Luther war nicht Ritter Rost

Anlässlich des 500 jährigen Reformationsjubiläums fand am 26. April 2017 in nahezu allen evangelischen Kirchen der Stadt Heidelberg ein Aktionstag unter dem Motto „Heidelberg kennt Luther! – und was glaubst du?“ statt. Auch in der Friedensgemeinde. Zu Besuch waren evangelische und katholische Schülerinnen der 8. Klassen der St. Raphael Realschule. Lehrerin Simone Burggraf berichtete danach:

Während die Mädchen im Religionsunterricht bereits etwas über die „Leipziger Disputation“, die Martin Luther mit seinem katholischen Gegner Johannes Eck geführt hatte, gelernt hatten, erfuhren sie von Pfarrer Garleff, dass Luther auch in Heidelberg diskutiert und dieses Streitgespräch genau an diesem Tag vor 501 Jahren stattgefunden hatte.

„Da es in Kirchen bekanntlich immer kalt ist“ (O-Ton Herr Garleff) machte Pfarrerin Reister-Ulrichs mit den Schülerinnen ein „Warm-up Spiel“, in dem die Mädchen durch „aufstehen“ bzw. „sitzen bleiben“  die ihnen über Luther gestellten Fragen beantworten mussten. In spielerischer  Form konnten die Schülerinnen hierbei  ihr bereits erworbenes Wissen über Martin Luther unter Beweis stellen. Die teilweise recht originell gestellten Fragen (z.B. Stimmt die Aussage: „Auf der Wartburg in Eisenach nannte man Luther Ritter Rost“) und das „Auf und Ab“ trugen nicht nur dazu bei, dass den Mädchen warm wurde, sondern auch dass das Eis zwischen den Schülerinnen und den beiden Pfarrern recht schnell gebrochen werden konnte.

In einer lockeren Atmosphäre ging es dann in eine Gruppenarbeitsphase.

Während die Mädchen in den Seitenschiffen in Stationsarbeiten  ihr eigenes „Lutherbuch“ zusammenstellen konnten, wurden auf der Empore zwei weitere Gruppen unter Anleitung von Frau Topp und Frau Burggraf künstlerisch aktiv. Hier galt es zwei Kirchenfenster zu kopieren, bzw. eigene, moderne Kirchenfenster zu gestalten.

Im Gegensatz zu dem Streit zwischen dem Protestant Martin Luther und seinem katholischen Kollegen Eck, arbeiteten die bunt gemischten Gruppen aus Schülerinnen der Klasse 8a und 8b, bzw. evangelische und katholische Schülerinnen harmonisch zusammen und entwickelten in ruhiger Absprache ihr gemeinsames Kirchenfenster.

Zum Schluss trafen sich alle im Kirchenschiff wieder, um gemeinsam ein Abschlusslied zu singen und den Segen zu empfangen.

Dass es den Schülerinnen gefallen hatte, zeigte sich nicht  nur darin, dass zum Abschluss beiden Pfarrern spontan Applaus gespendet wurde, sondern auch in der Aktion, dass sich ein paar Mädchen mit den Worten „wir fanden es toll – 8b von St. Raphael“ im Kirchenbuch verewigten.

Bei der Nachbesprechung des Aktionstages im Unterricht wurde deutlich, dass es neben der inhaltlichen Gestaltung den Schülerinnen besonders gut gefallen hatte durch die bunte Durchmischung der Gruppen mit Mitschülerinnen der anderen Klasse bzw. der anderen Konfession zusammenarbeiten zu können. Zudem waren sie von dem hellen Innenraum, der freundlichen Atmosphäre, sowie der stufenartige Treppenanlage der Friedenskirche angetan.

An dieser Seite nochmals von unserer Seite ein herzliches Dankeschön an Herrn Pfarrer Garleff und Frau Pfarrerin Reister-Ulrichs – wir kommen sichehrlich bald wieder, um an Aktionen der Gestaltung des Kirchenraums der Friedenskirche teilzunehmen.

Simone Burggraf

Veröffentlicht von Lothar Bauerochse

Mitglied im Ausschuss für Öffentlichkeitsarbeit der Friedensgemeinde.

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