Es gibt einen Beschluss – so ist die Sachlage

So ist die Sachlage:
weil wir wollen, dass für alle größtmögliche Klarheit herrscht

Der Bauausschuss der evangelischen Stadtsynode hat am 16. September 2009 mit großer Mehrheit dem von den Ältestenkreisen der Friedensgemeinde vorgeschlagenen Renovierungskonzept in seiner Gesamtheit und ohne weitere Bedingungen (z.B. Bestätigung durch Gemeindemehrheit) zugestimmt. Dieser Beschluss ist formell der entscheidende Beschluss im mehrjährigen Planungs- und Schlichtungsverfahren.
Auf ihm beruhen alle weiteren Schritte seit September 2009:

  • Weitere Detailplanung
  • Bauantrag
  • Baugenehmigung und Baufreigabe
  • Ausschreibung der Gewerke und Auftragsvergabe
  • Beginn der Bauarbeiten und Eigenleistungen:
    • Ausbau der Kirchenbänke und Verwertung durch den Talhof
    • Demontage der Prinzipalien
    • Demontage des Windfangs
    • Abschlagen der Bodenfliesen
    • Abbruch der Altarstufen
    • Aufbau des Stufenmodells

Die begonnen Arbeiten in der Kirche sind somit durch den Beschluss des Bauausschusses vom September 2009 vollständig gedeckt.

Dieser Beschluss des Bauausschusses war das Ergebnis einer weiteren Schlichtungsrunde zwischen Befürwortern und Gegnern der Renovierungspläne. Es war die insgesamt vierte Schlichtungsrunde seit Januar 2009. Das Verfahren vor dem Bauausschuss der Stadtsynode war von den Vertretern der Initiativen erstritten und durchgesetzt worden. Bis heute jedoch wird das Ergebnis dieser Beratungen von den Initiativen nicht akzeptiert.

37 Kommentare zu „Es gibt einen Beschluss – so ist die Sachlage

  1. Auch die hervorragend aufgemachte web Seite „die-neue-friedenskirche“ kann nicht verbergen, dass es sich bei der anstehenden Renovierung der Friedenskirche um einen geradezu klassischen Konflikt zwischen gewählten Vertretern und dem Wahlvolk handelt. Ursache dafür ist wie immer, dass bei der Wahl der Repräsentanten (hier der Ältestenrat) kein klarer Bezug zu dem anstehenden Problem bestand oder erkennbar war. Formal korrekt kann so eine Baumaßnahme beschlossen werden, die möglicherweise von einer deutlichen Mehrheit der Gemeindemitglieder abgelehnt wird, wie es sich in allen bisher stattfindenden Gemeindeversammlungen andeutete. Ähnlichkeiten zu aktuellen Situationen wie Stadthallenerweiterung in Heidelberg und Stuttgart 21 sind nicht zu übersehen.

    Alle Versuche, durch „Mediation“ das Problem zu lösen, treffen nicht den Kern, da hierbei hauptsächlich die „bessere Vermittlung der guten Gründe der Entscheidungsträger“ im Vordergrund steht. Es bietet sich vielmehr an, in Anlehnung an direkt demokratische Verfahren die Entscheidung an alle Gemeindemitglieder zurückzugeben, und durch eine mit deutlichem Quorum von z. B. 25 % bewehrte Urabstimmung ein dann tatsächlich legitimiertes Ergebnis zu erhalten. Dies wäre sicher auch im besten „protestantischen“ Sinne, da dadurch nicht „die Amtskirche“ sondern die „Gemeinde“ das letzte Wort hätte. Ein weiterer Vorteil wäre, dass dieses Vorgehen einen Gesichtsverlust für die Beteiligten vermeidet, und so auf Dauer wieder ein spannungsfreies Zusammenleben ermöglicht.

    Ich wünsche mir, dass der GÄK über seinen Schatten springt und ein solches Verfahren, das zwar in der Grundordnung nicht vorgesehen aber auch nicht explizit ausgeschlossen ist, doch noch auf den Weg bringt!

  2. Lieber Herr Horch,
    Sie schreiben versöhnlich und wollen beruhigen, doch beantworten Sie nicht meine Fragen Ich bezweifle, dass die Kritik verstummen wird und je mehr ich von Visionen lese, desto beunruhigter bin ich. Wie kann ein Treppe in die Zukunft tragen, wenn viele Leute dabei auf der Strecke bleiben? Im Langzeitgedächtnis der Gemeinde wird sie Mahnmal sein für Unfrieden, Streit und Spaltung. Dass eine Vision wichtiger sein soll als die Einbeziehung der Menschen, die diese nicht teilen, will mir nicht in den Sinn. Im falschen Frieden zur Ruhe zu kommen, kann doch nicht das Ziel der Gemeindeleitung sein.

    1. Genau dies ist der Hintergrund der Webseite und dieses Blogs. Wir wollen Fragen beantworten. Fragen zu zwei Bereichen: Erstens, was ist geplant? Denn immer noch stellen wir verdutzt fest welche Falschinformation sich leider in den letzten Jahren über den Inhalt der Renovierung verbreitet hat (und leider auch wissentlich verbreitet wurde).
      Zweitens, wir wollen über den Prozess berichten, der sich die letzten vier Jahre hingezogen hat. Auch und besonders hier ist viel Unwahres im Umlauf.
      Während Inhalt und Hintergrund der Renovierung verhältnismässig leicht zu beschreiben sind, verstehen Sie sicher, dass Inhalt von nicht-öffentlichen Schlichtungsrunden sehr viel heikler im Internet zu veröffentlichen sind. Zum einen würden uns die Gegner hier keine Objektivität zuerkennen, zum anderen muss man sich fragen, was veröffentlicht werden darf.

      Im Gegensatz zu Stuttgart 21 waren die Schlichtungsrunden nicht öffentlich. Ich war selbst nicht anwesend, weiss aber, dass Dekanin Frau Dr. Schwöbel und Herr OKR Vicktor jederzeit eine faire und im Sinne Ihrer Fragen anständige Schlichtung geführt haben!
      Zum Inhalt dieser Runden sollten somit nur die unmittelbar Beteiligten selbst veröffentlichen. Wir bemühen uns, die groben Inhalte auf der Webseite zu veröffentlichen. Wie sie sehen, gibt es die Kategorien bereits. Leider sind wir nebenbei auch noch berufs- und familientätig.
      Warum kontaktieren Sie nicht Herrn Dr. Bauerochse oder Frau Pfarrerin Hautzinger, die dabei waren? Da Ihnen nach eigenem Bekunden einige Jahre Information fehlen halte ich es für sinnvoll, wenn Sie die Fragen, die wir im Blog und auf der Webseite nicht ausführlich beantworten können im direkten Gespräch klären. Hierzu sind alle Mitglieder des Ältestenkreises gern bereit!
      Kommen Sie doch nach einem der nächsten Gottesdienste auf uns zu. Die Stellwand im Foyer des Gemeindehauses ist in den allermeisten mit Ältesten ‚besetzt‘.

  3. Auf dem Weg von Hessen nach Handschuhsheim zurück, verfolge ich die Umbauplanungen und den Streit in der Gemeinde mit hohem Interesse.
    In der Friedenskirche wurde ich getauft, konfirmiert und getraut und ich wäre in Zukunft auch gern wieder Gemeindemitglied. Wie das nach all dem Streit geschehen soll, ist mir nicht klar. Für mich kingt das so, als würden die Befürworter des Projekts die Spielregeln bestimmen, indem sie einfach das gewünschte Ergebnis vorwegnehmen.
    Herr Dr. Bauerochse schreibt von Schlichtungsgesprächen, die stattgefunden hätten.
    Unterliegt dieser positiv besetzte Begriff nicht strengen Kriterien? Kamen sie zur Anwendung? Wie liefen die Schlichtungsgespräche ab?
    Gab es eine neutrale Gesprächsleitung?
    Gab es gleiches Recht für beide Seiten?
    Gab es zahlenmäßig gleiche Redezeit?
    Wurde ein Ergebnis nach Anhörung und Abwägung aller Argumente verkündet?
    Wo ist die Idee zu einem Kompromiss hinterlegt?
    Welche und wessen Interessen wiegen schwerer und um welche Ausrichtungen in der Kirche geht es?
    Wie passt das zu dem Gedanken, Kirche aller Menschen sein zu wollen?
    Fragen über Fragen!
    Sind erst einmal Tatsachen geschaffen, wird sich die Einsicht in den Nutzen schon finden.
    Ist das die Zukunft, die die Gemeinde tragen soll?

