Mehr Schatten im Garten der Friedenskirche

Drei junge Bäume bereichern seit einigen Wochen den Garten rund um die Friedenskirche. Jetzt gab es einen Fototermin mit allen Verantwortlichen.

Im Rahmen des Hitzeaktionsplanes ist das Umweltamt Heidelberg im Austausch mit verschiedenen städtischen Akteuren. Dazu zählen auch kirchliche Einrichtungen. Es geht um verschiedene Maßnahmen zum Schutz vor Hitze. Unter anderen werden auch Kirchenräume als kühle Orte ausgewiesen. Und es geht um mehr Grün und mehr Schatten. Dafür stellt das Umweltamt für interessierte Pfarrgemeinden und Einrichtungen in kirchlicher Trägerschaft einzelne Bäume zur Verfügung.

So wurden im Frühling 2023 drei Bäume im Kirchgarten der evangelischen Friedensgemeinde in Handschuhsheim gepflanzt. Dort wachsen und gedeihen nun eine neue Linde sowie ein Eisenholz- und ein Blasenbaum. Sie sorgen auf der Fläche vor dem Chorsaal und beim Gemeindehaus für zusätzlichen Schatten und bieten Nahrung für Insekten.

„Mit großer Freude hat die Friedensgemeinde Handschuhsheim die Pflanzung der drei neuen Bäume im Garten rund um die Friedenskirche begleitet“, berichtet Pfarrer Gunnar Garleff. Neben ihrer ökologischen Funktion steigern sie die Aufenthaltsqualität im Außengelände der Gemeinde, die durch weitere Maßnahmen weiterentwickelt werden sollen. „Derzeit starten wir Überlegungen zur Entsiegelung des Bodens ebenso wie zur Installation weiterer Sitzgelegenheiten“, berichtet Garleff.

Über weitere Obstbäume freut sich außerdem das Team der Stadtmission Heidelberg. Schon bald sollen im Garten des Wichernheimes die im Moment noch kleinen Pflanzen für die Bienen Nektar und für die Mitarbeitenden und Besucher frisches Obst liefern. Bereits im vergangenen Herbst wurden gleich mehrere Obstbäume im Kirchgarten der Rohrbacher Melanchthongemeinde sowie auf dem Gelände der KiTa der Wieblinger Kreuzgemeinde gepflanzt. Das Umweltamt der Stadt Heidelberg hat die Obstbäume gespendet und die Empfänger übernehmen die Pflege der Bäume. Diese Aktion soll in diesem Herbst weitergeführt werden.

„Wir sind der Stadt Heidelberg sehr dankbar für diese wunderbare Aktion und freuen uns, dass wir mit unseren Grünflächen in den Stadtteilen einen Beitrag dazu leisten können, den Klimaschutz und den Erhalt der Artenvielfalt durch die Pflanzung neuer Bäume zu unterstützen“, unterstreicht Dekan Christof Ellsiepen diese wichtigen Aufgaben, die nur von allen Akteuren der Stadtgesellschaft gemeinsam zu stemmen sind.

Zum Foto stellten sich von der Friedensgemeinde Pfr. Gunnar Garleff sowie Irmgard Behler und Hartmut Müller-Falkenhahn, die sich verantwortlich um den Kirchengarten kümmern, dazu Sabine Lachenicht und Joachim Fallmann vom Umweltamt der Stadt Heidelberg.

Biodiversitätsstrategie

Neben Anpassung gegenüber Hitze tragen die Baumpflanzaktionen zur Erhöhung der Biodiversität bei und fördern den Anteil von städtischem Grün. Obstbäume sind eine wichtige Nahrungsquelle für Insekten. Die Stadt möchte mit den Bäumen die Artenvielfalt und das Stadtklima fördern. Außerdem kann so zusätzlicher Lebensraum für Insekten und Vögel entstehen. Viele Insektenarten profitieren vom Blütenreichtum der Obstbäume und viele Vogelarten nutzen in einigen Jahren die Bäume, um dort zu brüten. Die Stadt Heidelberg setzt sich seit Jahren für den Erhalt der biologischen Vielfalt ein. Seit dem Frühjahr 2021 hat die Stadtverwaltung eine eigene Biodiversitätsstrategie zum Erhalt und zur Förderung der biologischen Vielfalt im Stadtgebiet.


