Innehalten ist Luxus. Gedanken zum Buß- und Bettag

Nie war er so wertvoll wie heute – der Buß- und Bettag. Einst ein arbeitsfreier evangelischer Feiertag. Dann kam er unter die Räder von wirtschaftlichen Interessen. Wurde als Tag des gesellschaftlichen Innehaltens und Besinnens geopfert, um die Arbeitgeberanteile der Pflegeversicherung gegenzufinanzieren.

Und jetzt? Jetzt haben wir selber das Gefühl, unter die Räder zu kommen.

Die Krise ist zum Dauerzustand geworden. Und keiner kennt den Fluchtweg. Griechenland am Abgrund, Italien in Gefahr. Der Euro im Taumel. Politiker in hektischer Betriebsamkeit. Untergangspropheten und Schönredner wechseln sich ab im allgegenwärtigen Mediengetöse.

Und wir Nachrichten-Konsumenten, Verbraucher und Bank-Kunden, Arbeits-suchende und Arbeitnehmer und ganz schlicht Zeitgenossen haben längst den Überblick verloren. Und das Vertrauen.

Eine Umfrage brachte es dieser Tage ans Licht: Klägliche 8,3 Prozent aller Deutschen trauen Politikern noch Weisheit und Lösungskompetenz zu. Statt dessen zeichnen die Deutschen ein beunruhigendes Bild ihrer Gesellschaft. 86 Prozent beklagen eine wachsende Gier nach immer mehr. Sie sehen überbordenden Egoismus und Individualismus als „gesellschaftliches Störfeuer“, bemängeln Unfairness und Illoyalität im menschlichen Miteinander, erleben zu viel Eitelkeit und Selbstgefälligkeit in sozialen Beziehungen. Dagegen beseelt zwei Drittel aller Deutschen ein großer Traum: Ein „Gerechtigkeitstest“ für politische Entscheidungen.

So viele Menschen beschleicht der Gedanke: „So kann es einfach nicht weiter gehen!“ Es ist allerhöchste Zeit, inne zu halten! Wer sich aus dem Schuldensumpf befreien will, darf nicht einfach weiter strampeln. Wer sich aus Verstrickungen der Schuld lösen will, darf nicht einfach weiter machen wie bisher.

Die Botschaft des Buß- und Bettages lautet: Der ehrliche Blick auf das eigene Leben tut gut. Und er ist ein wirksames Mittel gegen Resignation.

Denn dieser Blick aufs eigene Leben sieht die Fehler. Er nimmt aber auch die Stärken und Fähigkeiten wahr. Und daraus kann wieder Vertrauen wachsen.

Wer innehalten kann, nimmt sich die Freiheit, selbst zu denken. Nimmt sich die Freiheit, das Leben selbst zu gestalten. Den eigenen Sinn zu finden, ein eigenes Ziel zu setzen, die Freude am Leben zu spüren.

Innehalten und sich besinnen – das ist der große Luxus dieser Tage. Heute ist eine Gelegenheit dazu. Heute ist Buß- und Bettag.

Quelle: Gedanken zum Buß- und Bettag
hr2-kultur: Mikado - Kultur am Morgen
16. Nov. 2011, 7:05 Uhr

Ein Haus der lebendigen Steine

„Die Evangelische Kirche in Deutschland ist ein offenes und missionarisches Haus. Weil sie darauf vertraut, dass Gottes Geist die lebendigen Steine auch gegenwärtig mit neuem Wind bewegt, hat sie den Mut zu Reformen, den Mut umzubauen, hinderliche Mauern und Wände abzureißen und neue Räume zu entwerfen und zu bewohnen. Und sie tut das nicht in blindem Reformeifer zur Selbstprofilierung, sondern gebunden an das Wort der Heiligen Schrift mit einem dankbaren Blick zurück auf wegweisende Erfahrungen der Vergangenheit und mit einem hoffnungsvollen Blick nach vorn auf zukünftige Aufgaben. In dieser Perspektive stellen wir uns heute den Reformerfordernissen“

So sagte es Nikolaus Schneider, der Ratsvorsitzende der EKD, in seinem Bericht vor der in Magdeburg tagenden Synode der EKD 2011. (Hervorhebungen von mir)

Ich finde, das ist ein Satz, der sehr gut Grund und Ziel der Renovierung der Friedenskirche beschreibt und zugleich kritischer Maßstab ist. Was meinen Sie?