    1. Liebe Frau Bergemann, wenn Sie den Auszugsgottesdienst am 13. Februar miterlebt hätten, kämen Ihnen keine Zweifel an dieser Gemeinde. Wir sind eine starke Gemeinde und waren dies schon immer. Als ich selbst vor 11 Jahren nach Handschuhsheim zog hat mich stark beeindruckt, dass es in einer grossenteils konservativ geprägten Gemeinde Dinge wie Kirchenasyl gab.
      Ich bin seit nunmehr 10 Jahren im Ältestenkreis und kann Ihnen versichern: Wir machen uns keine (!) Entscheidung leicht, denn entgegen anderslautender Behauptungen gibt es in unserem Gremium alle Denkrichtungen wie auch in der Gemeinde selbst. Wir haben aber eine Arbeitsweise entwickelt in den Jahren, die uns trotzdem oder gerade deswegen zu einem Ergebnis führt, das wir alle am Ende für gut halten.
      Sei es die Entscheidung um das Abendmahl (auch deswegen gab es zum Teil erbittert geführte Diskussionen auf Gemeindeversammlungen), sei es die Besetzung von Vakanzen, sei es Renovierung des Gemeindehauses. In allem gab es Kritik, was vollkommen natürlich ist. Und doch, daraus ist in allen Fällen mehr erwachsen als vorher da war. Es wurde gut. Immer. Die Kritik verstummte sehr schnell, auch das eine Lehre aus der Vergangenheit.
      Jemand sagte auf dem Auszugsgottesdienst zu mir: ‚Um diese Gemeinde müssen Sie keine Sorgen haben‘. Ich habe nicht widersprochen.

    2. Fragen – und Antworten:
      Gab es eine neutrale Gesprächsleitung?
      Ja!
      Gab es gleiches Recht für beide Seiten?
      Ja!
      Gab es zahlenmäßig gleiche Redezeit?
      Ja!
      Wurde ein Ergebnis nach Anhörung und Abwägung aller Argumente verkündet?
      Ja!

      Hier haben Sie noch eine Frage vergessen:
      Wurde das Ergebnis von allen akzeptiert?
      Nein!

      Wo ist die Idee zu einem Kompromiss hinterlegt?
      Im Modell der Architekten

      Welche und wessen Interessen wiegen schwerer und um welche Ausrichtungen in der Kirche geht es?
      Theologische und liturgische Argumente wiegen schwer
      Die Architektur des Raumes in seiner ursprünglichen Absicht wiegt schwer
      Und am schwersten wiegt die Frage, ob der Raum zukünftig den offenkundigen (und ich meine, eigentlich von niemandem bestrittenen) Schwerpunkten der Gemeindearbeit (als da wären: lebendige Gottesdienste, gute Predigten, vielfältige Kirchenmusik, Familienfreundlichkeit, Offenheit für die Fernstehenden) besser dient als bisher. Niedergelegt in den Thesen zur Kirchenrenovierung – an denen bisher niemand etwas auszusetzen hatte.

      Wie passt das zu dem Gedanken, Kirche aller Menschen sein zu wollen?
      Ohne Scherz: Wer für alle da sein will, ist am Ende für niemanden da. Der Gedanke, dass Kirche für alle gleichermaßen da ist, ist eine Illusion. Das entspricht weder den Kapazitäten und Ressourcen, die jetzt und in Zukunft zur Verfügung stehen, noch der gesellschaftlichen Realität. Deshalb haben alle Gemeinden die Aufgabe, Schwerpunkte zu bilden und ein Profil zu entwickeln.

  4. Zum Nachdenken – zum (besseren) Umgang miteinander – (vielleicht) eine Hoffnung…….

    Nicht müde werden
    sondern dem Wunder
    leise
    wie einem Vogel
    die Hand hinhalten.

    Hilde Domin

  5. Sehr geehrter Herr Tempel,

    danke für Ihre treffenden Zeilen. Auch ich wünsche mir ein niveuvolles und faires Miteinander, auf das aber scheinbar nicht zu hoffen ist. Trotz allem lassen Sie uns positiv in die Zukunft schauen.

  6. Eine Gemeindeversammlung in diesem Jahr hat allenfalls informativen Charakter, das Ergebnis einer Abstimmung wird keine Änderung des Beschlusses zum Umbau zur Folge haben. Es ist irreführend, wenn den Besuchern der GV assoziiert wird, sie könnten noch etwas entscheiden. Der GÄK als legitimiertes Organ hat sich für einen Entwurf entschieden, der polarisiert, aber eine Zukunftsvision der künftigen Friedensgemeinde in sich trägt. Ich freue mich darauf.

      1. Das 1:1 Modell ist von den Architekten und der Pflege Schönau von Anfang an angekündigt und zugesagt worden.
        Es soll m.E. einen Eindruck vermitteln – für sich wirken können und das kann es nur, wenn man diesem Modell mit einer gewissen Offenheit entgegen tritt.
        Gleichzeit können aber auch Detailfragen geklärt werden, wie z.B:
        – wo wird die Kanzel als zentrales Verkündigungs den besten Platz finden können?
        – wo wirkt das Kreuz in der Gesamtkomposition am Besten?
        – wie kann die übrige Raumgestaltung wirken?

        Sehr beeindruckend finde ich dazu Bilder von einem Bühnebildner, die derzeit an der Stellwand im Foyer des Gemeindehauses aushängen und einen Eindruck vermitteln, wie es denn mal sein könnte. So eindrucksvoll konnte ich mir das bis dahin auch nicht vorstellen.
        Geben sie dem Ganzen zumindest eine Chance für sich „sprechen“/wirken zu dürfen und entscheiden sie für sich d a n n.

    1. Was das Polarisieren betrifft, Frau Winter,
      so kann man Ihnen schwerlich widersprechen. Um nicht zu sagen, dass es noch nie gelungen ist, davon eine Mehrheit in der Gemeinde zu überzeugen. Das ist das Problem. Unabhängig von der Qualität des Entwurfs, die sich ja im Modell zeigen wird. Da habe ich vll. weniger Bedenken, dass dies gelingen kann als Sie. Nun gut.

      1. Lieber Herr Brodt,
        ich bin nicht angetreten, gefühlte Mehrheiten zu vertreten, sondern habe eine Vision der Friedensgemeinde vor meinem inneren Auge, die zukunftsfähig und -tauglich ist.Dazu trägt die Treppe wesentlich bei.
        Bitte belegen Sie mir, dass Sie die Mehrheit der Gemeinde vertreten.
        Cornelia Winter

      2. Liebe Frau Winter, ich vertrete meine eigene Meinung, Ansonsten habe ich Sie daran erinnern wollen, dass es Ihnen in bisher sechs Gemeindeversammlungen noch nicht gelungen ist, zu Ihrer Vision eine Mehrheit zu finden. Außerdem verbitte ich mir in aller Form ihren Ton. Auch ich Ich versuche, höflich zu bleiben.

    2. Wie, Frau Winter, verträgt sich eigentlich Ihre Antwort mit der Äußerung des Herrn Bauerochse, man wolle ein differenziertes Votum der Gemeinde möglich machen, unter Aufgabe der alten Fronstellungen von „Ja“ und „Nein“, von „dafür“ und „dagegen“, von „gefällt mir“ oder „gefällt mir nicht“? Ganz so einfach, wie Sie es sich machen wollen, wird es wohl nicht gehen.

