Am ersten Adventssonntag (1. Dezember) wählt die Friedensgemeinde einen neuen Ältestenkreis. Dieses Leitungsgremium der Gemeinde besteht aus 16 gewählten Gemeindegliedern sowie Pfarrerin und Pfarrer.
Der Ältestenkreis der Gemeinde ist verantwortlich für die Organisation und Gestaltung des kirchlichen Lebens sowie für die Verwaltung des Budgets der Gemeinde.
Dazu suchen wir Kandidatinnen
und Kandidaten, die Lust und Freude am gemeinsamen Gestalten und
Organisieren haben, die miteinander darüber nachdenken, wie das
reichhaltige Gemeindeleben abwechslungsreich, einladend und lebendig
bleibt.
Sind
Sie interessiert? Wenn Sie sich näher informieren wollen, was zu den
Aufgaben des Ältestenkreises gehört und was es bedeutet, Älteste oder
Ältester zu sein, dann sind Sie herzlich eingeladen zu einem
Informationsabend an diesem Donnerstag, 19. September um 19:30 Uhr im Gemeindehaus an der Friedenskirche.
Und wenn Sie jemanden für die Wahl vorschlagen möchten: Wahlvorschläge können von allen Gemeindegliedern bis zum 28. September 2019 im Pfarramt eingereicht werden. Die Formulare hierzu liegen in der Kirche aus oder können hier heruntergeladen werden.
Eine Glocke der Friedenskirche. Ab heute schweigt sie
Die Glocken schweigen. Zum letzten Mal läuten Sie heute Abend um 19.00 Uhr den Gottesdienst zum Gründonnerstag ein. Wir treffen uns zu einem gemeinsamen Abendessen in der Kirche. Wo sonst Menschen in Stuhlreihen das gottesdienstliche Geschehen verfolgen, sind lange Tische festlich gedeckt. Käse und Oliven, Trauben und Datteln, Brot, Wasser und Wein. So soll es sein. Wie an dem Abend, an dem Jesus verraten wurde.
Ein denkwürdiger Abend. Die Passionsgeschichte beginnt. Jesus nimmt Abschied. Und er schenkt seinen Jüngern eine neue Form seiner Gegenwart. Bis zum heutigen Tag versuchen wir, ihrem Geheimnis auf die Spur zu kommen und die Worte und Gesten jenes Abends zu begreifen: Dieses Brot, es ist mein Leib. Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut. Tut dies zu meinem Gedächtnis. Die Geschichte des Abendmahls beginnt. Auch wir feiern das Abendmahl zur Erinnerung an diesen Abend.
Die Glocken schweigen, wenn wir auseinandergehen. Eine lange Nacht beginnt. Während wir schlafen wie die Jünger am Ölberg, wird Jesus verraten, verhaftet, verleugnet. Verspottet, gefoltert und zum Tode verurteilt. Wenn wir am Karfreitag um 10.00 Uhr wieder in der Kirche zusammen kommen, gedenken wir der Todesstunde, in der Jesus am Kreuz hängt und stirbt. Eines der eindrücklichsten Passionsbilder wird uns vor Augen führen, was da geschehen ist: Das Altarbild des Isenheimer Altars von Lucas Cranach. Wir setzen uns dem aus. Wir schauen genau hin. Und wir feiern im Abendmahl das Unbegreifliche, dass Christus für uns gestorben ist.
Nach dem Gründonnerstags-Gottesdienst schweigen die Glocken über Handschuhsheim
Die Glocken
schweigen noch immer. Sie schweigen den ganzen Tag und die ganze Nacht und noch
einmal einen ganzen Tag und eine ganze Nacht. Jesus wird begraben. Die Jünger
sind geflohen und in alle Winde zerstreut. Die Frauen seines Lebens weinen. Die
ganze Welt hält den Atem an. Hinab gestiegen in das Reich des Todes. So sagen
wir im Glaubensbekenntnis.
