Groß und Klein mit Taufen (10:30 Uhr)Abendgottesdienst (18:30 Uhr)Gottesdienst (10 Uhr)
5. Sonntag im MonatAbendgottesdienst (18:30 Uhr)Gottesdienst (10 Uhr)Gottesdienst (10 Uhr)

Es ist Zeit, weiterzugehen

Nach vier Jahren intensiver Jugendarbeit in der Friedensgemeinde verabschieden wir am kommenden Sonntag unsere Jugendkoordinatorin Ella Mennenöh

Über den CVJM Heidelberg-Mitte kam Ella Mennenöh 2019 zunächst als ehrenamtliche Mitarbeiterin in die Friedensgemeinde. Sofort stieg sie ein bei der damaligen Teamer-Ausbildung. Als mit der Corona-Pandemie die Herausforderungen in der Konfirmanden- und Jugendarbeit stiegen und als insbesondere der 2020er Konfi-Jahrgang ein Jahr lang auf die Konfirmation warten musste, unterstützte uns Ella als „Werkstudentin“ bei den so genannten Konfi-Special-Angeboten. Schnell wurde sie für die Konfis und Jugendlichen zum Begriff der Jugendarbeit und war gerade im Verbund mit den anderen jungen Mitarbeitenden – insbesondere den studentischen Eventmanagerinnen und den FSJlern – schon bald nicht mehr aus dem Pfarrteam wegzudenken.

Zu den großen Schwerpunkten gehörten neben der Organisation und Durchführung der Jugendleiter-Ausbildung JuLeiCa im Rahmen von Konfi-Special auch die Etablierung eines Jugendtreffs am Freitagabend. In diesem Sommer kam die Einrichtung der neuen Jugendräume dazu. Daneben gab es analoge und digitale Konfi-Freizeiten, Actionbound-Rallies, Kanutouren, Kinder-Bibel-Tage, Kooperationsveranstaltungen mit dem Waldtreff und vieles andere.

In den vergangenen zwei Jahren waren die Segelfreizeiten herausragend und brachten viele Jugendlichen in Kontakt mit der Friedensgemeinde. Hier Impressionen der Segelfreizeit 2023:

Ella Mennenöh schreibt im Rückblick auf ihre Jahre:

„Wenn ich auf die vergangenen drei Jahre zurückblicke, fallen mir viele schöne Erinnerungen ein. Gemeinsam mit den Jugendlichen, meinen KollegInnen, den FSJlerInnen und Ehrenamtlichen durfte ich in dieser Zeit das Gemeindeleben aktiv mitgestalten. Ich habe für alle meine Ideen Rückenwind bekommen und durfte einiges ausprobieren. Dass gerade die erste Segelfreizeit im vergangenen Jahr so ein voller Erfolg wird, habe ich mir gar nicht ausmalen wollen.

Auch andere Projekte der Friedensgemeinde wie der Waldtreff, ‚Mitwirken und dabei -bleiben‘ und das Quartiersprojekt haben meine Arbeit bereichert. Der Jugendtreff freitags hat mir unglaublich viel Spaß gemacht. Nach den Ideen und Wünschen der Jugendlichen haben wir Stockbrot am Lagerfeuer gemacht, alkoholfreie Cocktails gemixt, getöpfert, Filmabende veranstaltet und gemeinsam gekocht und gegessen. Ganz besonders in Erinnerung geblieben sind mir das Plätzchenbacken, die Übernachtungsaktionen in der Kirche und die Kanu-Touren.

Jetzt ist für mich die Zeit gekommen, weiterzugehen. Im Oktober startet für mich ein neues Kapitel mit einer Ergotherapie-Ausbildung in Speyer. Ich freue mich darauf, neue Dinge zu lernen und meine Erfahrungen aus der Jugendarbeit in meinen späteren Beruf mitzunehmen.

Ich möchte danke sagen, für die Zeit, in der ich immer mal wieder ins kalte Wasser geschmissen wurde, in der ich viel lernen konnte und den Halt der Gemeinde spüren durfte. Ich bin trotzdem nicht aus der Welt und bleibe Heidelberg und der Friedensgemeinde verbunden.“

Wir freuen uns, dass Ella Mennenöh der Friedensgemeinde auch weiterhin verbunden ist, und wünschen ihr für ihre neuen beruflichen Herausforderungen Gottes Segen.

