Treppe zu kurz?

Bei den jüngsten Baustellenführungen ist vereinzelt kritisch angemerkt worden, dass nur die Stufenanlage im Altarraum im Modell dargestellt ist, aber nicht die Stufen auf der Orgelempore.

Dass dies so ist, dafür gibt es technische Gründe: Schon bisher gab es auf der Orgelempore Stufen. Bei der Renovierung vor 50 Jahren wurde das Niveau dieser Stufen angehoben. Bei der anstehenden Renovierung sollen sie wieder auf ihr ursprüngliches Maß zurückgeführt werden.

Das heißt aber, die neuen Stufen liegen tiefer als die jetzigen. Wollte man sie im Modell darstellen, müsste man die bisherigen Stufen auf der Orgelempore abreißen und entfernen.

Diese Stufen  werden aber während der weiteren Bauphase benötigt. Ohne die Stufen sind die notwendigen Arbeiten an den Wänden und Decken nicht möglich, denn der Untergrund ermöglicht nicht die Aufstellung eines Gerüsts. Deshalb kann die Stufenanlage nicht bis zur Orgel weitergeführt werden. Das war auch nie geplant.

Es ist jedoch irreführend, wenn jetzt behauptet wird, auf das jetzige Modell käme noch einmal ein Drittel oben drauf. Es sind tatsächlich für den Betrachter noch zwei(!) weitere Stufen sichtbar. Die haben das gleiche Maß wie die Stufen des Modells. Dann kommt für den Betrachter das Rückpositiv der Orgel. Insgesamt gibt es auf der Orgelempore vier Stufen, die sich aber seitlich des Rückpositivs und der Orgel befinden und teilweise hinter den Mauervorsprüngen verschwinden. Es ist also keineswegs das Monstrum, das jetzt in einigen Kommentaren beschworen wird.

Veröffentlicht von Lothar Bauerochse

Mitglied im Ausschuss für Öffentlichkeitsarbeit der Friedensgemeinde.