      1. Liebe Frau Ebenhaus,
        bitte öffnen Sie sich einer Vision der gewählten Gemeindevertreter. Ich würde mich freuen, Sie persönlich kennnenzulernen und ihre Fragen zu erörtern.
        C. Winter

    3. Der Kommentar der Kirchenältesten Cornelia Winter macht deutlich, was man schon lange ahnt: Es geht der Gemeindeleitung nicht nur um den Umbau der Friedenskirche, sondern auch um einen gewünschten Umbau der Gemeinde. Die “ Treppe “ ist dafür ein Symbol. Man setzt auf eine „Zukunftsvision der künftigen Friedensgemeinde“.
      Die entscheidende Frage ist doch aber: Weshalb riskiert es eine Gemeindeleitung, zu polarisieren und einem großen Teil der Gemeinde das Gefühl zu geben, sie sei nicht mehr erwünscht und solle doch auch bitte nicht mitreden. Man baut sich nicht nur eine neue Stufenanlge, sondern auch eine neue Gemeinde.
      Gemeindegliedern wie mir gibt man damit das Gefühl, nicht mehr wichtig zu sein. Eine Planung, die in dieser Weise polarisiert, hätte nicht durchgeführt werden dürfen

      1. Liebe Frau Wolff, ich versuche so deutlich wir nur irgendmöglich zu antworten:
        1. Wenn es uns nur um ‚eine Treppe‘ ginge, dann hätten wir schon lange keine Kraft mehr für diesen Aufwand, glauben Sie mir.
        2. Aber natürlich geht es auch um eine neue Gemeinde. Mit dieser Frage beschäftigen wir uns schon mindestens die 10 Jahre die ich selbst zurückblicken kann. Augen auf bitte, die Welt verändert sich dramatisch und wird dies weiter tun.
        3. Wir wollen nicht ‚die Gemeinde umbauen‘, sondern eine solche Gemeinde ermöglichen, die uns und unseren Kindern in den nächsten Jahrzehnten genauso eine Heimat bietet wie Ihnen und vielen anderen in den vergangenen Jahrzehnten. Lesen Sie bitte den Beitrag von Frau von Egen hier im Blog. Sie drückt dies deutlich aus.
        4. Wir stecken viel Arbeit in die Inhalte der Webseite, auf der wir versuchen deutlich zu machen was uns treibt. Warum liest das kaum einer bevor er uns Vorwürfe macht?
        5. Die Stufenanlage ist ein Nebenkriegsschauplatz. Was wir erleben ist der klassische Konflikt zwischen Bewahren und Verändern. Dieser Frage ist es inherent, dass es nicht jedem Recht gemacht werden kann. Beispiele? Stadthalle HD. Stuttgart 21. Und viele mehr. Ja, die ‚Treppe‘ wie Sie es schreiben ist zum Symbol geworden. Zum Symbol für den Widerwillen anzuerkennen, dass die Welt sich verändert. Auch in der Kirche.
        6. Für die komplette Renovierung gibt es einen rechtsgültigen Beschluss. Die anstehende Gemeindeversammlung wird von den Initiativen zur Grundsatzentscheidung hochstilisiert. Dies ist vom Ältestenkreis ebensowenig so angekündigt worden wie vom Bausschuss der Stadtsynode.
        7. Stimmen haben uns Unehrlichkeit vorgeworfen. Ist es etwa nicht richtig, der Gemeinde die Illusion zu nehmen, dass ein Prozess der nach vier Jahren auswändigster Diskussion und Beschlüsse mit Beteiligung aller (!) Initiativen, nicht mehr grundsätzlich in Frage gestellt wird? Dies tut nämlich keines der demokratisch gewählten Gremien.
        8. Warum dann eine Gemeindeversammlung? Diese hat der Bauausschuss der Stadtsynode beschlossen, um allen Beteiligten die Möglichkeit zu geben, sich ein Bild zu machen. Von einer weiteren Grundsatzentscheidung war nicht die Rede. Auf Flugblättern wird es leider anders dargestellt. Die Gemeindeversammlung ist keine Veranstaltung des Ältestenkreises. Wir nehmen daran ebenso teil wie die Gemeinde.
        9. Es gab vier (!) Schlichtungsrunden. Auf keiner dieser Runden waren die Initiativen bereit, sich einer wie auch immer gearteten inhaltlichen Diskussion zu öffnen. Was Heiner Geissler in Stuttgart vorgemacht hat, wurde leider in Handschuhsheim von den Gegners durchweg abgelehnt. Was dazu führt, dass nach wie vor viel Falsches über die Pläne der Renovierung im Umlauf ist. Die gesamte Renovierung hat neben der Haustechnik acht verschiedene Schwerpunkte, von denen die Stufenanlage lediglich einer ist.
        10. Riskieren wir, dass Leute die Gemeinde verlassen? Ja! So wie wir mit der Entscheidung für einen neuen Pfarrer dasselbe tun. So wie wir mit der Ausgestaltung unserer Gottesdienste Leute möglicherweise ebenso begeistern wie vertreiben. Was ist mit den Leuten, die gehen wenn wir nichts verändern?

        Mir persönlich ist jeder in der Gemeinde wichtig. Meine Aufgabe als Kirchenältester ist es aber auch so zu entscheiden, dass diejenigen, die sich nicht laut äußern eine Stimme bekommen.

      2. Liebe Frau Wolff, ihr Kommentar fasst viel von dem in Worte, was mich bewegt. Wenn man im Chor gesehen hat, wie verdiente Mitsänger unter Trauer einfach nicht mehr weiter können, dann sieht man manche Dinge etwas anders als Herr Horch.
        Meiner Meinung nach gibt es aber keine klare Frontlinie Modernisierer vs. Bewahrer. Ich habe ihre Ausführungen aufmerksam gelesen und mich immer wieder gefragt, wieso all die Visionen, von Altar in der Mitte bis zu neuen Gottesdienstformen denn unbedingt eine Stufenanlage benötigen. Schauen Sie sich doch ihr eigenes Beispiel aus Aschaffenburg an. Was mich im Kern umtreibt sind zwei Dinge: 1.) Wenn die Gemeinde den Leib Christi darstellt, wie kann man dann riskieren, davon einen Teil zu amputieren? Das habe ich noch nie verstanden.
        2) Nix gegen Visionen, aber ich glaube, wir haben ein etwas anderes Demokratieverständnis. Demokratische Entscheidungen brauchen m.E. Akzeptanz.
        Das ist der Kern meiner Probleme mit dieser Sachlage.
        Sehr schwer zu erklären, nicht unbedingt gegen die Stufenanlage zu sein, wenn es einem um die beiden genannten Punkte geht. Vielleicht gelingt es aber dennoch, dieses Freund-Feind Denken etwas aufzubrechen.

      3. Lieber Herr Brodt,
        Sie bringen ein paar Dinge auf den Punkt, und es lohnt sich, daran einmal weiter zu denken.

        Ein Teil des Leibes Christi wird amputiert. Das ist auch eine dieser starken, dramatisierenden Formulierungen. Schauen wir doch einmal, was wirklich passiert: Ja, es gibt Menschen, die kommen nicht mehr zu unseren Gottesdiensten oder Gruppen/Chören. Ja, Menschen haben ihre ehrenamtlichen Aufgaben aufgegeben (z.B. Austragen von Gemeindebriefen). Ja, es haben auch Menschen unsere Gemeinde offiziell verlassen. Dieses alles bedauere ich zutiefst. Aber sehen müssen wir auch das andere: Wir haben keinen bemerkenswerten Rückgang in der Zahl unserer Gottesdienstbesucher. Wir haben keinen Einbruch bei Spenden und Kollekten. Wir haben zwei fröhliche und gut besuchte Gemeindefeste in neuer Form gefeiert. Keines der aufgegebenen Ehrenämter blieb unbesetzt, weil es zeitgleich auch Menschen gibt, die die Dynamik in der Friedensgemeinde wahrnehmen und dazu gehören möchten. Wir haben Menschen, die sich aus anderen evangelischen Gemeinden umpfarren lassen. Wir haben sogar Menschen, die zu unserer Gemeinde hin konvertieren, weil es sie anspricht, was der Gesamtältestenkreis mit der Gemeinde vorhat und sie dazu gehören möchten. Udn wir haben am 13. Februar einen bewegenden großen Gottesdienst zum Auszug aus der Kirche gefeiert, der von großer Einmütigkeit getragen war.

        Die Rede davon, dass die Gemeinde gespalten ist oder dass Teile aus ihr hinausgedrängt oder amputiert werden, ist eine bewusste Überzeichnung, die ausschließlich dazu dienen soll, Gemeindeglieder zu verunsichern – und die das ja auch mit Erfolg bewirkt hat.

