Vertrauen, Geschick und Freude

Die 63 Jugendlichen des neuen Konfirmandenjahres sind längst angekommen in der Friedensgemeinde und bereichern mit ihrer Fröhlichkeit und Aufgeschlossenheit die Gemeinde.

Am 16. September stand ein erstes Highlight des Konfi-Jahres an. Der Ausflug in den Kletterpark!

Zusammen mit unserem neuen FSJler Constantin Reinhardt, den Teamerinnen Charlotte Butterfaß und Johanna Garleff, dem Vorsitzenden des Ältestenkreis Tobias Just sowie Pfarrer Gunnar Garleff haben Konfirmandinnen und Konfirmanden die Herausforderung der verschiedenen Kletterparcours super bewältigt. Beim Balancieren auf einem Drahtseil in bis zu 12 Meter Höhe war Vertrauen in die Sicherheitsgurte gefragt. Schön zu sehen war dabei, wie rücksichtsvoll und unterstützend sich die Jugendlichen dabei verhielten. Der sonnige Tag mit vielen netten Gesprächen und dem Entdecken alter und neuer Freundschaften war eine gelungene Ergänzung zum Konfi-Unterricht. 

Wen sehen wir?

Einmal im Jahr begibt sich der Ältestenkreis der Friedensgemeinde in eine zweitägige Klausur. Diesmal ging es am 9. und 10. September nach Rastatt.

Mitten in den großen Diskussionen um Transformation und Reduktion nutzten wir die Zeit zum Innehalten und zur Schärfung unseres Blickes: Wen haben wir als Ältestenkreis im Blick? Wen sehen wir als Kirche? Wer begegnet uns in Handschuhsheim und in der Friedenskirche? Und wie können wir die Friedensgemeinde zu einem Ort der Begegnung weiterentwickeln?

Grundfragen der Gemeindeleitung jenseits von einzelnen Entscheidungen.  

Die Tagung war geprägt von vielen Wahrnehmungsübungen und Gesprächen, von einem vertrauensvollen, mal ernsten, mal heiteren Austausch und vor allem von einer tragenden Gemeinschaft. 

“Und haben Sie auch etwas entschieden?”, wurde ich in der Woche danach gefragt.

Große strategische Strukturentscheidungen sind nicht gefallen. Und doch werden zwei Entscheidungen hoffentlich ins Auge fallen.

Zum einen wollen wir als Ältestenkreis für alte und neue Gemeindeglieder und auch für BesucherInnen erkennbarer und ansprechbarer sein. Aus diesem Grund werden die Mitglieder des Ältestenkreis (und wenn gewünscht auch die GruppenleiterInnen) in Zukunft vor und nach dem Gottesdienst mit Namensschildern erkennbar sein.

Zum anderen haben wir uns mit dem Gelände rund um die Friedenskirche beschäftigt. Dieses wollen wir in den kommenden Monaten als Ort der Begegnung und Besinnung aufwerten. Den Anfang machen wir mit mehr Sitzgelegenheiten.

Langohren in der Friedenskirche

Die Friedenskirche bietet Obdach für eine bedrohte Fledermausart.

Für viele Menschen in Heidelberg, speziell in Handschuhsheim, steht die Friedenskirche gut sichtbar als Zeichen für: „Hier bin ich zu Hause“. Touristen besuchen unsere Kirche und sie beherbergt ein vielfältiges Gemeinde- und Konzertleben. Aber auch Turmfalken wissen die exponierte Lage seit Jahren zu schätzen, nisten im Turm und ziehen hier ihre Jungen auf. Und noch eine weitere Tierart nutzt seit einigen Jahren die attraktiven Wohnbedingungen des Kirchturms: das Graue Langohr.

Foto: Stiftung Fledermausschutz, Zürich
http://www.fledermausschutz.ch

Diese Fledermausart gilt in Baden-Württemberg als vom Aussterben bedroht. Umso erfreuter konnten wir bei der jüngsten Zählung am 30. Juni mit Heidelbergs Fledermausexpertin Brigitte Heinz feststellen, dass derzeit 29 erwachsene Große Langohren den Friedenskirchturm bevölkern. „Das ist für eine Wochenstubenkolonie eine sehr stattliche Zahl“, sagt Brigitte Heinz.

Das Graue Langohr zeichnet sich durch seine fast körperlangen Ohren aus, die zum Schlafen eingerollt und im Winter sogar unter die Achseln gezogen werden. Anfang Juli werden die Jungtiere geboren, nachdem die Mütter sich ohne die Väter bereits ab März zu Gruppen zusammengeschlossen haben. Jedes Weibchen bringt nur ein Junges zur Welt und säugt es sechs Wochen lang, bis es Ende August auf „eigenen Füßen stehen“ kann.

Die jungen Fledermäuse werden sehr fürsorglich großgezogen: Veegangenes Jahr war ein Säugling aus der Wochenstube gefallen, der von seiner Mutter abgeholt wurde, indem sie sich über das Tier setzte, so dass es sich festklammern konnte, um dann wieder nach oben gebracht zu werden.
Foto: Friedensgemeinde

Wir sind stolz darauf, dass die Friedenskirche auch auf diese Art zum Natur- und Umweltschutz beiträgt. Und vielleicht finden ja auch Sie an Ihrem Wohn- oder Nebengebäude, Spalten, die den Fledermäusen, Mauerseglern und anderen bedrohten Arten dienen könnten oder sogar schon dienen. Achten Sie doch mal auf Kot oder einfliegende Tiere bei Tag und auch in der Dämmerung.