6 Kommentare zu „Treppe zu kurz?

  1. Allen, die sich seit Monaten so viele Gedanken um die Innenraumgestaltung der Kirche machen, ersteinmal meinen tiefen Dank. Ihr Kirchengemeinderäte seid einfach unglaublich aktiv, kreativ und trotz aller Belastung immer noch erfrischend positiv!!!
    Jetzt, wo die Kirche von den Bänken befreit wurde, zeigt sich die Schönheit dieses Zentralbaus. Kurz will ich meine Eindrücke schildern:
    1. Die Treppe sollte, wenn möglich ,etwas schmaler werden. Ich wüsste gern,wie Material und Farbe aussehen sollen. Bitte nicht zu kühl und zu weiß, da der Gesamteindruck der Kirche dann ungemütlich ist. Ich wünsche mir eine lebendige Kirche und eine Treppe, die dazu einlädt, gestaltet zu werden (Weihnachtskrippenlandschaft, Pflanzen (auch mal hohe, große), Passionsweg mit Eglifiguren, Fotografien, Kunstwerke…) Die Menschen sollen an die Treppe herantreten, interessiert schauen und sich auf ihr niederlassen, den Blick auf das wunderschöne Fenster über dem Portal genießen, darauf singen und die tolle Akustik genießen. Die Treppe birgt, das hat die Abendandacht wunderbar veranschaulicht, sehr reizvolle, spirituelle Möglichkeiten. Aber trotzdem: Ihr Anblick ist für mich zunächst gewöhnungsbedürftig. Sie wirkt – natürlich als Baustellentreppe umso mehr – auf mich noch sperrig und allzu dominant. Die Symmetrie des Raumes, die uns jetzt erst bewusst wird, wird durch die Treppe ein stückweit durchbrochen. Das hat seine Berechtigung, ist aber nicht nur schön. Für mich überwiegen eindeutig die Vorteile und ich weiß, dass ich mich rein optisch nur umgewöhnen muss.
    2. Die Kanzel sollte nicht mittig stehen – das wirkt auf mich steif und distanziert . Der/ Die Pfarrer/in sollte nah bei der Gemeinde sein.
    3. Der Raum um den Altar sollte nicht durch eine Stufe vom übrigen Kirchraum getrennt werden. Durch diese zusätzliche Stufe ist der Altarraum zwar optisch hervorgehoben,wird aber für Rollstuhlfahrer unzugänglich und das Stehen , Sitzen oder auch Tanzen (wie bei den Kinderbibeltagen in Vitus!) um den Altar wird kompliziert und gefährlich, da man von diesem erhöhten „Podest“ mit dem Stuhl oder auch stehend rutschen kann. Das Podest verhindert auch das unkomplizierte Aufstellen von Stühlen oder Bänken in größerer Nähe zur Treppe. Die Seitenreihen sitzen dadurch in großem Abstand zueinander. Also: Bitte barrierefrei. Das ist zeitgemäß! Lieber den Altar selbst die wenigen Zentimeter erhöhen.
    4. Die Wiederentdeckung oder Erhaltung alter Teile der Kirche ist einerseits wünschenswert und spannend (Weinranken-Fliesen), an manchen Stellen aber unangebracht und krampfhaft bemüht. Stilbrüche können reizvoll sein oder völlig daneben, weil dann ein wildes Sammelsurium entsteht ohne Konzept. So empfinde ich das mit dem Aufstellen der Kanzelwände. Bitte denkt an ein stilvolles Gesamtkonzept! Diese Schieferplatten gehören woanders hin!
    5. Der Taufstein in der Mitte sollte kein „Stolperstein“ sein, sondern ein Gedenkstein und eine Kraftquelle. Ich finde die Position interessant, aber bei Konzerten oder um an den Altar zu treten in der Praxis etwas mühsam. Beim Baustellenkonzert fehlte er dann – glaube ich -auch. Frage: Ist er auch flexibel?
    6. Ich plädiere für Stühle.
    7. Wie wird der Fußboden? Bei hellen Wänden kann ich mir einen warmen Ton und ein warmes Material vorstellen, sprich: Holz.

    Ich wünsche uns allen eine Gemeinderatssitzung, bei der wir uns nicht schämen müssen, wenn Gott sich doch entschließen sollte, mitten unter uns zu sein.

    Sabine Bräuherr

  2. Lieber Herr Horch,
    ehrlichgesagt finde ich ihre Reaktion ein bisschen schrill. Da liegen wohl die Nerven nach der langen Diskussion etwas blank.
    Dazu in Kürze:
    Wenn sie meine Meinung zur Stufenanlage kennen wollen, dann lesen Sie doch bitte unter:
    „Um den Altar versammelt“ die Kommentare.

    Tut mir leid, dass das nicht in ihr Raster passt, aber das unter Gegnerschaft zur Stufenanlage zu subsummieren greift wohl ein bisschen kurz, oder?

    Dort können Sie auch nachlesen, dass ich die
    Andachtsecke ebenso gelungen finde, wie das
    liturgische Konzept.

    Was einem an Fragen nach der Kirchenbesichtigung beschäftigt, lässt sich nicht von oben herab bestimmen. Bei mir entspringt es keinen Flugblättern irgendwelcher bösen Gegner, sondern zweimaliger, gründlicher Besichtigung.

    Ansonsten: Stühle fände ich besser.

    1. Herr Brodt, ich habe Sie gar nicht ansprechen wollen, sonst hätte ich direkt geantwortet. Mein Kommentar ist allgemeinerer Natur, aber das habe ich Ihnen ja ausführlicher in einer Mail geschrieben. Mein Aufruf ist, einmal innehalten und nachdenken – an alle.

  3. Was ist das bloß? Wir reissen uns die Beine aus, um den Menschen klarzumachen, was wir mit der Kirche wollen, und nun kreist die Diskussion um die obersten Zwei Stufen der Orgelempore und wie die nun aussehen oder nicht. Klar, das kann man diskutieren – aber gibt es denn wirklich nichts Wichtigeres?

