Hervorgehoben

Passionskonzert der Kantorei

Am Samstag, den 28. März um 20 Uhr singt die Kantorei an der Friedenskirche Carl Heinrich Grauns Oratorium „Der Tod Jesu“. Der Vorverkauf ist angelaufen. Sichern Sie sich Ihre Eintrittskarten jetzt online hier.

Carl Heinrich Grauns Passionsoratorium ist im Jahr 1755 entstanden und war noch zu Beginn des 19. Jahrhunderts die am häufigsten gespielte Passionsmusik. Erst durch die Wiederaufführung der Matthäuspassion von Johann Sebastian Bach durch Felix Mendelssohn Bartholdy ist das Werk von Graun in den Hintergrund getreten und nur noch sehr selten zu hören.

Die Kantorei an der Friedenskirche singt unter der Leitung von Michael Braatz-Tempel. Sie wird begleitet von der Kammerphilharmonie Mannheim. Die Soli werden gesungen von Carmen Buchert und Cosima Schimpf (Sopran), Hubert Meyer (Tenor) und Jakob Reichmann (Bass). An der Orgel: Prof. Christoph Bornheimer.

Karten zu 25,- bzw. 18,- Euro (erm. 18,-/12,- Euro) gibt es im Vorverkauf online hier,
sowie bei Zigarren Grimm und Tabakwaren Neuenheim.
Restkarten an der Abendkasse.

Frohe Ostern!

Ostern ist ein gewaltiges Ereignis. Erdbeben. Der weggewälzte Stein. Erstarrte Wachen.

Ostern verrückt die Welt, verrückt alle Erwartungen, Tot ist nicht mehr tot.

Ostern beginnt mit Erschrecken, Verunsicherung. Die Frauen am Grab, so berichtet es der Evangelist Markus sind entsetzt und zittern vor Furcht.

Gewiss den Frauen erscheint der Auferstandene, sie umfassen seine Füße, sie können begreifen, was sie sehen, aber verstehen sie auch?

Ist das überhaupt zu verstehen, zu erfassen, was geschehen ist?

Und was ist das eigentlich alles wert?

Im Dunkel dieser Nacht, feiern wir das östliche Licht, erinnern wir die Auferstehung, die Überwindung des Todes, irgendwie ist das alles nur schwer zu fassen. Vielleicht ist Ostern auch nur wie ein Funke Hoffnung. Ist es wirklich der Beginn einer neuen Wirklichkeit?

Die Flamme in unserer Hand, das kleine Licht, ist doch immer wieder gefährdet. Schon ein Windhauch und es ist erloschen, und alles ist wieder dunkel.

Und wie viel antiösterlichen Windhauch gibt es in der Welt! Am Kreuz starb der unschuldige als Mahnung und als Sühnopfer für die Menschheit, doch immer noch sterben täglich unschuldige. Sie werden hingenommen als Kollateralschäden des Krieges. Ostern geschieht mitten in der Dunkelheit dieser Welt, die Kriege, die Klimakrise, der Streit mit den Nachbarn, die Entfremdung von Freundschaft, der Hass auf Andersdenkenen, die schlechte Diagnose, und nicht zuletzt die eigenen Zweifel im Glauben, im Leben.

Ist das alles überwunden?

Nein, das Kreuz Christi zeigt uns die Verwundbarkeit der Welt, seine Auferstehung aber heilt diese Wunde nicht einfach, sie stellt sie aber in einen weiten Horizont.

Die Bedrängnisse des Lebens sind nicht einfach getilgt, nur weil wir eine Kerze in der Hand halten, weil in Jerusalem die Erde bebt, ein Toter nicht mehr an seinem Platz ist und drei Frauen die Füße des Auferstandenen Gekreuzigten umfassen?

Wir leben in Bedrängnissen, im Großen, im Kleinen, vielleicht sogar zunehmend auch als Christ:innen in einer nach-religiösen Gesellschaft.