Dann kommt der Ostermorgen. Vor Sonnenaufgang müssen Sie sich aufmachen, wenn Sie mit uns dem Wunder begegnen wollen. Vor der Kirche brennt schon das Osterfeuer. Die Kirche selbst liegt im Dunkeln. Noch schweigen die Glocken. Um 5.30 Uhr betreten Frauen den Raum. Sie kommen von weit. Sie kommen von dort, wo ein Engel ihnen Unglaubliches verkündet hat. Die brennende Osterkerze lässt ahnen, was geschehen ist, was geschehen wird: Christus, das Licht! ruft eine Stimme. Gelobt sei Gott! antwortet die Gemeinde. Drei Mal, weil einmal gewiss nicht genügt, um es zu begreifen. Das Licht breitet sich aus, vertreibt die Dunkelheit, Sie halten es selbst in Händen. Christus, das Licht. Wir hören die Lesungen vom Licht am Schöpfungsmorgen, vom Auszug des Volkes Israel aus der Sklaverei, von Gottes belebendem Geist auf den Totenäckern der Welt. Sie bereiten den Boden für das, was kommt. Für den, der kommt.
Die fünf Glocken der Friedenskirche
Dann setzen
die Glocken ein. Eine nach der andern, volles Geläut. Sie läuten die
Auferstehung ein, den Sieg des Lebens über den Tod, sie tragen die Botschaft in
alle Welt hinaus: Christ ist erstanden von der Marter alle. Des solln wir alle
froh sein, Christ will unser Trost sein. Halleluja!
Und dann läuten sie wieder. Die Gebetsglocke, wenn das Vater unser gebetet wird. Die Segensglocke, wenn Menschen gesegnet werden. Die Totenglocke, wenn Menschen begraben werden. Die Mittagsglocke, wenn der Tag seiner Höhe nah ist und zum Frieden mahnt. Die Abendglocke, wenn der Tag sich neigt und die Lasten leichter werden. Und alle Glocken, wenn wir Gottesdienst feiern, jeden Sonntag um zehn, jeden Sonntag aufs Neue, jeden Sonntag ein kleines Osterfest, jeden Sonntag Auferstehung.
Hörst du
nicht die Glocken? Hör sie nach Ostern ganz neu. Hör, wovon Sie künden. Hör,
woran sie Dich erinnern und wozu sie Dich rufen. Der Herr ist auferstanden. Er
ist wahrhaftig auferstanden!
Die Gemeinde-Rikscha bewegt – und braucht Ihre Stimme!
Die Gemeinde-Rikscha startet in ihren ersten Frühling! Sommer, Herbst und Winter liegen schon hinter uns. Wir trotzten Regen und Kälte, beugten uns zeitweilig der Hitze, waren aber mit unseren Fahrten stets auf der Sonnenseite, so positiv sind die Erinnerungen. In jeder Hinsicht ist die Gemeinde-Rikscha eine Bereicherung – und zwar für Fahrer und Passagiere.
Jetzt bewirbt sich die Friedensgemeinde um den Preis „Gemeinde 2019“ der evangelischen Monatszeitschrift chrismon. Dort werden innovative Gemeindeprojekte aus ganz Deutschland vorgestellt. Neben einer Jury entscheidet vor allem das Publikum, welches Projekt den Preis erhält.
Deshalb: Stimmen Sie ab für die Friedensgemeinde! Unterstützen Sie unser Rikscha-Projekt!Hier geht’s direkt zur Abstimmung
Wir Fahrer hören Geschichten über
Handschuhsheim, Heidelberg und die Welt. Wir dürfen Orte mit anderen Augen
sehen: „Ah, die Wasserschachtel, da habe ich Schwimmen gelernt.“ Gemeint ist
die Neckar-Ausbuchtung nördlich der Theodor-Heuss-Brücke zu Beginn der
Neckarwiese. Oder: „Na, das ist ja das Neubauviertel…“ Gemeint ist die Bebauung
Burgstraße nördlich ab Biethsstraße. Dem Fahrer, der 50 Jahre jünger als sein
Passagier ist, erschließt sich plötzlich eine ganz andere Welt, Stadtgeschichte
in ihrer schönsten Form!
Vor allem die Spazierfahrten
standen im Vordergrund. Regelmäßig donnerstags waren Bewohner des St.Hedwigs-Hauses
unterwegs und freitags die aus dem Haus Philippus. Sie besuchten das Feld, den
Neckar. Schauten, wie sich Handschuhsheim verändert hat. Genossen den Graham
Park oder wollten auch mal eine Rundfahrt durch die neue Bahnstadt. Oft ließen
sie sich einfach bei netten Gesprächen den Wind um die Nase wehen. Auch die
kurzen Transportfahrten zum Friseur, zur Bank, zum Arzt oder zur Physiotherapie
fanden stets gut gelaunt und heiter statt. Hochzeitspaare ließen sich mit der
Rikscha kutschieren, Geburtstags- oder
Überraschungsfahrten wurden angefragt.
