Wachsendes Kreuz

„Passionswerkstatt“ in der Friedenskirche

In diesen Passionswochen durchmisst ein riesiges liegendes Holzkreuz fast den gesamten Innenraum der Friedenskirche. Ein wenig wirkt es, als sei es aus dem Himmel in die Kirche gestürzt wie ein Meteorit, sagt Friedenskirchen-Pfarrerin Martina Reister-Ulrichs. Es durchschneidet den Altar, umfängt den Taufstein. „Aber so ist das manchmal mit dem Kreuz. Es stört – auch in unserem Alltag“, so Reister-Ulrichs.

Jeden Tag „wächst“ das Kreuz der Passionswerkstatt in der Friedenskirche. Einzelne, Gruppen und Schulklassen gestalten ihr Bild vom Kreuz.

Das Kreuz gehört zur „Passionswerkstatt“ – einem Angebot für Einzelne und Gruppen in der Passionszeit. Denn: Crux omnia probat! Am Kreuz entscheidet sich alles. Das Geschehen rund ums Kreuz bildet das Fundament des christlichen Glaubens und die christliche Welt ist voller Kreuzdarstellungen. Dagegen ist die Kreuzesgestalt in der Friedenskirche nur verborgen offenbar. Das Verborgene und Geheimnisvolle regt zum Nachdenken, Innehalten und Gestalten an.

Zu Beginn: Das noch leere Holzkreuz durchmisst fast den gesamten Innenraum der Friedenskirche.

In der Passionszeit verwandelt sich die Friedenskirche in ein Atelier. Passanten; Schulklassen, Gemeindegruppen und viele andere gestalten ihr Bild vom Kreuz und platzieren es auf einem entstehenden Kreuzesmosaik. Bis Karfreitag entsteht so eine großes Kreuz, das Taufe, Altar und Kanzel verbindet.

 

Stifte, Scheren, Kleber und zahllose unterschiedliche Materialien laden zum Gestalten ein. Eifrig sind Große und Kleine bei der Sache. Ganz individuell stellen sie ihre Ängste und Hoffnungen dar und legen im Anschluss ihr kleines Kunstwerk auf dem Kreuz ab. Klicken Sie auf die Bilder in unserer Galerie, um sie zu vergrößern:

Werktags werden Schulklassen der Heiligenbergschule und der Tiefburgschule nach einer thematischen Hinführung in der Kirche arbeiten. Nachmittags steht das Atelier unter der östlichen Seitenemporen Gruppen und Passanten zur Verfügung. Informationen zum Kreuz und Inspirationen zur Gestaltungen werden in der Kirche zugänglich sein.

Hier eine Auswahl der inzwischen mehr als 400 Bildtafeln. Klicken Sie auf die Galerie, um sie zu vergrößern:

Und täglich wächst das Kreuz weiter. Gerne können Gruppen auch Termine mit dem Pfarramt vereinbaren, damit ein Mitglied des Vorbereitungsteams eine Einführung gibt.

Anmeldungen über das Pfarramt der Friedensgemeinde.

Voraussichtlich bis zum 23. April wird das Kreuz in der Friedenskirche installiert sein. Danach wird es abgebaut und in kleinere Einheiten umgestaltet. In seiner Originalfassung wird es danach nicht mehr zu sehen sein. Wer es betrachten will, kann dies im Rahmen der Öffnungszeiten der Friedenskirche täglich von 9 bis 18 Uhr tun.

In den kommenden Wochen können Sie hier den weiteren Verlauf der Passionswerkstatt und das Anwachsen des Kreuzesmosaiks verfolgen – mit Bildern und Texten. Folgen Sie unserem Blog.

Luther und seine Mitstreiter

Reformationsgeschichte
in den Fenstern der Friedenskirche

Reformationsgeschichte ist in der Friedenskirche durch ihre Glasmalerei besonders präsent. Im Rahmen einer Veranstaltung des Evangelischen Männervereins am Sonntag, 5. März, wird die ehemalige Kirchenälteste Fr. Dr. Meyer darüber spannende Dinge erläutern.

Das Fenster unter der Südempore zum Beispiel zeigt in der Mitte Martin Luther, links Philipp Melanchthon, rechts Johannes Calvin.

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Das Reformatorenfenster in der Friedenskirche

1518 kam Martin Luther nach Heidelberg zum Generalkonvent seines Ordens. Seine ein Jahr zuvor in Wittenberg veröffentlichten 95 Thesen gegen den Ablass hatten ihn bereits so bekannt gemacht, dass er wegen des großen Zulaufs in einem Raum der Universität öffentlich auftrat: Die so genannte Heidelberger Disputation. Unter den Zuhörern waren mehrere, die später ihrerseits im Sinne Luthers wirkten, so Martin Bucer, Johannes Brenz, Erhard Schnepf und andere.