Und dennoch, gegen all die Bedrängnisse und Leiden der Zeit, mahnt uns ein Paulusschüler im 2. Timotheusbrief:

Halt im Gedächtnis Jesus Christus, der auferstanden ist von den Toten, aus dem Geschlecht Davids, nach meinem Evangelium, für welches ich leide bis dahin, dass ich gebunden bin wie ein Übeltäter; aber Gottes Wort ist nicht gebunden. Darum dulde ich alles um der Auserwählten willen, auf dass auch sie die Seligkeit erlangen in Christus Jesus mit ewiger Herrlichkeit. Das ist gewisslich wahr: Sind wir mit gestorben, so werden wir mit leben; dulden wir, so werden wir mit herrschen; verleugnen wir, so wird er uns auch verleugnen; sind wir untreu, so bleibt er treu; denn er kann sich selbst nicht verleugnen.

Ostern trotzt der Gewalt und dem Totalitarismus menschlicher Hybris. Der Populismus, Pilatus und Aristokraten mögen den Menschensohn ans Kreuz genagelt haben. Aber in der Auferstehung wurde der Gekreuzigte erhöht zum Christen. Das Evangelium macht das Leid nicht erträglicher, aber es relativiert es in seiner Macht. Paulus mag wie so viele in Fesseln sein, aber Gottes Wort macht ihn frei. Es gibt eine Hoffnung, die von Ostern her der Welt trotzt, die es nicht hinnimmt, dass das Dunkel siegt.

Das Licht in deiner Hand ist der trotzende Funke Hoffnung, ob mitten in der Nacht oder am anbrechenden Tag.

(Auszüge aus der Predigt von Pfr. Gunnar Garleff in der Osternacht in der Friedenskirche)

Foto: Urlike Horch

Kirche im Heidelberger Norden

Ältestenkreise beschließen Label für die Kooperation der Pfarrgemeinden in Handschuhsheim und Neuenheim

Seit dem 1. Juli 2023 haben die Neuenheimer und Handschuhsheimer Pfarrgemeinden eine enge Kooperation vereinbart. Die Jakobus-Johannes-Gemeinde und die Friedensgemeinde teilen sich seither ein gemeinsames Pfarrteam und organisieren das Pfarramt gemeinsam. Auch zahlreiche Handlungsfelder werden übergreifend organisiert, wie z.B. die Planung der Gottesdienste, die Konfirmandenarbeit, die Arbeit mit jungen Erwachsenen, die Kirchenmusik und die Öffentlichkeitsarbeit.

Darüber hinaus gibt es seit dem 1. Januar 2026 einen großen, umfassenden Kooperationsraum aller Heidelberger Gemeinden. Davon ist die Kooperation in Neuenheim und Handschuhsheim ein Teil.

Deshalb stellte sich die Frage: Wie heißt nun diese Gemeindekooperation von Jakobus-Johannesgemeinde und Friedensgemeinde? Unter welchem Namen können gemeinsame Veranstaltungsformate wie die Sommerpredigtreihe beworben werden? Der Begriff „Kooperationsraum Nord“ steht seit der Gründung des umfassenden Kooperationsraumes Heidelberg nicht mehr zur Verfügung. In den vergangenen Jahren wurde gelegentlich das Label „Kirche unter dem Heiligenberg“ verwendet, das aber eher aus der Not geboren war.

Da gerade in der Öffentlichkeitsarbeit Klarheit bestehen muss und jede Gemeinde auch in ihrer Eigenständigkeit vorkommen soll, haben die Ältestenkreise über einen neuen Namen beraten. Beide Ältestenkreise votierten mit großer Mehrheit für den Namen „Kirche im Heidelberger Norden„.

Unter diesem Namen wird in den kommenden Monaten eine gemeinsame Webpräsenz erstellt. Künftige übergreifende Veranstaltungsreihen werden entsprechend unter diesem Label beworben.