    Ich verstehe ja, dass den Gegnern die Argumente ausgehen angesichts er starken positiven Reaktionen auf die Baustellenführungen, aber ich möchte doch anregen, dass wir über den Rest des Kirchenraumes reden. Hier nämlich ist Wichtiges noch nicht fertig entschieden, und genau hier, ja hier, brauchen wir die Gemeinde:
    – Wie werden Altar und Kanzel gestaltet? Dies ist doch entscheidend! Aber bisher: Kein Kommentar der Gemeinde. Warum? Vielleicht weil es schrille Stimmen gibt, die lauthals nachfragen, warum die obersten zwei Stufen nicht aufgebaut sind. Traut sich denn keiner nach den wirkliche wichtigen Dingen zu fragen?
    – Stühle oder Bänke. Die klassische (Streit?)Frage. Warum äußerst sich (fast) niemand dazu? Danke jenen, die die Rückmeldebögen ausgefüllt haben!
    – Die Andachtsecke. Das Besucherbuch der letzten Jahre ist dick und vollgeschrieben. Unsere Kirche wird besucht – von Menschen, die sonntags nicht da sind. Welche Heimat wollen wir ihnen bieten? Auch dazu – keine Meinung der Gemeinde.
    – Kirchencafé, eines unserer beliebten Aushängeschilder. Er wird nicht mehr in dem dunklen Eck stattfinden, in dem sie alle herumdrängeln mussten. Kein Kommentar dazu, warum nicht?
    – Das ökumenische Kirchenfenster über dem Eingang. Es ist wieder da! Unwichtig?
    – Der Taufstein – Stolperstein! Hier lohnt es sich doch zu diskutieren! Was bedeutet uns Taufe? Wie wollen wir Taufe verstehen? Geht das praktisch?

    Ich verstehe, diese Punkte eignen sich nicht für Agitation und gelbe Flugblätter. Hierzu braucht es intensive Diskussion, Zuhören, Bereitschaft zum Neudenken. Genau dies tut der Ältestenkreis seit langer Zeit. Schade nur, dass es vom Lärm einiger weniger überdeckt wird. Die Gründe dafür kann ich kaum begreifen.
    Wer dennoch bereit ist, auch über andere (wie ich finde für meinen Glauben entscheidendere) Dinge zu diskutieren, der ist auf der Gemeindeversammlung richtig. Bleiben Sie mit uns im positiven Gespräch – jetzt und während der ganzen Renovierungszeit! Die Würfel für die Stufenanlage sind gefallen. Die spannenden Fragen für die Gemeinde folgen noch.

    Welche Gemeinde wollen Sie mitgestalten? Darüber müssen wir reden.

  4. Vielleicht wäre es dann ja angemessen, das auch in den Plänen entsprechend zu ändern? Wenn man auf die Internetseite oder den Kopf hier oben schaut, dann sieht es nunmal so aus, als ob da noch ein Drittel der Länge dazu kommt. Wichtig ist, dass das für alle bis zur Gemeindeversammlung eindeutig nachvollziehbar wird.

    1. Sehr geehrter Herr Brodt,
      ich finde, man kann sich das mit etwas Phantasie eigentlich gut vorstellen. WO sollen denn da noch „ein Drittel Stufenmasse“folgen? Von der ursprünglichen Forderung, einfach ein paar Schnüre zu spannen, um sich ein Modell vorstellen zu können (wie hätte man sich denn da irgendetwas vorstellen wollen?), haben wir doch nun hier wirklich den puren Luxus zu besichtigen: die Stufen sind begehbar, man kann einen Eindruck der vielfältigen Einsatzmöglichkeiten bekommen – es ist ein Modell mit dem man arbeiten kann – Perfektion, die jedem Anspruch Zufriedenheit erfüllt, kann man von einem Modell wohl kaum verlangen.

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