Warum wurden die Bänke in der Kirche zersägt?

Kommentar zum Protest gegen das Zersägen der Kirchenbänke.
Als vor einigen Jahren die Heiliggeistkirche renoviert wurde, hat man deren Gestühl ersetzt. Die alten Stühle sind damals vom „Talhof“ zu Möbeln (z.B. Tische und sogenannte Taizé-Kniebänke) umgearbeitet worden. Der Talhof ist eine diakonische Einrichtung in Schriesheim. Er betreibt dort eine Schreinerei. In ihr finden wohnungslose Menschen Arbeit und können eine Ausbildung machen. Auch die Bänke der Friedenskirche wurden teilweise dem Talhof zu diesem Zweck zur Verfügung gestellt. Die Überlegung, die dahinter stand, war: die Kirchenbänke sollten nicht in privaten Gärten verwittern, sondern sozial verantwortlich verwertet werden. Die Schreiner und Arbeiter des Talhof mussten die Bänke vorort zerlegen, denn sie hatten technisch nicht die Möglichkeit, die Bänke als ganze zu transportieren. Für die Weiterverarbeitung benötigen sie das Holz ohnehin nur in Stücken. Im Gegensatz zu den Stühlen der Heiliggeistkirche sind die Bänke der Friedenskirche nicht aus Eichenholz, sondern aus Weichholz (Fichte oder Tanne). Solches Holz ist nur eingeschränkt brauchbar für die Herstellung von Möbeln und nicht alle Teile der Bänke sind zu verwenden. Das Zerlegen mit Hilfe von Motorsägen mutete in der Tat martialisch an. Verschiedene Menschen, in erster Linie die Mitarbeitenden der Friedenskirche, die es unmittelbar miterlebten, waren darüber verstört. Dass der Talhof das Holz rasch und effizient in seine Werkstatt schaffen wollte, darf man ihm aber nicht vorwerfen. Die noch in der Kirche befindlichen Bänke, die zum Ausbau anstehen, werden behutsamer behandelt und am Stück entfernt. Den Talhof mit seiner sozialen Arbeit unterstützt unsere Gemeinde übrigens seit Jahren finanziell und ideell.

2 Kommentare zu „Warum wurden die Bänke in der Kirche zersägt?

    1. Es ist schon eigentlich seit langem deutlich, dass DIESE Kirchenbänke nicht in der Kirche verbleiben. Denn mit Ihnen ist ja das zentrale Element des Entwurfs, nämlich der Altar in der Mitte der Gemeinde, überhaupt nicht zu machen. Auch die Vielfalt der Gottesdienste ist in dieser Anordnung der Kirchenbänke nicht so gewährleistet. Das zeigt ja auch ein Blick auf die hier dargestellten Bestuhlungspläne. Und schließlich erfordert die neue Fußbodenheizung einen anderen Bodenbelag, auf dem diese Bänke nicht stehen können. Die Ältesten haben aber auf mehreren Recherchereisen zu renovierten Kirchen auch andere Bänke gesehen, kürzer, leichter, beweglicher. So etwas wäre evtl. auch denkbar.

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