Aus Kindern werden Leute

Neuer Gemeindebrief zum Thema Konfirmation

Die Friedensgemeinde hat ihren Gemeindebrief einer Frühjahrskur unterzogen. In dieser Woche ist er erschienen: Der neue Gemeindebrief mit der fortlaufenden Nummer 224 – aber ganz und gar frisch und neu, farbig und aktuell. So vermittelt er einen lebendigen Blick in die Friedensgemeinde. Ab jetzt hat jeder Gemeindebrief ein eigenes Thema. In dieser Ausgabe: Der Wert und die Bedeutung der Konfirmation.

GB224 Titel„Die Konfirmation ist gefragt“, schreibt Friedensgemeinde-Pfarrerin Martina Reister-Ulrichs im neuen Gemeindebrief. Denn: „Nach Angaben der evangelischen Landeskirche in Baden gehen fast alle getauften Jugendlichen eines Jahrgangs im Alter zwischen 13 und 15 Jahren zur Konfirmation. Was ihnen von anderer Seite oft unterstellt wird, dass namlich Geld und große Geschenke die ausschlaggebenden Faktoren sind, spielt dabei nur eine untergeordnete Rolle.“

Anders als bei den voraufgehenden Generationen fällt die Konfirmation heute nicht mehr zwangslaufig mit dem Schulabschluss und dem Beginn eines „Ernst des Lebens“ zusammen, so Martina Reister-Ulrichs weiter. Die Jugendzeit ist im 21. Jahrhundert stattdessen eine Lebensphase, die sich in zwei Richtungen ausgedehnt hat. Zum einen setzt die Pubertat immer früher ein, zum andern leben junge Menschen zum Teil wesentlich länger als früher in unselbstandigen Verhältnissen. „Da setzt die Konfirmation ein Zeichen im unübersichtlichen Gelände der Jugendzeit“, schreibt Reister-Ulrichs.

Der Aspekt der Zulassung zum Abendmahl hat demgegenüber an Bedeutung verloren, so die Pfarrerin. „Seit den 90er Jahren ist es in allen evangelischen Landeskirchen gute Praxis geworden, das Abendmahl auch mit Kindern einzuüben und zu feiern. Trotzdem ist zu beobachten, dass viele Konfis sich den Gang zum Abendmahl für den Konfirmationsgottesdienst aufsparen. Dort werden sie eben nicht nur als einzelne, sondern auch als Gruppe in einen neuen Lebensabschnitt eingeführt. Diese Gruppenzugehörigkeit findet in der gemeinsamen Abendmahlsfeier einen sichtbaren Ausdruck.“

Von seinen Anfängen in der Reformationszeit und verstärkt durch Aufklärung und Pietismus kommt auch dem Unterricht in der Konfirmandenzeit ein wichtiger Stellenwert zu. Er möchte heute auf jeden Fall mehr sein als die notwendige Vorbereitung auf das Fest am Ende. Und während es im Religionsunterricht vor allem um gelehrte Religion geht, soll im Konfirmandenunterricht und auf Freizeiten Religion erlebt und praktiziert werden. Konfirmiert, also bestärkt werden, ist eben nicht nur ein einmaliger Akt, sondern ein Prozess, der für sich und mit anderen eingeübt werden will.

Eigentlich beneidenswert, findet Martina Reister-Ulrichs: Zeit und Raum zu haben fürs Unverfügbare, fürs Unwissbare, fürs Unheimliche und einen ehrlichen Umgang damit.


 

Den ausführlichen Text von Pfarrerin Martina Reister-Ulrichs und mehr zum Thema Konfirmation finden Sie im neuen Gemeindebrief. Ab jetzt in Ihren Briefkästen! Oder in Kirche und Pfarramt. Oder als pdf-download hier.

Veröffentlicht von Lothar Bauerochse

Mitglied im Ausschuss für Öffentlichkeitsarbeit der Friedensgemeinde.

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