        Es geht uns nicht darum, dass wir uns eine Gemeinde nach unseren Vorstellungen neu bauen. Aber richtig ist, dass dieser Ältestenkreis (und auch schon der vorherige) eine Vorstellung und ein Konzept erarbeitet hat von GemeindeAUFbau. Die dazu notwendige Einsicht lautet erstens: Wir können nicht einfach so weiter machen wie bisher. Und zweitens: Wer sich um eine Profilierung von evangelischer Gemeindearbeit bemüht (und das haben wir uns nicht einfach selbst ausgedacht, sondern werden von allen Seiten dringlichst dazu aufgefordert, weil nur so in Zukunft evangelische Kirche sein kann), dann bedeutet dies, dass man Zustimmung und Widerspruch ernten wird. Es geht gar nicht anders. Und man sollte dies ehrlicherweise nicht immer wieder unter den Tisch kehren. Im übrigen war auch die gute alte „Volkskirche“ niemals eine, die „für alle“ da war, sondern stets eine, die – sagen wir vorsichtig – 95% ihrer Gemeindeglieder ausschloss.
        Sie sollten, lieber Herr Brodt, dann auch an diejenigen denken, die NICHT zu uns in die Gottesdienste kommen, weil sie den gegenwärtigen Kirchenraum so bedrückend und schrecklich finden. Doch, die gibt es. Ich habe mit ihnen gesprochen. Und die sagen: Bitte tut endlich etwas, fangt an! Es kann doch nur besser werden. Jahrzehntelang hat sich keiner daran gestört, dass wir die draußen vor der Tür ließen.

        Und dazu in Kürze noch eine theologische Bemerkung. Nicht die Friedensgemeinde Handschuhsheim ist der Leib Christi, sondern sie ist Teil des weltweiten Leibes Christi. Insofern: Auch, wer sich in der Friedensgemeinde nicht heimisch fühlen kann (was ich – wie gesagt – bedauere), wird doch nicht vom Leib Christi amputiert.

        Sie sprechen des weiteren von der Akzeptanz, die demokratische Entscheidungen brauchen. Im Prinzip stimme ich zu. Allerdings geht es nicht zwingend um die Akzeptanz der Inhalte von Entscheidungen. Sie und ich akzeptieren täglich politische Entscheidungen, selbst wenn wir inhaltlich ganz und gar anderer Meinung sind. Wir akzeptieren sie, wenn und weil das VERFAHREN nach den vereinbarten Regeln abgelaufen ist. Und das ist eben der Unterschied!
        Der Streit in der Friedensgemeinde ist deshalb ohne Ende, weil die gemeinsam vereinbarten Verfahren nicht akzeptiert werden. Ich habe in den vergangenen Tagen einmal alle Gemeindeversammlungen und alle Gespräche an runden und eckigen Tischen nachgearbeitet. Das Ergebnis werden Sie hoffentlich spätestens zum Wochenende auf unserer website nachlesen können.
        Wir haben in diesem Konflikt sehr klar das Problem: Rollen und Mandate im Verfahren werden nicht akzeptiert. Das gilt sowohl im Blick auf das Mandat des Ältestenkresies als auch im Blick auf das Mandat der Gemeindeversammlung. Es gilt aber noch viel mehr im Blick auf die stattgefundenen Gespräche. Und das ist für mich eine sehr bittere und enttäuschend-verletzende Lehre aus dem ganzen Prozess: Wie oft wurde uns gesagt: Hier findet ein Gespräch statt – und am Ende des Gespräches steht eine Entscheidung einer dazu befugten Person oder eines befugten Gremiums. Und was war? Am Ende wurde das Verfahren eben nicht akzeptiert von den Vertretern der Initiativen und eine neue Runde im Verfahren „durchgeboxt“.
        DESWEGEN legen wir so viel Wert auf die Bedeutung der Entscheidung des Bauausschusses. Denn damals war es genau so: OKR Vicktor hatte einen erneuten (den dritten) Vorstoß zu Schlichtung und Kompromiss-Suche in getrennten Gesprächen mit beiden Seiten unternommen und hatte ZUVOR angekündigt, am Ende dieses Verfahrens werde eine verantwortliche Entscheidung stehen. Das wussten alle. In dem Moment, wo sich beide Seiten auf ein solches Verfahren einlassen, gilt dieses Verfahren nach meiner Ansicht als vereinbart und akzeptiert. Das gebietet der schlichte menschliche Anstand zwischen Verhandlungspartnern.
        Tatsächlich war es nicht so. Und unmittelbares Ergebnis des Gespräches mit den Vertretern der Initiativen war statt dessen die Vereinbarung, eine weitere Runde vor dem Bauausschuss einzulegen. Dazu wurde der GÄK gar nicht gefragt, es wurde ihm schlicht mitgeteilt. Und wieder hieß es: Dort fällt die letztgültige Entscheidung. Was ja auch formal und nach den geltenden Ordnungen der Landeskirche korrekt wäre.
        Nur, das Ergebnis war nicht nach dem Sinn der Initiativen. Also wurde es wieder vom Tisch gewischt. Bis zum heutigen Tag.

        Nun kommt die Frage nach der Akzeptanz. Und ich frage Sie, lieber Herr Brodt: Wo wären wir heute in der Gemeinde, wenn sich die Vertreter der Initiativen EINMAL hingestellt hätten und gesagt hätten: Wir haben jetzt alles versucht. Es gab zahlreiche Gespräche. Jetzt gibt es eine Entscheidung des dazu befugten Bauausschusses. Die unabhängige Entscheidung eines Dritten. Wir respektieren und akzeptieren diese Entscheidung.
        Wo, bitte, wären wir dann heute? Ich glaube, man muss kein Prophet sein, um zu sagen: Wir hätten überhaupt kein Problem mit der Akzeptanz innerhalb der Gemeinde! Und wir beide bräuchten uns jetzt nicht in diesen Diskussionen zu ergehen.

        Am Ende habe ich noch mal eine Frage: Natürlich haben Sie Recht, Herr Brodt: Das Konzept für den Gemeindeaufbau und unsere Gottesdienste verlangt nicht zwingend eine Stufenanlage. Aber, wer unsere Ausführungen hier verfolgt, kann doch sehen: Es gibt sehr gute Gründe dafür:
        – Die Kanzel ist zukünftig besser sichtbar
        – Altar und Kanzel finden ein neues angemessenes Verhältnis zueinander
        – Die Kirchenmusik kann endlich wahrnehmbarer Teil der Gottesdienstgemeinde werden
        – Der ursprüngliche architektonische und liturgische Gedanke der Friedensgemeinde wird neu in Kraft gesetzt
        – Die neue Altarraumgestaltung eröffnet zahlreiche Freiräume für lebendige Gottesdienstgestaltung
        Im Vergleich zu anderen Kirchen (etwa Aschaffenburg) müssen Sie bedenken, dass wir eben keinen echten Chorraum mit Fenstern haben sondern einen Raum, der vollständig ohne Funktion bleibt, wenn der Altar in die Mitte der Gemeinde rückt. Insofern gibt es schon eine klare NOTWENDIGKEIT, den bisherigen Altarraum zu gestalten, wenn der Altar in die Mitte der Gemeinde rückt. Also: Es gibt durchaus viele starke Gründe für die Stufenanlage – und das wurde ja auch inzwischen von zahlreichen Gremien bestätigt.

        Umgekehrt muss aber doch auch die Frage erlaubt sein: Was ist eigentlich so schlimm an der Stufenanlage? Darauf hätte ich doch gerne mal eine Antwort. Und zwar eine die über das „so etwas gab’s noch nie“ oder das polemische „Verunstaltung des Kirchenraums“ hinausgeht. Ich bin gespannt.

      4. Lieber Herr Bauerochse,
        grundsätzlich erstmal Respekt, dass Sie sich hinsetzen, alle Beschlüsse aufarbeiten und analysieren, was schief gelaufen ist. Ich bin gespannt auf den Eintrag in der Website. Ebenso finde ich es prima, dass Sie
        sich die Zeit für eine so substantielle Antwort nehmen! Ich muss darauf in Ruhe antworten. Fast würde es sich lohnen, zu diesen Fragen einen neuen Themenpunkt aufzumachen, sonst wird es langsam unübersichtlich.
        In aller Kürze ein paar Antworten, die mir wichtig sind:
        1) mir geht es keineswegs darum, eine Spaltung der Gemeinde an die Wand zu malen, um Menschen zu verunsichern. Sondern ich nehme sie so wahr. Was nichts dran ändert, dass es eine vitale Gemeinde ist, in der zu sein auch viel Freude bereitet!

        Auch das muss für die festgestellt werden, die von außen mit Interesse an uns herantreten wollen.