Wie es mit der Stelle der Koordination der Jugendarbeit weitergeht, ist derzeit noch offen. Vorerst übernimmt Pfarrer Gunnar Garleff die Aufgaben bis in der neuen Dienstgruppen die Arbeitsbereiche endgültig verteilt sind.

Im Team die Zukunft gestalten

Mit dem Dienstantritt von Pfarrerin Anna Maria Baltes ist die neue Dienstgruppe von Johannes- und Jakobusgemeinde (Neuenheim) sowie Friedensgemeinde (Handschuhsheim) vollständig.

Die vier Pfarrerinnen und Pfarrer sowie die beiden Kantoren der Johannesgemeinde und der Friedensgemeinde werden zukünftig enger zusammenarbeiten und die drei Gemeinden gestalten, gemeinsam mit den drei Ältestenkreisen sowie den übrigen haupt- und nebenamtlichen Mitarbeitenden.

Die Bildung der „Überparochialen Dienstgruppe“ ist eine erste konkrete Maßnahme im Rahmen des Strategieprozesses, in dem die evangelische Kirche in Heidelberg derzeit nach einer zukunftsfähigen Organisationsform sucht. Schon heute ist klar, dass spätestens 2025 eine der jetzt vier Pfarrstellen wegfallen wird (im Rahmen der allgemeinen Reduktion der Pfarrstellen in Baden um 30 %).

Da Pfarrer Holzmann Ende 2024 in den Ruhestand gehen wird, ebenso wie kürzlich der ehemalige Jakobuspfarrer Anselm Friederich-Schwieger, haben die drei Pfarrgemeinden im Heidelberger Norden die Neubesetzung der Pfarrstelle mit Pfarrerin Anna Maria Baltes frühzeitig dazu genutzt, die kirchliche Arbeit in Neuenheim und Handschuhsheim für die Zukunft neu aufzustellen.

Wie gestaltet sich die Zusammenarbeit in der Dienstgruppe und welche Konsequenzen hat dies für die Pfarrgemeinden?

Die sechs Mitglieder der Dienstgruppe verstehen sich als zuständig für alle drei Gemeinden. Dabei wird Kantor Lukas Henke weiterhin die Kirchenmusik an der Johanneskirche verantworten. KMD Michael Braatz-Tempel wird weiterhin die Kirchenmusik an der Friedenskirche verantworten. Die Organistin Manuela Weiss bleibt verantwortlich für die Musik an der Jakobuskirche. Allerdings gibt es seit dem Frühjahr ein gemeinsames und abgestimmtes Musikprogramm, in dessen Konzeption und Planung auch die übrigen nebenamtlichen Chorleiter und Organisten der Friedensgemeinde eingebunden sind.

Die Arbeit der vier Pfarrerinnen und Pfarrer wird sich insofern verändern, als dass diese die Gestaltung der Gottesdienste und der Taufen, der Trauungen und Beerdigung in allen drei Gemeinden gemeinsam verantworten. Die Ältestenkreise erarbeiten hierzu gerade ein neues Gottesdienst-Konzept. Es soll gewährleisten, dass auch mit perspektivisch nur noch drei GemeindepfarrerInnen sonntags in allen drei Kirchen ein Gottesdienst gefeiert werden kann. Gleichzeitig soll aber jeweils eine Pfarrperson einen dienstfreien Sonntag haben.

Denn zunehmend verlagert sich die Arbeit der Pfarrerinnen und Pfarrer weg vom Sonntag hinein in die Woche (z.B. Seelsorge, Gremienarbeit, Begleitung von neuen Projekten, Erwachsenbildung, Arbeit mit Studierenden, Kindern- und Jugendlichen sowie Religionsunterricht). Auch für diese Bereiche werden die Pfarrer Holzmann und Garleff sowie die Pfarrerinnen Baltes und Wagner gemeinsame Konzepte entwickeln. Sie sollen ermöglichen, dass durch persönliche Schwerpunktbildung einerseits kirchliche Arbeit neu aufgestellt werden kann. Gleichzeitig soll die absehbare Reduktion der vierten Pfarrstelle nicht einfach zu einer Umverteilung der Arbeit von vier auf drei Menschen führen.