Ein eindrückliches Erlebnis waren
die Touren für die Hospizgruppe im St. Hedwig-Haus. Den Bewohnern zu
ermöglichen, noch einmal raus zu kommen, Zeit für innige Gespräche zu haben,
den Schatten im Botanischen Garten zu genießen, im Grünen zu sein, Abschied zu
nehmen und dabei vielleicht auch Frieden zu schließen.
Und immer wieder wurde deutlich,
wie flexibel man mit der Gemeinde-Rikscha ist. Diese Nähe zum Geschehen war es
dann häufig auch, was die Menschen im doppelten Wortsinn bewegte. Kein Auto
fährt durch den Botanischen Garten oder hält mal eben am Wegesrand um das
Schauen zu ermöglichen. Kein Taxi fährt so dicht vor die Tür. Unsere Rikscha
hat den Vorteil, dass sie den Status „Fahrrad“ hat und daher auch überall dort,
wo es breit genug ist, fahren darf.
Dienstags profitieren die
Teilnehmer des Spiel- und Seniorenkreises von der Rikscha und lassen sich bei
einem netten Pläuschchen nach Hause bringen. Spontanfahrten waren noch nicht so
häufig, aber da unser Fahrerteam mittlerweile auf 7 Personen angewachsen ist,
bringt auch hier der Frühling sicher Neues.
Auf jeden Fall können alle Spender gewiss sein, dass sie sehr viel Freude und Dankbarkeit schenken. In diesem Sinne treten wir auch weiterhin mit viel Freude in die Pedale!
Die Fastenaktion der Evangelischen Kirche empfiehlt in diesem Jahr „Sieben Wochen ohne Lügen“. Mal ehrlich: Worauf könnte ich in den Wochen der Passionszeit verzichten? Ein ketzerischer Gedanke schießt mir durch den Kopf: Sieben Wochen ohne Predigen. Das wär mal was. Sieben Wochen lang keinen einzigen Gottesdienst vorbereiten müssen. Sieben Wochen unter fremden Kanzeln sitzen dürfen. Auf andere hören können. Nichts sagen, nichts auslegen, nichts verkündigen müssen. Keine Worte, keine Erklärungen für andere finden. Nur hören. Schweigen und hören. Des Herzens Ohren öffnen und lauschen. Weil der Glaube aus dem Hören kommt. Und weil ich viele Wochen lang viel zu wenig höre.
Und tatsächlich habe ich an einem Sonntag frei. Übers Wochenende bin ich in einer anderen Stadt, in einer benachbarten Landeskirche. Sonntags besuche ich den Gottesdienst in der romanischen Dorfkirche. Niemand kennt mich und ich kenne niemand. Das macht frei zum Hören. Lieder. Gebete. Ein Chor. Die Schriftlesung aus dem Lukasevangelium: Jesus sagt zu Petrus, dass er ihn verleugnen wird. Davon will Petrus nichts wissen. Widerspricht: Ich geh mit dir, wohin du willst. Auch bis ans Ende dieser Welt. Ins Gefängnis. In den Tod. Jesus ist ganz klar: Ach, Petrus! Du und deine Bekenntnisse. Keine Ewigkeit, kein halbes Leben, keine sieben Wochen, nicht einmal ein paar Tage wird es dauern, dann werden dich diese Sätze Lügen strafen. Und es kommt, wie es kommen muss. Es ist nicht der große Verrat. Es passiert eher beiläufig. Jesus? Nie gehört. Den kenne ich nicht. Es rutscht ihm einfach so heraus. Reiner Selbsterhaltungstrieb. Das würde doch jeder so machen. Und wüsste Gott selbst auf seiner Seite.
Jesus weiß es besser: Ich habe für dich gebeten, dass dein Glaube nicht aufhöre. Dass dein Glaube nicht aufhöre, auch wenn Du kurz darauf schon bitterlich weinen wirst, weil Du denkst, nun ist alles vorbei. So wie am Aschermittwoch, wenn die Schwüre von Treue alle brechen entzwei. Ich bete für dich, dass dein Glaube nicht aufhöre, an den eigenen Enttäuschungen nicht stirbt. In der Verzweiflung über das eigene Versagen nicht untergeht. Mit den Lügengebäuden nicht zusammenbricht. Und Jesus betet für uns, dass unser Glaube nicht aufhöre, wenn unsere Gläubigkeit am Ende ist. Diesen letzten Gedanken schenkt mir der unbekannte Pfarrer in seiner Predigt. Ein kostbarer Gedanke. Ich werde ihn mitnehmen in diese Passionszeit. Er soll mich begleiten. Der feine, der gewaltige Unterschied zwischen Glaube und Gläubigkeit.