        2) Zur Stufenanlage:

        Was mich an der Stufenanlage befremdet, ist ihr Erheben über das Kreuz und den Altar in Form einer fest installierten Anlage. Und ein innerliches Fragezeichen, ob sie im Kirchenraum nicht zu monumental wirkt. Andererseits finde ich die Aufnahmen vom Modell durchaus interessant und bin von meiner inneren Einstellung her auch bereit, mich positiv darauf einzulassen. Keine Frage! Das muss auch mal so deutlich gesagt sein.
        Aber dazu ist es für mich wirklich notwendig, das im 1:1 Modell zu
        sehen. Ich wäre und bin wirklich erleichtert, wenn das überzeugend ausfällt. Das zu sagen bitte ich, mir nicht als einen rhetorischen Schlenker auszulegen, ich meine es wirklich so.
        Die anderen Fragen zu diskutieren wäre mir aber wichtiger. Dazu braucht es aber etwas Zeit.

  7. Leider sind auf dieser Seite wieder die gleichen, teilweise verletzenden, teilweise unsinnigen Vorwürfe zu lesen, die in den vergangenen Jahren von den Umbaugegnern immer wieder litaneiartig wiederholt wurden. Die von Herrn Brodt gewünschte Sachlichkeit vor allem auf der nächsten Gemeindeversammlung wird so sicher nicht möglich sein.

  8. Die Darstellungen von Herrn Dr. Bauerochse vom 22.2.2011 bedürfen einer Richtigstellung: Es gab keine “ Schlichtungsgesspräche“ , sondern, während der Planungsphase, mehrere Runde Tische, an denen die Initiativen teilgenommen haben. Dort wurden von uns auch Kompromisse angeboten. Dies waren z. B. mehrere Stufen direkt an der Altarraumrückwand, dazu ein mäßig vorgezogener Altar, gläserne Teile der Brüstung der Orgelempore. Diese Kompromissvorschläge wurden am Runden Tisch aber nicht einmal der Diskussion für wert befunden. Stattdessen beharrte man stets auf dem Standpunkt, dass nur eine Stufenanlage vom Mittelschiff bis zur Orgel eine „zukunftsfähige“ qualitätvolle Planung sei. Dies vertrat auch die Pflege Schönau.
    Am Ende der Runden Tische ragte die umstrittene Stufenanlage sogar noch zwei Meter weiter in das Mittelschiff hinein als zu Beginn. Auch über den gestörten Gemeindefrieden, so ein Antrag von uns, sollte nicht diskutiert werden. Stattdessen mussten wir uns anhören: „Wem es nicht passt, der kann ja gehen!“
    An einem späteren Friedensgespräch unter der Leitung von Herrn OKR Vicktor sollte über Planungsinhalte nicht mehr gesprochen werden.
    Ein Gespräch außerhalb dieser Veranstaltungen hat Herr Dr. Bauerochse mit den Initiativen nie geführt.
    Es dürfte verständlich sein, dass die Initiativen das Ergebnis von Runden Tischen, an denen sie sich nicht im geringsten mit eigenen inhaltlichen Vorstellungen einbringen konnten, auch nicht akzeptieren mussten.
    Anschließend wurden die Initiativen sogar noch für den gestörten Gemeindefrieden verantwortlich gemacht. Sinnvoller wäre es gewesen, sie rechtzeitig als „Frühwarnsystem“ für den gestörten Gemeindefrieden zu begreifen. Auch die Rücktritte von Ältesten und die vielen mit Herzblut geschriebenen Briefe aus der Gemeinde sowie die Voten der Gemeindeversammlungen zeigten keine Wirkung. Unbeirrt hielt man an der Stufenanlage fest.
    Wenn Herr Dr. Bauerochse von zahllosen „Falschinformationen“ auf den Flugblättern der Initiativen spricht, sollte er diese auch nennen, damit wir ihn widerlegen können. Wir wissen von keinen Falschinformationen außer einer unwesentlichen Terminangabe.
    Herr Dr. Bauerochse hat selbst eingeräumt, dass „das inhaltliche Anforderungsprofil ausführlicher der Gemeinde hätte mitgeteilt und diskutiert werden müssen. Auf Bitten der Pflege Schönau wurden die Thesen jedoch nicht in der nötigen Breite diskutiert. Hier liegt ein entscheidendes Versäumnis im Verfahren“ (Friedensgespräch Juni 2010). Für dieses Versäumnis ist Herr Dr. Bauerochse verantwortlich. Auch damit hat er sein Versprechen gebrochen, die Gemeinde in allen Planungsschritten mitzunehmen.
    Unmittelbar vor der Beschlussfassung des Bauausschusses der Stadtsynode gab der Leiter der Pflege Schönau zu Protokoll, „dass es keine Renovation im großen Stile geben werde, sollte der Entwurf (Stufenanlage) abgelehnt werden“. Dazu war die Pflege Schönau nicht berechtigt.
    Beschlüsse, die auf den genannten Grundlagen gefallen sind, dürfen durchaus diskutiert werden. Außerdem weiß Herr Dr. Bauerochse genau, dass jeder Beschluss zurückgenommen oder neu gefasst werden kann, solange nicht endgültig Fakten geschaffen worden sind.
    Christiane Schmidt- Sielaff, Teilnehmerin an den Runden Tischen

    1. Es tut mir leid, Frau Schmidt-Sielaff, aber an dieser Darstellung stimmt fast nichts, vor allem was die Diskussion zu planerischen Kompromissen angeht. Aber ich werde das jetzt nicht mehr im Einzelnen richtig stellen. Die Mühe ist vergeblich.

  9. Wenn Sie, sehr geehrter Herr Horch, sehr geehrter Herr Bauerochse, tatsächlich wollen würden, „dass für alle größtmögliche Klarheit herrscht“, hätten Sie schon längst dem mehrfach erhobenen Wunsch nachkommen können, die Unterlagen des bisherigen Diskussionsprozesses einmal wörtlich zu veröffentlichen, wenn Sie schon dem Informationsinteresse der Öffentlichkeit hieran beispielsweise in Gemeindebriefen kaum nachgekommen sind.

    Konkret etwa: Wie lautet denn der Beschluss der Stadtsynode vom 16.09.2009? Wie war denn das „von den Ältestenkreisen der Friedensgemeinde vorgeschlagene Renovierungskonzept“ formuliert?

    Wie lauten denn die Beschlüsse der sechs Gemeindeversammlungen zum Thema ?

    Wie lauten denn die Ergebnisprotokolle der Schlichtungsgespräche?

    Dies nur als Beispiele für relevante Fragestellungen. Ihren inzwischen entfalteten Einsatz an Kraft bei dem Versuch, „sehr umfänglich über die geplante Renovierung zu informieren“, will ich gar nicht bestreiten. Aber lassen Sie doch bitte Ihre Kreativität einmal weg und beschränken Sie sich auf die Mitteilung von Fakten.

    1. Sie wissen, dass ich nicht Mitglied im Bauausschuss der Stadtsynode bin. Deswegen kann ich dessen Beschlüsse nicht veröffentlichen. Alles andere findet sich sukzessive auf der homepage zur Kirchenrenovierung.

      1. Das verstehe ich nicht, Herr Bauerochse. Erst halten Sie es für erforderlich, um angeblich irreführenden Leserbriefen entgegenzutreten, hier andeutungsweise den angeblichen Inhalt des Beschlusses des Bauausschusses zu skizzieren, der angeblich alle bislang getroffenen Maßnahmen decke, und dann sehen Sie sich – auf Nachfrage – nicht in der Lage, den Wortlaut dieses Beschlusses hier einmal wiederzugeben. Wer soll Ihnen denn dann glauben? Sie wollen doch um Vertrauen werben, oder?

      2. Nein, ich werde hier nicht Texte veröffentlichen, die zu veröffentlichen ich nicht befugt bin. Das schließt aber nicht aus, dass ich über den Inhalt des Beschlusses informiert bin und den Inhalt wiedergeben kann, oder?
        Im übrigen: Die vielen „angeblich“ können Sie sich glaube ich doch sparen. Den Beschluss und seinen Inhalt wollen Sie doch nicht im Ernst bestreiten, oder? Ansonsten: Der Beschluss war Grundlage eines förmlichen Bauantrags auf den hin eine förmliche Baugenehmigung erfolgte. Insofern empfehle ich dann einen kleinen Spaziergang zum Schaukasten an der Friedenskirche. Der Aushang mit dem roten Punkt dürfte vielleicht Ihre Probleme lösen.