Save the Date: Die Kantorei singt am ersten Advent

Die Friedenskirche ist eine Baustelle. Aber die Kirchenmusik an der Friedensgemeinde ist natürlich lebendig und aktiv wie eh und je. Deshalb jetzt vormerken: Das nächste Konzert der Kantorei ist am Sonntag, 27. November 2011, 19 Uhr. Diesmal in der St.-Vitus-Kirche.

Dort feiert die Friedensgemeinde immer wieder große Gottesdienste – wenn das Gemeindehaus zu klein wird. Insofern ist das Konzert auch ein „Dankeschön“ an die Geschwister von St.-Vitus. Und deshalb auch ein „ökumenisches“ Abendkonzert zum Advent:

Johann Sebastian Bach: Kantate BWV 62 „Nun komm der Heiden Heiland“ sowie Joseph Haydn: Missa in Angustiis „Nelsonmesse“.
Mit Heidrun Luchterhandt (Sopran), Jana Krauße (Alt), Jan Heinrich Kuschel (Tenor), Markus Lemke (Bass).
Kantorei der Friedenskirche und Kammerphilharmonie Mannheim.

Leitung: Michael Braatz.

Der Vorverkauf hat begonnen!

Ein anregender Zukunftskongress in Karlsruhe…

Der Zukunftskongress in Karlsruhe ist in seiner zweiten „Arbeitsphase“ mit Podium und verschiedenen Foren.

Am Vormittag gab’s anregende Gedanken von Ellen Überschär, der Generalsekretärin des Deutschen Evangelischen Kirchentags – der wohl größten „Ehrenamtlichen-Bewegung“ in den evangelischen Kirchen. Ehrenamtliche, so sagt sie, machen ernst mit dem „Priestertum aller Gläubigen“. Wer Ehrenamt fördert, nimmt die Mündigkeit aller Christinnen und Christen wahr. Insofern heißt „Priestertum aller Gläubigen“ die Verantwortlichkeit der Getauften für die Kommunikation und Gestaltung des Evangeliums – ohne „geistliche Endkontrolle“. Es geht um (nach D. Bonhoeffer) „beten und tun des Gerechten“; um die Gestaltung der „Kirche für andere“.

Der Ehrenamts-Experte Heinz Janning aus Bremen berichtete von einem Motiv-Wandel bei den Ehrenamtlichen. Im so genannten „neuen Ehrenamt“ steht weniger die altruistische Hilfe als vielmehr ein ausgeprägter Gestaltungswille als Motiv im Vordergrund. Und ein größerer Selbstbezug: Wenn ich mich engagiere, dann tut mir das auch gut. Die gute Botschaft: Die Bereitschaft von Menschen, sich zu engagieren, hat in den vergangenen Jahren nicht nachgelassen – trotz manch gegenteiliger Behauptung. Die Gesellschaft ist keine Gesellschaft von Egoisten. Aber die Organisationen müssen bei der Suche nach Menschen, die sich engagieren, einen Perspektivwechsel vollziehen. Janning: Was benötigen interessierte Menschen, damit sie sich für unsere Anliegen engagieren?

 

Die Friedensgemeinde auf dem Zukunftskongress in Karlsruhe

Am kommenden Samstag (22. Oktober 2011) veranstaltet die Badische Landeskirche in Karlsruhe einen großen Zukunftskongress. „Gemeinsam. Glauben. Gestalten“ heißt das Motto. Es gibt Referate, unter anderem von der Generalsekretärin des Deutschen Evangelischen Kirchentages, Ellen Überschär. Außerdem zahlreiche Podien und Foren. Auf einem Zukunftsmarkt präsentieren sich innovative Ehrenamtsprojekte. (Nähere Infos unter www.zukunftskongress2011.de)

Und die Friedensgemeinde Handschuhsheim ist mit dabei! Wir stellen unsere neue Internetarbeit vor, also diesen Blog, unsere website zur neuen Friedenskirche und unsere facebook-Seite – und damit unser Bemühen, über die Renovierung der Friedenskirche zu informieren sowie zum Mitdiskutieren und zum ehrenamtlichen Engagement einzuladen.

Bewegen – begeistern – beteiligen – verbinden: Das ist unser Motto.

Unter allen Projekten werden drei mit einem „Zukunftspreis“ ausgezeichnet. Ob die Friedensgemeinde sich am Ende zu den glücklichen Preisträgern zählen darf? Drücken Sie uns die Daumen!

Und: Wenn es die Technik vor Ort zuläßt, halten wir Sie hier und bei facebook direkt und live vom Zukunftskongress in Karlsruhe auf dem Laufenden. Also: Am Samstag lohnt sich das Vorbeischauen doppelt!

Wir sehen uns!