Veronika Kurlberg wird neue Pfarrerin im Kooperationsraum Heidelberg-Nord.
An diesem Sonntag (2. März) wird sie um 15 Uhr in der Heiliggeistkirche durch Landesbischöfin Springhart ordiniert. Am Sonntag, 16. März, wird sie sich um 10 Uhr in der Johanneskirche den Gemeinden vorstellen. Herzliche Einladung zu diesen beiden besonderen Gottesdiensten!
Veronika Kurlberg schreibt über sich selbst:
Ich bin im schönen Markgräfler Land, am Dreiländereck, direkt unter den Weinreben aufgewachsen. Jeden Morgen auf dem Weg zur Schule überquerte ich auf dem Fahrrad zweimal die Schweizer Grenze, um das altsprachliche Hebelgymnasium in Lörrach zu besuchen. Als jüngstes von sechs Kindern wuchs ich in einer klassischen Pfarrfamilie auf, sodass der Schritt zum Theologiestudium in Tübingen nur ein kleiner war. Nach meinem Grundstudium zog es mich in die Großstadt, und ich wechselte nach Berlin, bevor ich im Rahmen des Erasmus-Programms nach Kopenhagen ging. Dort habe ich meinen schwedischen Mann kennengelernt, wir heirateten und zogen für mein erstes theologisches Examen nach Heidelberg. Seit fast zehn Jahren leben wir nun hier, zusammen mit unseren drei lebhaften kleinen Jungs.
Während meines Vikariats im Heidelberger Kirchheim erhielt ich bereits spannende Einblicke in diesen Kirchenbezirk. Heidelberg erlebe ich als einen Ort, an dem die Kirche für viele Menschen Heimat ist, die sich engagieren und diese für die Zukunft gemeinsam gestalten wollen. Ein besonderes Erlebnis war für mich die Aktion „Seelsorge-to-go“, bei der ich zusammen mit einer Kollegin freitagabends in der Unteren Straße stand und mit den unterschiedlichsten Menschen über Gott und die Welt sprach.
Nach meinem Vikariat legte ich im Januar mein zweites theologisches Examen ab und sehe nun mit freudiger Erwartung meiner ersten Pfarrstelle entgegen. Ich werde sowohl im Heidelberger Norden zur Unterstützung tätig sein als auch zur Mithilfe im Dekanat.
Ich freue mich auf die Zusammenarbeit im Team mit Menschen in all ihrer bunten Vielfalt. Besonders spannend finde ich die Entwicklung neuer, kreativer Formen von Kirche, aber ich bin auch ein großer Fan von Johann Sebastian Bach und Paul Gerhardts Chorälen.
Wenn Sie mich näher kennenlernen möchten, sprechen Sie mich gerne nach einem Gottesdienst an oder kommen Sie auf eine Tasse Kaffee oder Tee in meinem Büro im Johannesgemeindehaus vorbei.
Seit dem 1. Februar hat die Nachbarschaftshilfe Neuenheim/Handschuhsheim eine neue Leitung.
Barbara Foitzik hat die Aufgabe übernommen. Am 23. Februar wurde sie im Gottesdienst in der Friedenskirche auch offiziell in ihr neues Amt eingeführt. Gemeinsam mit Sandra Grande-Stebler ist sie ab jetzt Ihre Ansprechpartnerin in allen Angelegenheiten, die die Nachbarschaftshilfe in den Stadtteilen Handschuhsheim und Neuenheim betreffen.
Barbara Foitzik schreibt über sich selbst:
Geboren und aufgewachsen bin ich in der romantischen Wein- und Rosenstadt Eltville am Rhein in der Nähe von Wiesbaden.
Mein Studium der Erwachsenbildung und Psychologie hat mich 2001 ins wunderschöne Heidelberg geführt, wo ich mich sofort pudelwohl gefühlt habe. Nachdem ich zunächst in Neuenheim und dann in der Altstadt gelebt habe, wohne ich mittlerweile seit über zehn Jahren mit meinem Mann und unserem Hund in Heidelberg-Bergheim.
In meiner Freizeit trifft man mich häufig entweder beim Sport (Joggen, Schwimmen und Yoga), beim Kaffeetrinken mit Freunden oder beim Hundespaziergang mit meinem Mann an.