Philipp Melachthon, geboren in Bretten, studierte schon 13-jährig in Heidelberg und wurde 1518 mit 21 Jahren auf den Lehrstuhl für Griechisch nach Wittenberg berufen. Dort freundete er sich mit Luther an und wurde dessen engster Mitarbeiter, besonders bei der Bibelübersetzung – beherrschte er doch Hebräisch –, aber auch in diplomatischen Angelegenheiten. Luther konnte sich ja – in Bann und Acht seit dem Reichstag zu Worms 1521 – nicht überall außerhalb von Kursachsen bewegen.

Johannes Calvin, 26 Jahre jünger als Luther, dessen Theologie er verarbeitete, in Genf als Reformator wirkend, beeinflusste erst später die kirchlichen Verhältnisse in Deutschland, besonders im Südwesten.

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Das Landgrafenfenster in der Friedenskirche

Weniger Beachtung findet gewöhnlich das Fenster unter der Nordempore der Friedenskirche. Rechts ist Karl Friedrich, erster Großherzog von Baden, zu sehen. Dieser herrschte ab 1803 über ein konfessionell gespaltenes Territorium: Das Gebiet um Freiburg – ehemals „Vorderösterreich“ – war katholisch, die ehemalige Kurpfalz im Norden vorwiegend reformiert, seit sich Kurfürst Friedrich III. (in der Mitte des Fensters) 1563 dem Calvinismus zugewandt hatte. Links ist Markgraf Karl II. von Baden zu sehen, der 1556 in seinem Herrschaftsgebiet eine lutherische Kirchenordnung einführte.

Weite Teile der evangelischen Bevölkerung im Großherzogtum Baden empfanden die konfessionellen Unterschiede zunehmend als nicht mehr relevant. Das kam beim Reformationsjubiläum 1817 zum Ausdruck und führte schließlich 1821 zur Union von Reformierten und Lutheranern in Baden.

Heute, 200 Jahr später, feiern wir das Reformationsjubiläum ökumenisch mit Blick auf das, was Evangelische und Katholiken als Christen verbindet.

Almut Meyer

(Dieser Beitrag erscheint in Kürze auch im Gemeindebrief der Friedensgemeinde. „Reformation heute“ ist dort das Schwerpunktthema. Dann zeigen wir hier auch noch weitere Bilder. Sie bekommen – noch – keinen Gemeindebrief? Wenden Sie sich bitte an das Pfarramt.)

Begeisterung auf der Tanzfläche

Die dritte Tanznacht der Friedensgemeinde

Inzwischen wird es eine Tradition. Am letzten Januar-Samstag tanzt die Friedensgemeinde. Jetzt zum dritten Mal. Und viele Freunde und Gäste tanzten mit.

Das Gemeindehaus an der Friedenskirche – kaum wiederzuerkennen. Die Schüler der Technik-AG des Elisabeth-von-Thadden-Gymnasiums hatten den großen Saal und das Foyer in bunte Farben getaucht, eine Disco-Kugel installiert und auch für satten Sound gesorgt. Hilfreiche Geister hatten ein wunderbares Buffet geschaffen und Tische geschmückt. Jugendliche Teamer versorgten die Tanzenden mit Getränken.

DJ-Pfarrer Vincenzo Petracca, im Hauptberuf Pfarrer der Heidelberger City-Kirche, legte auf. Und schon füllte sich die Tanzfläche. Eine bunte Schar Tanzlustiger. Ganz junge und auch Alte. Paare, die gekonnt ihre Figuren drehten. Einzelne Männer und Frauen, die sich mit geschlossenen Augen den Rhythmen hingaben. Gruppen, die mit großer Ausdauer auf der Tanzfläche blieben und die sich Mineralwasser und Gläser einfach in ihre Mitte gestellt hatten. Große Hits zum Mitsingen und Mitjubeln waren dabei. Rumba, Cha Cha Cha und Samba ebenso. Zwischendurch fröhliches Wiedersehen und angeregte Gespräche im Foyer bei Bier, Wein, Käse und Baguette.

„Gibt es das regelmäßig?“ war eine der häufig gestellten Fragen. Manche waren zum ersten Mal dabei und haben so die Friedensgemeinde auf eine sehr besondere Weise kennen gelernt. Ja, die Tanznacht soll es weiter regelmäßig geben. Es lohnt sich, den letzten Samstag in Januar frei zu halten. Und mit der Friedensgemeinde zu tanzen.