Motor defekt – Orgel muss schweigen

Nach 63 Jahren ist in der vergangenen Woche der Motor der Orgel in der Friedenskirche kaputt gegangen. Für die Reparatur gibt es mehrere Optionen.

Unser Kantor, KMD Michael Braatz-Tempel schreibt dazu:

Seit Dienstag geht nichts mehr. Weder Elektriker noch Orgelbauer konnten etwas ausrichten.

Nach einem langen Gespräch mit dem Orgelbauer haben wir folgendes Vorgehen vereinbart:

Mitte August wird provisorisch ein „Schnellläufer“ eingebaut. Das ist ein kleinerer Motor, der vor das jetzige alte Gebläse gesetzt würde. Wollten wir den alten Motor entfernen, so müsste im Prinzip die komplette Orgel ausgebaut werden.

Sollte sich die Funktion des Schnellläufers auch bei unserem großen Instrument bewähren (durchaus nicht sicher), so würde danach dann ein neuer Schnellläufer bestellt, gekauft und eingebaut (Lieferzeit etwa 3 Monate). Er kostet etwa 3.000 Euro plus (viel) Arbeitszeit. 

Also: Die nächsten Wochen werden eine kirchenmusikalische Dürrezeit. Zum Glück haben wir den Flügel in der Kirche. Die Orgel wird auf jeden Fall bis Mitte August schweigen und dann auch nur mit Fragezeichen zu gebrauchen sein.

Zur Unterstützung der Reparaturarbeiten und der kammermusikalischen Gestaltung der Gottesdienst in der Friedenskirche laden wir zum Spenden auf das Konto der Friedensgemeinde Heidelberg-Handschuhsheim ein:

Kto.:  IBAN DE90 6725 0020 0000 5004 61      Stichwort: Orgelmotor  

Kto.:  IBAN DE90 6725 0020 0000 5004 61      Stichwort: Kammermusik im Gottesdienst 

Jetzt ist die Zeit! Jetzt ist Konfi-Zeit!

Anfang Juli konnte die Friedensgemeinde in einem fröhlichen Gottesdienst 64 neue Konfirmandinnen und Konfirmanden begrüßen.

Was für ein Bild: Am Ende seiner Predigt über die Erzählung von der Berufung der ersten Jünger aus dem Johannesevangelium ruft Pfarrer Garleff 64 Namen auf. Nach und nach füllen die neuen Konfirmandinnen und Konfirmanden von der Orgel her die Stufenanlage der Friedenskirche. Was für ein Bild und was für eine Verheißung! Viele sind gerührt, als alle stehen und bereit sind.

In der Predigt sagte Pfarrer Garleff: „Jetzt seid ihr Konfis – ein wahrer Ehrentitel in der Friedensgemeinde. Jetzt ist wieder Konfi-Zeit!“ . Ihr seid hier. Jetzt ist eure Zeit. Jetzt, ja jetzt, ist die Zeit für Freude und Gemeinschaft. Deine Zeit mit Gott ist jetzt. Und dann singen Konfis und Gemeinde gemeinsam das Lied „Jetzt ist die Zeit“.

Die neue Konfi-Zeit hat am 5. Juli mit den ersten Gruppenstunden begonnen. Die 64 Konfis teilen sich in drei Unterrichtsgruppen am Mittwochnachmittag auf. Jeweils 75 Minuten dauert eine Einheit. Konfi-Zeit ist Frage-Zeit. Im Mittelpunkt der Vorbereitung auf die Konfirmation stehen die Fragen der Konfirmandinnen und Konfirmanden. Und die haben einige, wie bereits in den ersten Stunden deutlich wurde: Was bedeutet Gott? Welche Aufgaben hat die Kirche? Wie kann man die biblische Schöpfungsgeschichte glauben? Zum Konzept der Konfirmandenarbeit in der Friedensgemeinde gehört weniger die Unterweisung in die christliche Tradition als vielmehr die gemeinsame Suche nach Antworten.