Ausdrücklich nicht in Frage gestellt werden soll mit diesem Namen die konstruktive Mitarbeit unserer Gemeinden an der Konzeption und Gestaltung des Kooperationsraumes Heidelberg. Wir sind überzeugt, dass eine attraktive Kirche in Heidelberg sowohl stadtweit handeln und gestalten, als auch in den jeweiligen Stadtteil hinein präsent sein muss. Der Stadtkirchenrat hat das seinerseits zum Ausdruck gebracht und entschieden, dass das gemeinsame Pfarrteam für Neuenheim und Handschuhsheim weiterbestehen soll.

Verstärkung fürs Pfarrteam

Wir freuen uns auf Pfarrerin Kim Dilay Thiem, die am 12. Februar in der Friedenskirche zur neuen Pfarrerin für den Heidelberger Norden gewählt wurde.

Ab September verstärkt sie das Pfarrteam für Neuenheim und Handschuhsheim, dem weiterhin Gunnar Garleff, Veronika Kurlberg, Bruno Ringewaldt sowie Kantor Michael Braatz-Tempel angehören werden. Pfarrerin Thiem wird eine besondere Zuständigkeit für die kirchliche Präsenz in Neuenheim haben.

In einem Chatgespräch mit Gunnar Garleff stellt sie sich vor:

GG: Hallo Kim, herzlichen Glückwunsch zur Wahl und schon jetzt herzlich willkommen im Team. Was zieht dich in den Heidelberger Norden?

KT: Ich freue mich sehr, dass Heidelberg und ganz besonders der Heidelberger Norden meine neue alte Heimat werden darf. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit im Team und mit den vielen ehrenamtlich Engagierten. Auf gemeinsames Nachdenken und Gestalten. Auf Traditionelles und neue Formen. Ich bin sehr neugierig, die Menschen im Heidelberger Norden kennenzulernen. Und nicht zuletzt brennt mein Herz für die Kirchenmusik 😊.

GG: Kirchenmusik spielt in Neuenheim und Handschuhsheim eine besondere Rolle, wir haben hier mehr als ein Dutzend kirchliche Chöre und Ensembles. Hast du eine besondere Vorliebe für eine Stilrichtung?

KT: Oh, da gibt’s eine einfache Antwort: nein. Je nach Anlass darf es Bach genauso sein wie Coldplay. Musik kann in mir spirituelle Emotionen zum Klingen bringen, ob alt oder neu. Nur mit Technomusik hat das bei mir bislang nicht funktioniert 😊.

GG: Du hast dich den Gemeinden im Februar vorgestellt. Seitdem höre ich immer wieder das Schlagwort „Wohnzimmerkirche“. Was ist das? Kommst du zum Gottesdienst zu den Leuten ins Wohnzimmer?

KT: Wäre auch eine schöne Idee, allerdings meint Wohnzimmerkirche tatsächlich, dass der Kirchraum zum Wohnzimmer wird, in dem gemeinsam in gemütlicher Atmosphäre Gottesdienst gefeiert wird. Mit Gottes Wort kreativ inszeniert. Mit smalltalk und deeptalk über Gott und die Welt und uns selbst in kleinen Gesprächsgruppen, mit Hoffnungslichtern und -gebeten. Mit Musik. Eher Jazz oder Pop. Und für‘s leibliche Wohl ist auch gesorgt.

GG: Das klingt spannend und passt sicher gut zu einer großen Aufgaben für die nächsten Jahre: Die Entwicklung der Johanneskirche zum lebendigen kirchlichen Zentrum in Neuenheim. Wofür brennst du ansonsten in deinem Pfarrerinnensein?

KT: Ich mag das Wort Pfarrerin gar nicht so sehr – Seelsorgerin trifft eigentlich viel mehr das, was ich sein will. Ich möchte die mit dem offenen Ohr und offenen Herzen sein. Egal, ob in Kita, Schule, beim Kirchcafe oder auf dem Wochenmarkt. Ich möchte Seelsorgeräume eröffnen, ganz besonders auch in Gottesdiensten für verschiedenste Menschen in verschiedenen Lebenslagen. Die Begleitung von frühverwaisten Familien ist mir in den letzten Jahren u.a. zu einem großen Anliegen geworden.