Eindrücke von der Tanznacht: Zum Vergrößern klicken (Fotos: Ulrike Horch)

Jedes Ding hat seine Zeit….

…..und für die Fällung der beiden Pappeln am Haupteingang der Friedenskirche in Handschuhsheim war die Zeit nubaumscheiben am 6. Februar unwiederbringlich gekommen. Eine Expertise im Auftrag der Stadt Heidelberg ergab bereits im Vorfeld, dass die Bäume Kernschäden aufwiesen und somit die Standsicherheit gefährdet war.

Nach der letzten Sanierung im Jahr 2011 entschied sich der Ältestenkreis der Friedensgemeinde nun für eine Fällung und Neubepflanzung. Eine unumgängliche Entscheidung, wie sich im Lauportalfe der Arbeiten erwies. Die Kernschäden waren bereits sehr weit fortgeschritten (siehe Foto).

Derzeit ist das prächtige Portal der Friedenskirche im Urzustand zu bewundern, was auch seine Reize haben mag.

Für „Nachwuchs“ an gleicher Stelle ist jedoch bereits gesorgt: Im Frühjahr, genauer gesagt im März oder im April werden am Portal unserer Kirche zwei junge Säulen-Amberbäume eingepflanzt werden. Diese Bäume können, bei schlankem Wuchs, eine Höhe von 40-50 Metern erreichen und gelten dabei als wesentlich widerstandsfähiger als die bisherigen Pappeln.

Wenn Eltern altern

Das Altern und die Herausforderungen für die jüngere Generation

Im Februar laden wir Sie zu einer Reihe von Vorträgen und Diskussionen ein:

Mittwoch, 1. Februar 201719.00 Uhr
Gemeindehaus an der Friedenskirche
Thema: Pflegebedürftigkeit
Die Pflegeversicherung definiert, was Pflegebedürftigkeit bedeutet und ordnet den Grad der Pflegebedürftigkeit nach verschiedenen Stufen. Aber was bedeutet Pflegebedürftigkeit für die Betroffenen und für deren Angehörige und betreuende Personen? Welche Anforderungen werden gestellt, welche Hilfen sind möglich und notwendig? Und vor welche besonderen Herausforderungen sehen sich sorgende Angehörige von dementiell erkrankten Personen gestellt?
Referentin:
Prof. Dr. Sabine Bartholomeyczik, Department für Pflegewissenschaft, Universität Witten/Herdecke

Mittwoch, 8. Februar 2017
19.00 Uhr, Gemeindehaus an der Friedenskirche
Thema: Wenn Eltern alt werden
Jahrzehnte waren die Eltern für die Kinder da und haben sich für sie eingesetzt. Doch bei fortschreitendem Alter werden sie gebrechlicher und eventuell hilfebedürftig. Es kommt ein Prozess in Gang. Die Verantwortung kann von den Eltern auf die Kinder übergehen. Gegebenenfalls kommt es zu einem Rollentausch.Wie geht man als verantwortungsbewusster Angehöriger zum Wohl der Eltern mit ihnen um? Wie reagieren Kinder richtig, wenn sie die Situation anders einschätzen als ihre Eltern?
Referent:
Diakon Matthias Dürr, Leiter des Altenpflegeheims Haus Philippus

Mittwoch, 15. Februar 2017
19.00 Uhr, Gemeindehaus an der Friedenskirche
Thema: Sterben müssen. Sterben dürfen.
Medizinethische Entscheidungen am Lebensende

Daughter Pushing Senior Mother In WheelchairBeatmung, Dialyse, PEG-Sonde…
Die moderne Medizin kennt erstaunliche Möglichkeiten, den Ausfall lebenswichtiger Funktionen des menschlichen Körpers zu ersetzen. Immer wieder wird Menschen dadurch kostbare Lebenszeit geschenkt. Aber wann verlieren diese Maßnahmen ihren Sinn? Wann verlängern sie nur das Leiden eines Menschen?
An diesem Abend werden Situationen besprochen, in denen medizinethische Entscheidungen getroffen werden müssen. Sie erfahren, auf welche Weise Sie sich und Ihre Angehörigen darauf vorbereiten können.
Referentin:
Pfarrerin Dr. Christiane Bindseil, Klinikseelsorgerin am Krankenhaus Salem

Veranstaltet wird die Vortragsreihe von der Friedensgemeinde und vom Diakonieverein. Unterstützt wird sie vom Projekt „An Körper und Geist gut betreut“.