Viel Vergnügen beim Beobachten!

Weitere Informationen zum Fledermaus-Schutzprojekt des BUND in Heidelberg gibt‘s hier.

Segel gesetzt

23 Jugendliche und sechs Teamer und Teamerinnen sind unter der Leitung von Ella Mennenöh am 31. Juli 2023 Richtung Holland aufgebrochen. In Harlingen am Issejmeer wurde dann der majestätische Dreimaster „Morgana“ geentert. Wenig später wurden die Segel gesetzt.

Auch wenn das Wetter in den ersten Tagen durchwachsen war, gab es doch schon die ersten Sonnenstunden. Wir sind gespannt über die weiteren Berichte der Jugendlichen.

Salz der Gemeinde

Jan Saupe und Luis Vosseler als FSJler in der Friedensgemeinde verabschiedet

In der Friedensgemeinde gibt es jedes Jahr für junge Menschen die Möglichkeit, nach dem Schulabschluss ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) zu absolvieren. Mit Jan Saupe und Luis Vosseler wurden die FSJler 2022/2023 am 30. Juli 2023 verabschiedet. Pfarrerin Therese Wagner und Pfarrer Gunnar Garleff würdigten das Engagement der beiden mit Bezug auf den Predigttext „Ihr seid das Salz der Erde“ (Mt 5,13).

„Kirche und Gemeinde, das ist wie eine große Herdplatte mit vielen Bereichen. Gott ist, wie wir einmal, lieber Luis, im Konfi im Video gesehen haben, nicht nur ein DJ, sondern auch ein hervorragender Koch, denn er hat Euch, lieber Luis und Jan, zu uns in die Gemeinde geschickt. Er hat Euch hineingestreut wie Salz in die verschiedene Bereiche und Töpfe. Durch Euer Dasein und Wirken habt Ihr so oft Ruhe, Struktur und Verlässlichkeit reingebracht.

Da war z. B. der eine Kochtopf Konfi, wo du, lieber Luis, mitgewirkt hast. Ein wichtiger, ausgleichender, mit nach Lösungen – auch bei Konflikten – suchender Partner im Konfi-Team.

Du warst Salz und vielleicht auch ein wichtiger Lichtblick im Alltag von so vielen Menschen, um die Du Dich in Deiner Mitarbeit bei der Nachbarschaftshilfe gekümmert hast. „Das wir Luis haben, ist ein Geschenk“, so haben wir es immer wieder von Sandra Grande und Ingrid Gerstner gehört.

Und Du warst vermutlich der Größte, körperlich und auch als einziges, männliches Gegenüber im Kindergarten der Tischbeinstraße.

Körperlich nicht der Größte und auch nicht der einzige Männliche, aber einer der Beliebtesten bei den Kindern, das warst auch Du, lieber Jan. Sei es im Waldtreff bei den wöchentlichen Gruppen oder der Ferienbetreuung, in den Kinder- und Jugendchören oder in der Kita der Kriegsstraße. „Der Jan kann einfach gut mit Kindern“, so habe ich es oft unter anderem von den Erzieherinnen und Erziehern gehört.

Jeder hat hier in verschiedenen Bereichen mitgemischt.

Aber es gab auch Bereiche, da habt Ihr an einem Strang bzw. eher an einem Kabel gezogen. Wie schnell habt Ihr Euch nach einer Übergabe von Constantin Reinhardt in das Streaming der Gottesdienste eingearbeitet. Dass Sie, liebe Gemeinde, zuhause so oft den Gottesdienst mitverfolgenden konnten, ist besonders in den letzten Monaten Jan und Luis zu verdanken gewesen.

Aber auch hier vor Ort im Pfarrbüro ward Ihr gemeinsam für allerhand und jederfrau, die oder der hier so klingelte und vorbeikam, ein verlässliches Gesicht. Oder wie viele Briefe, die wir in die Gemeinde geschickt haben, wurden von Euch etikettiert, wie viele Excel-Listen, Urkunden von Euch erstellt?!

v.l.n.: KMD Michael Braatz-Tempel, Pfarrerin Therese Wagner, Dr. Sandra Grande-Stebler (Nachbarschaftshilfe), Luis Vosseler, Jan Saupe, Ingrid Gerstner (Nachbarschaftshilfe), Pfarrer Dr. Gunnar Garleff, Ella Mennenöh (Jugendkoordinatorin), Dorothea Spahn-Lanziner (Pfarrbüro), Meta Meyer-Reinhardt (Pfarrbüro)

Und Luis und Jan hatten als Salz in der Gemeinde eine ganz tolle Eigenschaft mitgebracht. Ihr ward stets lösungsorientiert. Und diese Lösung musste auch nicht mordskompliziert und ausgefeilt sein, aber zu mindestens slow, mit einfachen, guten Zutaten. Slow und Soul Food, das habt Ihr uns so oft auf den Tisch bei unseren wöchentlichen Mittagessen gezaubert. Den großen Kochtopfe im Gemeindehaus habt ihr dann immer mit Pasta vollgemacht. Spaghetti mit Tomatensoße, was braucht man mehr für ein „Dolce Vita“ auch hier am Dienstag um 13 Uhr im Gemeindehaus.

Wir danken euch und wünschen euch, dass ihr euch weiter so einbringen könnt an den Orten, zu denen Gott euch führt. Dass ihr weiter Menschen zusammenbringt – durch euren Charme, eure gereifte, innere Größte, eure ansteckende Gelassenheit oder schlicht durch einmal Pasta mit Tomatensoße.

Bilder: Gunnar Garleff