Beruflich war ich bisher in der Erwachsenenbildung tätig. Im Hochschulbereich habe ich Studiengänge mitentwickeln dürfen und Studierende beraten. In der Personal- und Führungskräfteentwicklung habe ich Mitarbeiter:innen und Führungskräfte in ihrer Weiterentwicklung begleitet.
Ich habe mich bewusst für die Tätigkeit als Einsatzleitung Nachbarschaftshilfe entschieden, weil ich hier meine Stärken täglich einsetzen kann: Meine Kontaktfreude, um mit unterschiedlichen Menschen ins Gespräch zu kommen. Meine Menschenkenntnis, wenn es darum geht, Klient:innen und passende Helfer:innen zusammenzubringen. Und nicht zuletzt meine Tatkraft und mein Verantwortungsgefühl, die mich zum Machen und Dranbleiben motivieren, auch wenn‘s mal stürmisch wird.
In den Sommerferien 2025 bietet die Friedensgemeinde wieder eine Segelfreizeit für Jugendliche von 12 bis 16 (ggf. 17) Jahren an. Noch sind einige wenige Plätze frei. Jetzt anmelden!
Vom 2. bis 8. August 2025 wird mit der Zuid Holland, einem schnittigen Zweimastklipper, auf der Nordsee und im Ijsselmeer gesegelt. Das Schiff ist 1896 in der gleichnamigen Provinz “Zuid-Holland“ gebaut und ist nach zahlreichen Abenteuern jetzt an der friesischen Küste zu Hause.
Die Kosten für die 7-tägige Freizeit inkl. Schiffsheuer, Bustransfer und Vollverpflegung belaufen sich auf 475 €. Anmeldung hier.
Reiseleitung: Tobias Just und Team Rückfragen (z.B. auch wegen Zuschüssen) an Pfarrer Dr. Gunnar Garleff
Am Samstag, den 18. Januar laden wir alle ins Gemeindehaus zur Tanznacht ein. Paare, Singles, jung und Alt – alle Tanzfreudigen sind herzlich willkommen.
„DJ Pfarrer“ Vincenzo Petracca legt Hits aus den 80er und 90er Jahren auf und erfüllt Musikwünsche.
Einlass ab 20 Uhr. Der Eintritt ist frei. Für kleine Speisen und Getränke ist gesorgt. Zur Deckung unserer Unkosten bitten wir Sie herzlich um eine großzügige Spende.
Für die Bar und die Küche werden noch Helfende gesucht! Wer Lust hat, bei netten Küchen- und Bargesprächen das Fest durch eigene Hilfe unvergesslich zu machen, melde sich hier an.
„Maria – das erste Bild, das ich vor mir sehe, ist das Gipswesen aus der Grotte von Lourdes, niedergeschlagene Augen, der Körper bis zur Unkenntlichkeit verhüllt: Entsexualisierung plus Demut, […] das weibliche Ideal. Sie thront über uns. Sie ist rein, wir sind schmutzig. Wir können sie nie erreichen. […] Aber ist Maria wirklich dieses Gipswesen? Das Mädchen aus Nazareth mit dem unehelichen Sohn, der später als Revolutionär hingerichtet wird? […] Die Tradition hatte ihr die in der Bibel erwähnten übrigen Kinder genommen. Aber die Bedürfnisse und Phantasien der Völker haben ihr diese Kinder wieder zurückgegeben, sie ihr unter den Mantel geschoben. […] Die kleine Madonna, die einst ihr Lied der Befreiung gesungen hat, sie ist nicht aus Gips und Plastik. Sie ist sehr lebendig.“
Mit diesen Worten wendet sich Dorothee Sölle in ihrem Aufsatz „Maria – ein Sympathisantin“ gegen ein Bild der Mutter Jesu, wie es beispielsweise an Pilgerstätten üblich ist. Sie macht auf die Doppeldeutigkeit dieser Darstellungen aufmerksam.
Hinter der demütigen und keuschen Haltung der Maria, die dort zum weiblichen Idol erhoben wird, entlarvt sie eine Herrschaftsstrategie während der Epoche des Bürgertums. Eine Strategie, welche die Frauen zur Selbstunterdrückung aufgefordert habe.
Für sie steht gerade das Magnificat einem solchen Bild der unterwürfen Magd des Herrn entgegen. Da tritt eine hervor aus dem Schatten, aus der Verhüllung. Und singt:
Meine Seele erhebt den Herrn, und mein Geist freuet sich Gottes, meines Heilandes; denn er hat die Niedrigkeit seiner Magd angesehen. Siehe, von nun an werden mich selig preisen alle Kindeskinder.