Und die Gemeinden? Die Gemeinden und Ältestenkreise bleiben (vorerst?) bestehen. Für jede Gemeinde wird eine bzw. zwei Pfarrperson(en) als „Gesicht vor Ort“ fungieren und erste Ansprechpartnerin sein. Für die Jakobusgemeinde überimmt diese Aufgabe Pfarrerin Baltes, für die Johannesgemeinde Pfarrer Holzmann mit Pfarrerin Baltes und für die Friedensgemeinde sind es Pfarrerin Wagner und Pfarrer Garleff.

Dass die Arbeit und das Engagement der neuen gemeinsamen Dienstgruppe Früchte trägt und gut gelingen wird, liegt ganz wesentlich auch an der Zusammenarbeit mit den vier Pfarramtssekretärinnen. Auch sie werden zukünftig ihre Arbeit miteinander verzahnen und enger miteinander abstimmen. Schon heute herrscht unter den Sekretärinnen ein enges und vertrauensvolles Miteinander.

Ein guter Start in das gemeinsame Arbeiten braucht auch einen festlichen Segensakt. Am Sonntag, 24. September, wurde Pfarrerin Baltes durch Dekan Christof Ellsiepen feierlich in einem Gottesdienst in ihr neues Amt eingeführt. Die neue Dienstgruppe der vier Pfarrerinnen und Pfarrer und der zwei Kantoren wurde anschließend für ihren Dienst gesegnet. Im Anschluss daran wurde im Johanneshaus gefeiert.

Vertrauen, Geschick und Freude

Die 63 Jugendlichen des neuen Konfirmandenjahres sind längst angekommen in der Friedensgemeinde und bereichern mit ihrer Fröhlichkeit und Aufgeschlossenheit die Gemeinde.

Am 16. September stand ein erstes Highlight des Konfi-Jahres an. Der Ausflug in den Kletterpark!

Zusammen mit unserem neuen FSJler Constantin Reinhardt, den Teamerinnen Charlotte Butterfaß und Johanna Garleff, dem Vorsitzenden des Ältestenkreis Tobias Just sowie Pfarrer Gunnar Garleff haben Konfirmandinnen und Konfirmanden die Herausforderung der verschiedenen Kletterparcours super bewältigt. Beim Balancieren auf einem Drahtseil in bis zu 12 Meter Höhe war Vertrauen in die Sicherheitsgurte gefragt. Schön zu sehen war dabei, wie rücksichtsvoll und unterstützend sich die Jugendlichen dabei verhielten. Der sonnige Tag mit vielen netten Gesprächen und dem Entdecken alter und neuer Freundschaften war eine gelungene Ergänzung zum Konfi-Unterricht. 

Wen sehen wir?

Einmal im Jahr begibt sich der Ältestenkreis der Friedensgemeinde in eine zweitägige Klausur. Diesmal ging es am 9. und 10. September nach Rastatt.

Mitten in den großen Diskussionen um Transformation und Reduktion nutzten wir die Zeit zum Innehalten und zur Schärfung unseres Blickes: Wen haben wir als Ältestenkreis im Blick? Wen sehen wir als Kirche? Wer begegnet uns in Handschuhsheim und in der Friedenskirche? Und wie können wir die Friedensgemeinde zu einem Ort der Begegnung weiterentwickeln?

Grundfragen der Gemeindeleitung jenseits von einzelnen Entscheidungen.  

Die Tagung war geprägt von vielen Wahrnehmungsübungen und Gesprächen, von einem vertrauensvollen, mal ernsten, mal heiteren Austausch und vor allem von einer tragenden Gemeinschaft. 

“Und haben Sie auch etwas entschieden?”, wurde ich in der Woche danach gefragt.

Große strategische Strukturentscheidungen sind nicht gefallen. Und doch werden zwei Entscheidungen hoffentlich ins Auge fallen.

Zum einen wollen wir als Ältestenkreis für alte und neue Gemeindeglieder und auch für BesucherInnen erkennbarer und ansprechbarer sein. Aus diesem Grund werden die Mitglieder des Ältestenkreis (und wenn gewünscht auch die GruppenleiterInnen) in Zukunft vor und nach dem Gottesdienst mit Namensschildern erkennbar sein.

Zum anderen haben wir uns mit dem Gelände rund um die Friedenskirche beschäftigt. Dieses wollen wir in den kommenden Monaten als Ort der Begegnung und Besinnung aufwerten. Den Anfang machen wir mit mehr Sitzgelegenheiten.