  10. Sehr geehrte Frau Becker,

    gegen den Start der Vorbereitungen habe ich überhaupt keine Einwände. Im Gegenteil- ich möchte dabei mithelfen. Damit es endlich voran geht. Dies steht ja auch nicht im Widerspruch zum Beschluss der Gemeindeversammlung.

    Mich beunruhigt aber, wenn in unterschiedlichen Zusammenhängen von unterschiedlichen Personen darauf hingewiesen wird, dass der Beschluss der Gemeindeversammlung angesichts des Modells höchstens marginale Korrekturen betreffen kann. Das sehe ich keineswegs in jedem Fall genauso.

    Auch wenn Herr Horch an dieser Stelle nur ganz am Rande darauf verwiesen hat, dass die Beschlusslage unabhängig von weiterer Gemeindemitsprache umgesetzt werden kann, so beunruhigt dies mich nicht weniger. Vielleicht bin ich da übersensibel.

    Den Hinweis auf die gewaltfreie Kommunikation nach Rosenberg finde ich gut!

  11. Sehr geehrter Herr Horch,

    im Interesse der Vollständigkeit bezüglich der Veröffentlichung von Beschlüssen würde ich doch bitten, auch den Beschluss der letzten Gemeindeversammlung zu veröffentlichen. Schon aus Gründen des guten Stils wäre dies sehr zu begrüßen.

    Sie wiesen deutlich auf die Beschlusslage hin. Hierzu gibt es aus meiner Sicht
    Einiges zu sagen, was ich gerne in folgende Punkte gliedern möchte:

    • Eine sachliche Gemeindeversammlung ist notwendig-ihr Votum ist wichtig!

    Eine sachlich geführte Debatte im Angesicht eines Modells in Form einer
    Gemeindeversammlung ist unbedingt notwendig. Wer im Vorfeld darauf verweist, dass diese rechtlich überhaupt keine Entscheidungskompetenz hat, erschwert die sachliche Durchführung. Zu hoffen ist im Ergebnis auf ein klares und eindeutiges Votum- wenn die Dinge entspannt laufen- auch für die Stufenanlage.

    Die sachliche Durchführung der Versammlung sollte unser aller Ziel sein. Mit einem einvernehmlichen Beschluss besteht die Chance auf den von allen gewünschten Frieden.

    • Verloren gegangenes Vertrauen muss erst wieder erworben und bestätigt werden

    Aus meiner Sicht ist nicht die Stufenanlage der Kern des Konflikts, sondern der bei vielen Gemeindemitgliedern entstandene Eindruck, im Prozess der Entscheidungsfindung streckenweise auf subtile Art und Weise entmündigt worden zu sein. Nur hieraus ist für mich die Empörung zu verstehen, die die Debatte so aufgeheizt hat. Hier ist ein Vertrauensverlust – auch des Ältestenkreises entstanden, der zu verletzenden Attacken geführt hat, die ebenfalls von niemandem gut gehießen werden können.

    Das Votum nach sachlichen Debatte in einer Gemeindeversammlung ist so wichtig, weil der Ältestenkreis alleine offenkundig nicht mehr das Vertrauen aller besitzt, sondern es erst wieder erwerben muss. Deswegen sollte – meiner Meinung nach- ein so wichtiger Beschluss nicht auf dünnem Eise im Durchmarsch geführt werden. Die Risiken sind erheblich.

    • Wie Vertrauen erwerben? So umfassend und neutral wie möglich das Votum
    der Gemeinde einholen.

    Zur Information leisten die Blogseiten und Inforunden nach den Gottesdiensten einen wichtigen und sinnvollen Beitrag. Was das Abstimmen betrifft, hätte eine neutrale Abstimmungsmöglichkeit im Gemeindebrief eine sinnvolle Ergänzung geboten. Damit wäre das auch Argument vom Tisch gewesen, dass Gegner der Stufenanlage die Versammlung majorisieren und sich deshalb die so genannte gottesdienstliche Gemeinde aus Angst vor Pöbeleien nicht dorthin traut. Leider ist dieser Lösungsweg verworfen worden- schade- warum nur? Er hätte sich sicher mit einer Gemeindeversammlung kombinieren lassen- auch rechtlich gesehen.

    • Vorauseilend die Deutungshoheit zur Beschlusslage sichern, hilft nicht wirklich weiter

    Falls das Problem im Kern im Vertrauensverlust besteht , wäre der GÄK wohl schlecht beraten, sich im Falle eines eindeutigen Negativotums auf die von Ihnen ausgeführte Beschlusslage zurück zu ziehen. Dies wird im besten Fall eine Friedhofsruhe nach sich ziehen, viele demotivieren und weitere Austritte befeuern.

    Sich darüber hinweg zu trösten, indem man sich einredet, dass alle, die gehen, irgendwann wieder kommen, gleicht wohl eher einem Singen im Walde, um sich die Furcht zu vertreiben. Die Nachbargemeinden sind schon heute gut genug von ehemaligen Mitgliedern der Friedensgemeinde besucht. Sollen es noch mehr werden?

    In dieser Lage eine verantwortungsvolle Entscheidung im Interesse der Gesamtgemeinde zu treffen, ist sicher sehr, sehr schwer. Keine Frage. Aber ist „Augen zu und durch“ wirklich die beste Strategie?

    • Meine Meinung zum „Modell“

    Für die Gestaltung des Kirchenraumes ist für mich der Anblick des Modells maßgeblich- vielleicht wird es sehr schön und mitreißend, vielleicht fügt sich die Stufenanlage nicht harmonisch den Raum- beides ist denkbar.

    Es wird seinen Grund haben, dass solche einschneidenden Baumaßnahmen nie ohne Modell durchgeführt werden. Für die Gemeinde würde ich mir jedenfalls wünschen, dass der Eindruck positiv überzeugend ausfallen wird.

    1. Hallo Herr Brodt,

      erlauben sie mir 4 Anmerkungen:

      1. das Votum der letzten Gemeindeversammlung beruht auf einen Antrag, dessen Verfasser bis heute unbekannt geblieben ist. Das ist nicht nur unüblich, sondern eigentlich feige. Die Verantwortlichen der Gemeindeversammlung mit Rechtsbeistand aus Karlsruhe haben ihn dennoch zugelassen.

      2. dass der GÄK in der Art seinerKommunikation Fehler gemacht hat, hat er mehrfach eingestanden und sich dafür nicht nur bei den sog. Friedensgesprächen entschuldigt.

      3. sich auf die Beschlusslage von 2009 zu stützen mag befremdlich klingen. Aber wo bitte sollen Vorbereitungen anfangen? Es müssen Ausschreibungen und Vergabe der Arbeiten an die Gewerke geschehen, damit es überhaupt mal voran geht. Das macht man doch in seinem häuslichen Umfeld auch nicht anders: erst gibt es vielleicht eine Familienbeschluss zur Renovierung des Wohnzimmers – dann holt man Angebote ein – macht vielleicht selbst die eine oder andere Vorarbeit – vergibt die professionellen Arbeiten – lässt sie durchführen – parallel ordert man (schon Wochen vorher wegen der langen Lieferzeit) ggf. neue Möbel – um dann Schluss endlich wieder in einen bewohnbaren Raum zurück zu kehren. Nichts anderes passiert derzeit mit und in der Kirche

      3. auch ich hoffe, wie sie, dass das Modell für sich sprechen wird – aber man muss eben diesem Modell (und auch den zum großenteil ehrenamtlich tätigen Verantwortlichen) die Chance dazu geben, es zu tun und dazu braucht es eine gewisse Offenheit in die eine oder andere Richtung . Um das Modell ansprechend aufzubauen, seinen Einsatz in etwa austesten zu können, in Feinabstimmung raus zu bekommen, welches vielleicht der beste Platz für die Kanzel als zentralen Verkündigungsort , wo in der Gesamtkomposition ein geeigneter Platz für ein Kreuz wäre, bedarf es Vorarbeiten, die derzeit laufen. Diese müssen aber auch zugelassen werden.

      Ich stimme ihnen zu, in dieser Lage ist es eine Gradwanderung Verantwortung zu übernehmen.