Dass aber auch Spiritualität und Musik nicht zu kurz kommen, war beim Konfi-Willkommensfest am ersten Freitag im Juli zu spüren. Eine großer Konfi-Kreis sang mit wachsender Stimmgewalt „Jetzt ist die Zeit!“ – das Lied zum Konfi-Start.

In der Konfi-Zeit erwartet die Jugendlichen ein buntes Programm an Themen, Projekten und Aktionen, darunter neben der obligatorischen Freizeit in Neckarelz ein Fahrradausflug in den Kletterwald, die Teilnahme am Konfi-Cup sowie Aktionstage mit dem Kinder- und Jugendwerk Heidelberg. Das Gemeindeleben der Friedensgemeinde wird in mehreren Projektgruppen erfahrbar, vom Technik-Team über die Mitwirkung bei Familiengottesdiensten, Projekten des Waldtreffs oder im Diakonieprojekt in Kooperation mit der Seniorenarbeit. Die Einbindung in die Gemeinde und der Dialog mit den älteren Generationen ist ein besonderer Akzent der Konfi-Zeit in Handschuhsheim. Dem dienen vor allem die Fragebögen zu den Gottesdiensten, mit den die Konfis künftig wieder beim Kirchenkaffee die älteren Glaubensgeschwister ins Gespräch verwickeln werden.

Am lebendigen Wasser – Tauffest 2023

21 Kinder wurden am vergangenen Sonntag am Neckarufer getauft.
Ein großes Tauffest der Friedensgemeinde zusammen mit den Neuenheimer Gemeinden St. Jakobus und St. Johannes.

Sieben Wochen nach Pfingsten steht im liturgischen Kalender die Feier der Taufe besonders im Mittelpunkt. Schon in einer alten urchristlichen Kirchenordnung, der so genannten Didache, gibt es die Weisung, dass man in fließendem, lebendigem Wasser taufen soll. Deshalb zogen die drei evangelischen Gemeinden im Heidelberger Norden ans Neckarufer und feierten ein großes Tauffest. Für die Tauffamilien, Freundinnen, Freundinnen und Angehörige war es an einem sonnigen Sonntagmorgen im Schatten eines großen Baumes ein fröhliches, ungezwungenes Zusammensein.

Pfarrerin Wagner und Pfarrer Garleff aus der Friedensgemeinde zusammen mit Pfarrer Holzmann aus der Johannesgemeinde und Lehrvikarin Scheib aus der Christus-Luther-Markusgemeinde tauften an verschiedenen Stationen jeweils im kleinen Kreis der Tauffamilie, unterstützt von Konfirmandinnen und Konfirmanden.

Die Taufe mit Wasser ist eine Taufe hinein in das Leben mit Gott. Mit der Taufe ist die Verheißung des ewigen Lebens als Kind Gottes verbunden.

Die biblische Lesung der Erzählung von dem großen Fischzug der Jünger Jesu wurde anschaulich vor Augen geführt von den Artisten des Zirkus Prisma. Die Jungen und Mädchen sorgten auch im weiteren Verlauf des Tauffestes für spannende Szenen.

Und was wäre ein solches Tauffest ohne Musik – Johannesgemeinden-Kantor Lukas Henke sorgte am Klavier für den guten Ton.

Schnitzen, sägen, Stockkampf üben

Seit zehn Jahren gibt es den Waldtreff in Handschuhsheim. Dieser Geburtstag musste natürlich gefeiert werden. Mit einem gelungenen Sommerfest in der Tiefburg. Und mit prominenten Gästen.

Das Jubiläumsfest stand unter dem Motto „Wir bringen Wald und Feld in den Stadtteil hinein“. Die beiden Mitarbeiterinnen des Treffs führten als „Gartenfee“ und „Waldschrat“ locker in das Motto ein. Mit den Worten „Heute ist Geburtstagsfeier für zehn Jahre Abenteuer“ überbrachten die Kinder dem Waldtreff mit einem Rap ihre Glückwünsche. „Schnitzen, sägen, Stockkampf üben“ seien lauter Dinge, die „wir Waldkinder lieben“, so ging es weiter. 