Und vielleicht, muss ich auf dem Heimweg vom Gottesdienst in der fremden Stadt denken, vielleicht sind dafür die kommenden sieben Wochen gut: Dass die Gläubigkeit von mir abfällt, die ich mir angefuttert habe und die sich hie und da wie eine Speckschicht um meinen Glauben gelegt hat. Ich will ihr keine Nahrung geben. Ich will auf alles verzichten, was diese Gläubigkeit füttert. Sie soll weniger werden. Sie soll abnehmen. Sie soll verschwinden. Und unter ihren Fettschichten soll der Glaube zum Vorschein kommen. Ein Glaube, der nicht aufhört, weil Jesus ihn hält.
Weihnachten und der Jahreswechsel in der Friedensgemeinde
„Meine Seele erhebt den Herrn…“
Mit zahlreichen Gottesdiensten feiern wir das Weihnachtsfest und laden Sie ein, mit uns zu feiern. In vielen Gottesdiensten setzen wir einen besonderen musikalischen Akzent:
Krippe im Altar der Friedenskirche
Heiligabend, 24. Dezember
15:30 Uhr: Der Friede-Fürst kommt! Gottesdienst mit Krippenspiel Ein Gottesdienst besonders für Familien mit kleinen Kindern. Großer Kinderchor der Friedensgemeinde Posaunenchor der Friedensgemeinde Regie: Janne Pollack, Johanna Garleff Leitung: KMD Michael Braatz-Tempel, Pfarrer Dr. Gunnar Garlef
17:30 Uhr: Christvesper Der musikalische Familiengottesdienst Ausführende: Kleiner Kinderchor und Kurrende der Friedensgemeinde Kantorei der Friedengemeinde Schola Predigt und Liturgie: Pfarrerin Martina Reister-Ulrichs
23:30 Uhr: Christmette Ein stiller Gottesdienst im Kerzenlicht zur Nacht Musik: Schola Liturgie: KMD Michael Braatz-Tempel, Predigt: Pfarrerin i.P. Dr. Saskia Lerdon
Erster Weihnachtstag, 25. Dezember
17:30 Uhr: Singegottesdienst mit alten und neuen Weihnachtsliedern Gemeinsam die schönen Weihnachtslieder singen, das gehört zu Weihnachten einfach dazu. Darum feiern wir einen Gottesdienst mit den großen bekannten Weihnachtsliedern von „Es ist ein Ros entsprungen“ bis „Ihr Kinderlein kommet“, von „Herbei o ihr Gläubigen“ bis „Ich steh an deiner Krippen hier“, garniert mit meditativen Texten und festlicher Musik. Musikalische Gestaltung: Familie Leitz (Streichquartett), KMD Michael Braatz-Tempel Texte: Annalena, Johanna und Amelie Garleff Liturgie: Pfarrer Dr. Gunnar Garleff
Zweiter Weihnachtstag, 26. Dezember
10:00 Uhr: Festgottesdienst mit Abendmahl Musik: Kirchenchor der Friedensgemeinde Liturgie und Predigt: Pfarrerin Martina Reister-Ulrichs
Sonntag nach dem Christfest, 30. Dezember
10:00 Uhr: Predigtgottesdienst Predigt: Pfarrerin Martina Reister-Ulrichs
Altjahrsabend (Silvester), 31. Dezember
18:00 Uhr: Augen auf gen Himmel … Jahresschlussgottesdienst mit Abendmahl Musik: Kantorei der Friedensgemeinde Predigt: Pfarrer Dr. Gunnar Garleff
Neujahr, 1. Januar
18 Uhr: Such den Frieden und jage ihm nach Neujahrsgottesdienst zur Jahreslosung Predigt: Pfarrer Dr. Gunnar Garleff
Epiphanias, 6. Januar
11 Uhr: Ökumenischer Sternsingergottesdienst in St. Vitus Liturgie: Pastoralreferent Carsten Groß Predigt: Pfarrerin Martina Reister-Ulrichs