      Für die anstehende Gemeindeversammlung wünsche ich mir eine Gesprächskultur, die sich an gewisse Regeln der Kommunikation hält: sicherlich kontrovers, aber fair – auf allen Seiten. Daran sollten wir alle arbeiten (vielleicht sollten wir uns alle im Vorfeld mit der „Gewaltfreien Kommunikation“ nach Marshall B. Rosenberg beschäftigen), denn das hat die Friedensgemeinde verdient.

    2. Lieber Herr Brodt,
      wir teilen mit Ihnen den Wunsch nach einer sachlichen Gemeindeversammlung. Eben deshalb haben wir den Beschluss hier dargestellt. Erlauben Sie mir ein paar Anmerkungen dazu.

      Warum?
      Dieser Blog ist eigentlich nicht dazu da, Beschlüsse zu zitieren und zu interpretieren. Dazu haben wir die homepage http://www.die-neue-friedenskirche.de – auch wenn da noch nicht alle Seiten vollständig sind. Hier wollen wir über das Konzept der Renovierung, die wunderbaren neuen Möglichkeiten in der Kirche und die anstehenden Arbeiten berichten.
      Wir haben die Information über den Beschluss hier eingestellt, weil
      1. in den vergangenen Wochen in der RNZ irreführende Aussagen über die bevorstehende Gemeindeversammlung zu lesen waren, besonders in den beiden Leserbriefen am 18.2., in denen die Gemeindeversammlung zu einer maßgeblich entscheidenden „Schlussabstimmung“ hochstilisiert wurde. Das ist sie faktisch nicht, kann sie nicht sein – und ich hoffe, Sie werden mir darin zustimmen.
      2. haben zu Beginn der Eigenarbeiten in der Kirche ebenfalls die Leserbriefautorinnen sowie einschlägige e-mails unterstellt, die Männer und Frauen, die ehrenamtlich in der Kirche angepackt haben und die Mitarbeiter der diakonischen Einrichtung Talhof (keine Räumungsfirma!) hätten unrechtmäßig gehandelt. Und folglich wurde wiederum behauptet, die Ältesten der Gemeinde agierten mutwillig gegen den Gemeindefrieden. Dies ist nicht wahr. Deshalb mussten wir handeln. Wir sind von verunsicherten Gemeindemitgliedern so oft gefragt worden, ob zutrifft, was in der Zeitung zu lesen war, dass wir uns entschlossen haben, die Dinge gerade zu rücken.
      Nicht wir haben angefangen, um die „Deutungshoheit“ über die kommende Gemeindeversammlung zu streiten.
      Aber eines sollte klar sein: Die von Ihnen und uns gewünschte Sachlichkeit der Gemeindeversammlung wird entscheidend davon abhängen, dass vorher nicht falsche Erwartungen geweckt werden. Deshalb haben wir gesagt: Wir wollen, dass vorher Klarheit für alle herrscht und es nicht hinterher wieder heißt: „Ihr habt uns über den Tisch gezogen“. Im übrigen haben wir – was die Rolle der Gemeindeversammlung angeht, nur einschlägige Texte in Erinnerung gerufen (und natürlich auch die Quelle genannt).

      Ich bestreite deshalb nachdrücklich, wenn Sie sagen, eine sachliche Debatte in der Gemeindeversammlung werde erschwert, wenn im Vorfeld darauf verwiesen wird, „dass diese rechtlich überhaupt keine Entscheidungskompetenz“ hat. Erstens ist das nicht meine oder unsere Formulierung. Wir haben die grundlegenden Sätze aus der Ordnung der Landeskirche und aus dem Beschluss der Landessynode vom Januar 2010 zitiert (der übrigens aufgrund eines Antrags aus Handschuhsheim zu Stande kam). Da ist kein einziges interpretatorisches Wort dabei. Und zweitens ich hoffe sehr, dass Sie mir zustimmen, dass eine sachliche Auseinandersetzung nicht „erschwert“, sondern im Gegenteil überhaupt erst möglich wird, wenn sich alle vorher auf die vorgegebenen sachlichen Grundlagen für die Gemeindeversammlung respektvoll verständigen.

      Wir können uns gerne darüber unterhalten, ob die geltenden Ordnungen über Gremien, Kompetenzen und Entscheidungswege in Gemeinde und Kirche hilfreich, ausreichend und sinnvoll sind. Aber sie sind die einzigen, die wir haben. Und es hilft uns gar nichts, wenn sich jetzt jeder was eigenes zusammenreimt.

      Entmündigt?
      Auch Sie, lieber Herr Brodt, wiederholen den Vorwurf, die Gemeinde sei „streckenweise auf subtile Art und Weise entmündigt“ worden. Bitteschön, dies möchte ich jetzt endlich einmal belegt haben: „Wann ist von wem der Gemeinde ein Recht entzogen worden, dass ihr nach den geltenden Ordnungen zusteht?“
      Stimmt es etwa nicht,
      – dass wir vor allen Planungen zur Renovierung eine breite Gemeindebefragung hatten,
      – dass wir insgesamt sechs Gemeindeversammlungen ausschließlich zum Thema Kirchenrenovierung hatten,
      – dass es insgesamt vier Schlichtungsrunden mit mehreren differenzierten Kompromissvorschlägen gab,
      – dass bei der juristischen Überprüfung des Verfahrens seitens der juristischen Abteilung des EOK keinerlei Verfahrensfehler festgestellt werden konnten?

      Was also, wenn die Gemeinde gar nicht entmündigt worden ist, sondern die Vertreter der Initiativen nur immer und immer wieder fälschlich behaupten, die Gemeinde sei entmündigt worden? Was bedeutet das für die von Ihnen geforderte Wiederherstellung des Vertrauens?

      Dass es in der Rechtsabteilung des EOK eine Zeit lang Unklarheiten gab im Blick auf das Antragsrecht zur Gemeindeversammlung, ist nicht durch uns zu verantworten, ist entgegen allen Verschwörungstheorien nachweislich nicht von uns „bestellt“ gewesen und hat im Blick auf die letztliche Durchführung der sechs Gemeindeversammlungen der Gemeinde keines ihrer Rechte entzogen.

      Also: Worin besteht die Entmündigung der Gemeinde?

      Ich weiß gar nicht, ob Sie ahnen, welch ungeheuerlicher Vorwurf in Ihrer Formulierung steckt. Oder in dem Satz, hier sei „ein Beschluss auf dünnem Eise im Durchmarsch“ ausgeführt worden. Wissen Sie, wie viele Stunden meines Lebens ich in Gesprächen mit Vertretern der Initiativen und diversen Schlichtern verbracht habe? Haben Sie je einmal die Vertreter der Initiativen gefragt, warum sie alle Gespräche für nichtig erklärten, sobald nicht das von ihnen gewünschte Ergebnis herauskam? So etwas widerspricht nach meinem Verständnis schlicht dem menschlichen Anstand zwischen Gesprächspartnern.
      Deshalb auch ist es ebenso verletzend, wenn Sie die Mühe um das Vertrauen in der Gemeinde so einseitig beim Ältestenkreis „ablasten“. Haben Sie einmal nachgeforscht, wie viel Vertrauen bei Gemeindegliedern zerstört wurde durch die Falschinformationen auf den Flugblättern der Initiativen, in einem Maß, bei dem wir gar nicht mehr hinterher kamen, alles richtig zu stellen? Die Ältesten haben schließlich in der Gemeinde auch noch anderes zu tun.

      Jenseits von Ja und Nein
      Seien Sie versichert, lieber Herr Brodt, dass wir intensiv darüber nachdenken, wie ein differenziertes Votum der Gemeindeversammlung möglich werden kann. Aber manches liegt ja an der Stelle gar nicht in unserer Macht.
      Ich bin davon überzeugt, dass eine Friedenslösung für die Gemeinde nur möglich wird, wenn wir die alten Fronstellungen von „Ja“ und „Nein“, von „dafür“ und „dagegen“, von „gefällt mir“ oder „gefällt mir nicht“ hinter uns lassen. Eine Kampfabstimmung führt uns immer wieder in die gleiche Sackgasse. Und tatsächlich ist die Gemeinde ja schon viele Schritte weiter. Es stimmt eben nicht, wie eine der Leserbriefschreiberinen sich vorstellt, dass der Friedensprozess erst nach der kommenden Gemeindeversammlung „beginnen“ mag. Er läuft schon seit über zwei Jahren. Nur haben sich ihm manche hartnäckig verweigert.