Da tritt eine hervor und singt ihr Lied. Sie singt allein. Aber eigentlich singt sie nicht allein. Sie singt ihr Lied mit einem Chor an Frauen. Frauen, die das kennen: Getuschel, Kopfschütteln, mitleidige Blicke. Frauen, die das hinter sich haben oder noch vor sich.
Kein Kind, damals, oder ein Kind, aber ohne Mann, damals – eine Schande.
Die Geschichte dieser Pein, dieser Kreuzigung, die die Frauen erlitten haben, ist wieder und wieder mit roten und blauen, wallenden Gewändern verschleiert worden. Unantastbar thronen sie da, die Marias und Elisabeths.
Dabei sehen sie anders aus. „Sie sind sehr lebendig.“
Elisabeth hat einen beigen Pulli vom Secondhandmarkt an. Sie trägt eine billige Dauerwelle und hat eine kleine Wohnung, weil für mehr ihre Rente nicht reicht. Elisabeth und ihr Mann sitzen am Abendbrottisch. Wenige Worte wechseln von einer Seite über den Tisch, der mit Wenigem gedeckt ist. Ihr Tag ist immer gleich und die Woche auch, weil selten mal Besuch kommt. Da ist ein bisschen Gegenwart und viel Vergangenheit.
Und Maria ist eine von den Müttern, die ihren Kinderwagen durch unsere Fußgängerzone schieben. Viel zu eng sind oft die T-Shirts und Leggings, die sie tragen. Zu zweit oder zu dritt gehen sie. Fast nie von einem Mann, geschweige denn Vater begleitet. Sie ist eine von diesen Müttern, die noch Mädchen sind, deren Schwangerschaft wohl eher Befürchtungen als Freude ausgelösen.
Und ich sehe hinter ihnen her und frage mich, ob das wirklich sein musste, und welche Zukunft außer mit Hilfe des Sozialamts sie jetzt eigentlich vor sich haben.
So sind sie mir vor Augen, sehr lebendig: die Marias und Elisabeths – gegenwärtig und zu allen Zeiten. Maria, dieses Mädchen ohne Ansehen singt mit der Kraft all der Frauen, die erfahren haben, dass Gott sie ansieht.
Sie singt mit der alten Stimme Saras und mit den Stimmen der Schwestern Lea und Rahel. Sie singt mit den Worten der gedemütigten Hanna und mit der Hoffnung der Asylsuchenden Ruth auf eine Heimat. Sie singt mit den Stimmen derer, die ohne Ansehen sind. Sie singt für die Elisabeths und Marias unserer Zeit. Und die kennen noch eine andere Demütigung:
Gar nicht mehr gesehen und wahrgenommen zu werden. Die alten Frauen und ihre Männer, die zurechtkommen müssen mit dem, was am Ende ihres Lebens herauskommt – an Rente und mit dem, was für das Leben dann noch übrigbleibt. Den jungen Müttern aus sozial schwierigen Verhältnissen. Und all die anderen Menschen ohne Ansehen, ohne die Möglichkeit und am Ende auch ohne die Motivation, noch ihren Platz in der Gesellschaft zu finden.Gott gibt denen eine Stimme, die sonst keiner mehr hört. Und lässt sie singen gegen alle Regeln der Welt. Denn bei Gott ist nichts unmöglich.
Das ist die Erfahrung von Sara, Lea, Rahel, Hanna und Ruth. Das haben Elisabeth und Maria am eigenen Leib erfahren. Und durch sie kommt diese Geschichte Gottes mit seinen Menschen auch zu uns, durch Jesus, geboren von einem jungen Mädchen am Rand der damals bekannten Welt.
So entfaltet sich die Verheißung Gottes für all die Menschen ohne Ansehen, so weit wie der Himmel, der Mond und die Sterne.
Was ist der Mensch, dass du seiner gedenkst, und des Menschen Kind, dass du dich seiner annimmst? Du hast ihn wenig geringer gemacht als Gott, mit Ehre und Hoheit hast du ihn gekrönt. (Psalm 8,f)
Jeden Menschen.
(Die Predigt vom Pfrin. Therese Wagner am 22.12.24 in der Friedenskirche)