Oberbürgermeister Dr. Eckart Würzner und der Dekan der Evangelischen Kirche Heidelberg, Dr. Christoph Ellsiepen, ließen sich die Gelegenheit nicht entgehen und plauderten in lockerer Runde mit den Kindern. OB Würzner lobte den Waldtreff als Ort, in dem Natur erlebbar wird, für den die Stadt Heidelberg gern jährlich rund 130.000 Euro zuschieße.

Dekan Ellsiepen betonte, dass im Waldtreff ein Bewusstsein für die Erhaltung der Schöpfung geschaffen wird, lobte die Zusammenarbeit aller beteiligter Ämter mit der Stadtkirche und hob die gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der in Handschuhsheim ansässigen Friedensgemeinde hervor.

Fabienne Thielmann, Leitern des Treffs, merkte an, dass die „Rechnung aufgegangen sei und sich aus dem 2013 gegründeten Projekt mit Schwerpunkt für Ferienangebote im Wald, ein stabiler Stadtteiltreff in Handschuhsheim entwickelt hat“. Sie dankte allen Beteiligten für die Unterstützung und besonders Pfarrer Dr. Gunnar Garleff von der Friedensgemeinde für „Gespräche auf Augenhöhe“. 

Verschiedene Mitmachstände rund um Wald und Feld sowie eine Spielstraße luden danach zum Verweilen ein. Am Gartenstand wurden kräftig Ringelblumensamen und Kapuzinerkresse eingetopft. Mit einem Pflanzenpuzzle konnte man die verschiedenen Stadien einer Pflanze von der Keimung bis zur fertigen Pflanze nachvollziehen oder sich prüfen, ob man die Samen der verschiedenen Nachtschattengewächse Tomate, Paprika und Aubergine auseinanderhalten kann. Am Waldstand testeten die Kinder ihr Wissen bei einem Tierspurenrätsel. Auch wurden dort eifrig aus Holzscheiben Schlüsselanhänger gefeilt und Kühlschrankmagnete gebastelt.  

Ein schönes Familienfest, das bei strahlendem Sonnenschein in der Tiefburg bei angenehmen Temperaturen gut auszuhalten war und zum längeren Verweil einlud. Selbstgemachte Kinderlimo mit Zutaten aus dem Handschuhsheimer Feld, ein reichhaltiges Küchenbuffet sowie syrische Leckereien und Häppchen vom „Tischlein deck Dich“ vervollständigten das Fest  

Hintergrund: „Waldtreff – was und wer dahintersteckt“ 

Der Waldtreff gehört zur offenen Kinder- und Jugendarbeit der evangelischen Kirche in Heidelberg und wird finanziell von der Stadt gefördert. Die Schwerpunkte des Treffs liegen auf den Bereichen Umweltbildung und Erlebnispädagogik. Es gibt Naturferienprogramme, Walderlebnistage, Gartenprojekte, Übernachtungsfreizeiten und offene Spielaktionen für Kinder und Jugendliche im Alter von sechs bis 14 Jahren. Die außerschulischen Lernorte sind der an den Stadtteil angrenzende Wald, zwei Gartengrundstücke im Handschuhsheimer Feld sowie der Grahampark in Handschuhsheim. Geleitet wird der Waldtreff von der Geografin und Waldpädagogin Fabienne Thielmann.  

Der Treff bereichert mit seiner einmaligen thematischen Ausrichtung der offenen Kinder- und Jugendarbeit die Vielfalt der Kinder- und Jugendtreffs in Heidelberg. Durch seine enge Zusammenarbeit mit der Umweltbildungsplattform „Natürlich Heidelberg“ ist er eingebettet in die kommunale Umweltbildungslandschaft Heidelbergs. Der Waldtreff wurde 2020 als offizielles Projekt der UN-Dekade „Biologische Vielfalt“ im Rahmen des Sonderwettbewerbs „Soziale Natur- Natur für alle“ ausgezeichnet.