      Wir Ältesten versuchen im Moment mit enormem Einsatz an Kraft und Kreativität, sehr umfänglich über die geplante Renovierung zu informieren. Und wir werden dazu ein möglichst differenziertes Votum der Menschen in der Gemeinde einholen – jenseits von Ja oder Nein.

      Ich würde mich freuen, wenn Sie uns dabei unterstützen.

      1. Betr.: Entmündigung der Gemeinde?
        Lieber Herr Dr. Bauerochse,
        wenn man das „Handbuch für Kirchenälteste“ ernst nimmt
        ( “ Kirchengemeinden, die in der Gemeindeversammlung nur ein notwendiges Übel sehen, versäumen eine Chance. Denn die Gemeindeversammlung ist Stimmungsbarometer, lässt Anerkennung und Kritik laut werden….“ ( S. 19 ) , dann kann das kritische Gemeindeglied natürlich schon einmal fragen
        – wieso kann der Ältestenkreis eigentlich über Jahre hinweg sämtliche Bitten der Gemeindeversammlung negieren?
        – warum gelingt es der Kirchenleitung nicht wenigstens einmal, eine Mehrheit für ihre Pläne zu bekommen?
        – warum hat sich der ÄK eigentlich geweigert, im Gemeindebrief durch eine Umfrage die Stimmung in der Gemeinde kennenzulernen? Hat die Gemeindeleitung etwa Angst vor dem Votum der 6000 mündigen Gemeindeglieder?
        Oder interessiert sie deren Meinung schlicht nicht?
        Ich kann Ihnen, lieber Her Dr. Bauerochse, versichern, dass viele Gemeindeglieder Ihre Antworten mit großem Interesse lesen würden.

      2. Ganz richtig: Stimmungsbarometer, Austausch- und Diskussionsforum. Als solches haben wir die Gemeindeversammlung intensiv wahrgenommen und wertgeschätzt. Sechs mal in zweieinhalb Jahren. Das Handbuch sieht wohl durchschnittlich eine pro Jahr vor. Demnächst werden wir die siebte Gemeindeversammlung haben.
        Dass wir dennoch anders entschieden haben, liegt daran, dass es neben Stimmungen und vielen differenzierten Wortmeldungen für uns gut begründete und gewichtige Sachargumente gab, theologische, liturgische, architektonische und Fragen der Gemeindeentwicklung. Argumente, die ebenso die Fachleute in der Pflege Schönau, in der Bauabteilung der Landeskirche in Karlsruhe und im Bauausschuss der Stadtsynode überzeugt haben. Mit Entmündigung hat das allerdings gar nichts zu tun.
        Ich denke, wir sollten über diese Argumente reden. Die Verfahrensfragen haben wir doch schon im vergangenen Jahr ausführlich zu klären versucht, wenn auch vergeblich. Aber ich werde die Diskussion hier nicht weiter vertiefen.

      3. Sehr geehrter Herr Bauerochse,

        danke für Ihre Antwort. Damit meine darauf nicht aus Zeitgründen entfallen muss, werde ich mich kurz fassen.

        Ad: „dieser Blog ist eig. nicht zur Veröffentlichung von Dokumenten“: Egal wo, wenn die Diskussion mehrfach auf Beschlüsse Bezug nimmt, sollte dem entsprochen werden. Wenn Sie Hilfe benötigen, dann lasse ich das auch gerne für Sie abtippen.

        Ad.: Leserbriefe: Ich lese die RNZ selten und habe auch die genannten Briefe nicht gelesen. Das werde ich wohl nachholen müssen.

        Ad.: Bänke- Solche Dinge passieren. Mit dem Kernproblem haben sie wohl weniger zu tun.

        Ad: „Deutungshoheit“ hierauf nehme ich am Schluss Bezug unter „Jenseits von ja oder nein“

        Ad: „Entmündigt?“ Richtig ist, dass ich den Begriff nicht trennscharf verwendet habe. Richtig ist auch, dass ich mich bei den so genannten Initiativen dazu noch nicht einmal informiert habe. Dies werde ich – schon aus Gründen der Sorgfaltspflicht- nachholen müssen.

        Ad: Ihre Betroffenheit zu meiner Formulierung „Durchmarsch auf dünnem Eise“: So nenne ich das, wenn zwar die Rechtslage vll. gegeben ist, aber jeder Beschluss aller Gemeindeversammlungen gegen die Stufenanlage ausgefallen ist, so gut Ihre Begründungen auch seien mögen. Das „Eis ist dünn“ weil es Ihnen bisher nicht vergönnt war, dazu eine ordentliche Mehrheitsmeinung zu organisieren, als „Durchmarsch“ bezeichne ich es, wenn Sie dennoch diese
        Entscheidung ohne eine nachweisbare Mehrheit in der Gemeinde selbst umsetzen wollen. Das halte ich – ich muss mich wiederholen- für sehr riskant, weil Sie so den Nachweis der Akzeptanz in der Gemeinde nicht einmal einmal erbracht haben. Dies sollte aber m. E. unbedingt erfolgen. Warum?- dafür habe ich die Gründe ausgeführt (s.O.).

        Ad: Ihre Betroffenheit, „dass ich dies alleine bei Ihnen und dem Ältestenkreis ablaste“ . Richtig ist: Ich wollte weder Sie, noch Mitglieder des Ältestenkreises verletzen. Manche davon schätze ich persönlich. Mir ist auch nachvollziehbar, welche großen Anstrengungen auf Ihnen lasten. Dennoch muss man Sie am Ergebnis messen dürfen. Das persönliche Gespräch, das ich – wie Sie wissen- auch mit Ihnen gesucht habe, werde ich auch weiterhin suchen. Es muss aber auch für mich nachvollziehbare Ergebnisse zeitigen.

        Ad. „Jenseits von Ja und Nein“. Den Gedankengang finde ich sehr interessant!
        Nur weiß ich nicht, wie Sie diese Metaebene jenseits von Ja und Nein erreichen wollen, ohne von der Befindlichkeit zahlreicher Gemeindemitglieder eingeholt zu werden, die dazu eine klarere Sprache wünschen. Wenn das, was Sie andeuten, heißen soll, dass Sie einer Pro-oder Contra- Entscheidung auf der Gemeindeversammlung ausweichen wollen, so können Sie wohl nur dann mit meiner Unterstützung rechnen, wenn Sie eine anderes, angemessenes und qualifiziertes Mehrheitsbild- wie beispielweise eine Abstimmungsmöglichkeit via Gemeinderundbrief oder Ähnliches ins Auge fassen. Ich wäre erleichtert, wenn Sie Ihre Argumente überzeugend darlegen können UND dafür – zumindesten abschließend eine Mehrheit in der Gemeinde finden können. Ohne dies geht es meiner Meinung nach leider nicht.

        Ansonsten werden wir uns freuen, wenn Herr Hirsch uns am Sonntag en Schlusssegen „Und der Friede Gottes, wlcher höher ist als alle Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinn in Christus Jesus zuspricht“. Denn diesen Segen werde ich und – vermutlich
        Sie auch – sehr nötig haben.

        Beste Grüße:

        Helmut Brodt

  12. Zu „Es gibt einen Beschluss – So ist die Sachlage“

    Ich wäre Herrn Dr. Horch dankbar, wenn er zur Vervollständigung des Bildes auch die seit 2007 zur baulichen Veränderung des Kircheninnenraums mit Mehrheit gefassten Beschlüsse der Gemeindeversammlung wiedergeben würde. Natürlich sind diese Mehrheitsbeschlüsse in der von der Grundordnung der Landeskirche vorgegebenen Aufgabenteilung der Gemeindeorgane nicht verbindlich, sondern eher empfehlender Natur. Aber sie sind nicht zu übersehende Orientierungen für die Frage der Akzeptanz beschlossener Bauplanungen.
    Meines Wissens gibt es keinen einzigen zustimmenden, aber ganz oder teilweise ablehnende Mehrheitsvoten der Gemeideversammlung.
    Es ist besser, auch diese förmlichen Meinungsäusserungen der Gemeindeversammlungen ebenso genau zu zitieren. Sonst erfasst man die Sachlage nur teilweise und nimmt den hinter diesen Voten stehenden Teil der Gemeinde nicht mit bei dem Werben um Akzeptanz für die geplanten baulichen Veränderungen.
    Vollständige Transparenz kann nur förderlich sein zur Verbesserung der Sachlage in der Friedensgemeinde.

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