GG: Das Thema frühverwaiste Familien ist sicherlich etwas, das einer eigenen Vertiefung bedarf. Ich finde den Seelsorgeansatz auch sehr wichtig, weil er sich gut mit einer offenen und gastlichen Kirche verbinden lässt, die nicht immer schon auf etwas eine Antwort haben muss, sondern sich auch dem öffnet, was ihr von außen entgegenkommt. Deine Pfarrstelle hat in unserem Team den schönen Zusatztitel „Schwerpunkt Neuenheim“. Worauf können sich die Neuenheimer da freuen?

KT: Oh, ich denke, auf viel Neugierde meinerseits zu entdecken, was und vor allem wer schon da ist und mit welchen Ideen und Bedürfnissen. Ja, und dann definitiv auf Kreativität und Lust am Ausprobieren. Sicherlich bringe ich schon Erfahrungen mit im Bereich „Standortentwicklung“, aber ich bin kein Fan von 1:1 Adaptionen fertiger Konzepte. Lieber möchte ich gemeinsam um Ideen fürs Kirchesein in Neuenheim ringen und Schätze heben, die ich allein sicher nicht finden würde.

GG: Zum Abschluss: Was brauchst du oder wünscht du dir für einen guten Start in Heidelberg? Und wie haben eigentlich deine Kinder und dein Mann auf diese freudige Nachricht reagiert?

KT: Ich fühl mich schon jetzt unglaublich freundlich und herzlich willkommen geheißen. Nun steht aber erst einmal an, in Freiburg meine jetzige Stelle gut zu übergeben und Abschied zu nehmen. Ganz sicher auch mit einem weinenden Auge. Oder zweien. In den Sommerferien werde ich dann mit meiner Familie nach Heidelberg umziehen. Tatsächlich freuen sich mein Mann und die Kinder (überwiegend) auf den Neuanfang. Bei einem ersten Sondierungsbesuch in Heidelberg sind sie im Café Frisch gewesen und damit war der Umzug für sie beschlossene Sache 😊. Auch das Pfarrhaus in der Schröderstraße gefällt ihnen. Ich vermute trotzdem, dass wir ein bisschen Zeit brauchen werden, um richtig anzukommen. Neue Schulen für die Kinder, neue Wege, neue Abläufe. Ein bisserl Nachsicht mit mir, wenn nicht sofort alles wie am Schnürchen läuft, wäre bestimmt hilfreich. Offene, wertschätzende Kommunikation ebenfalls. Wenn‘s zwischenmenschlich passt, ist das doch eine überaus hilfreiche Grundvoraussetzung für fast alles, gell?

GG: Danke für den Austausch! Das Team und die Gemeinden freuen sich sehr auf dich.

Warum Gott?

Konfis im Heidelberger Norden entwerfen Werbeplakate für den Glauben an Gott

Die Konfirmandenzeit ist eine immer wieder intensive Zeit des Nachdenkens über Gott und den Sinn des Glaubens. Die Jugendlichen vertiefen in ihren gemeinsamen Treffen die Hauptinhalte des Glaubens, liturgische Formen und Gemeinschaftserlebnisse. In Projekten lernen sie kirchliches Leben in unseren Gemeinden kennen.

In den letzten Wochen haben wir uns intensiv mit der Gotteskritik und der Religionskritik beschäftigt. Zweifel und Anfechtung des Glaubens gehören dazu und nicht von ungefähr steht die Konfi-Zeit im Heidelberger Norden unter dem Motto „Zeit für deine Fragen“.

In dieser Woche nun haben wir die Konfirmandengruppen in kleine Werbeagenturen verwandelt. Einige Jugendliche haben Werbeplakate gestaltet für Gott und für den Glauben. Sie zeugen von der intensiven und teilweise auch tiefsinnigen Auseinandersetzung mit dem Gottesglauben.

Es ist schön zu sehen, wie religiös sprachfähig unsere Konfi-Gruppen in diesem Jahr sind. Und wer Lust auf mehr hat, der sei schon heute eingeladen zum Gottesdienst, den die unsere über 60 Konfis am 19. April 2025 um 10:30 Uhr in der Friedenskirche gestalten.