Verstärkung fürs Pfarrteam

Kim Dilay Thiem aus Freiburg verstärkt ab September 26 das Pfarrteam in Neuenheim und Handschuhsheim
Wir freuen uns auf Pfarrerin Kim Dilay Thiem, die am 12. Februar in der Friedenskirche zur neuen Pfarrerin für den Heidelberger Norden gewählt wurde.

Ab September verstärkt sie das Pfarrteam für Neuenheim und Handschuhsheim, dem weiterhin Gunnar Garleff, Veronika Kurlberg, Bruno Ringewaldt sowie Kantor Michael Braatz-Tempel angehören werden. Pfarrerin Thiem wird eine besondere Zuständigkeit für die kirchliche Präsenz in Neuenheim haben.

In einem Chatgespräch mit Gunnar Garleff stellt sie sich vor:

GG: Hallo Kim, herzlichen Glückwunsch zur Wahl und schon jetzt herzlich willkommen im Team. Was zieht dich in den Heidelberger Norden?

KT: Ich freue mich sehr, dass Heidelberg und ganz besonders der Heidelberger Norden meine neue alte Heimat werden darf. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit im Team und mit den vielen ehrenamtlich Engagierten. Auf gemeinsames Nachdenken und Gestalten. Auf Traditionelles und neue Formen. Ich bin sehr neugierig, die Menschen im Heidelberger Norden kennenzulernen. Und nicht zuletzt brennt mein Herz für die Kirchenmusik 😊.

GG: Kirchenmusik spielt in Neuenheim und Handschuhsheim eine besondere Rolle, wir haben hier mehr als ein Dutzend kirchliche Chöre und Ensembles. Hast du eine besondere Vorliebe für eine Stilrichtung?

KT: Oh, da gibt’s eine einfache Antwort: nein. Je nach Anlass darf es Bach genauso sein wie Coldplay. Musik kann in mir spirituelle Emotionen zum Klingen bringen, ob alt oder neu. Nur mit Technomusik hat das bei mir bislang nicht funktioniert 😊.

GG: Du hast dich den Gemeinden im Februar vorgestellt. Seitdem höre ich immer wieder das Schlagwort „Wohnzimmerkirche“. Was ist das? Kommst du zum Gottesdienst zu den Leuten ins Wohnzimmer?

KT: Wäre auch eine schöne Idee, allerdings meint Wohnzimmerkirche tatsächlich, dass der Kirchraum zum Wohnzimmer wird, in dem gemeinsam in gemütlicher Atmosphäre Gottesdienst gefeiert wird. Mit Gottes Wort kreativ inszeniert. Mit smalltalk und deeptalk über Gott und die Welt und uns selbst in kleinen Gesprächsgruppen, mit Hoffnungslichtern und -gebeten. Mit Musik. Eher Jazz oder Pop. Und für‘s leibliche Wohl ist auch gesorgt.

GG: Das klingt spannend und passt sicher gut zu einer großen Aufgaben für die nächsten Jahre: Die Entwicklung der Johanneskirche zum lebendigen kirchlichen Zentrum in Neuenheim. Wofür brennst du ansonsten in deinem Pfarrerinnensein?

KT: Ich mag das Wort Pfarrerin gar nicht so sehr – Seelsorgerin trifft eigentlich viel mehr das, was ich sein will. Ich möchte die mit dem offenen Ohr und offenen Herzen sein. Egal, ob in Kita, Schule, beim Kirchcafe oder auf dem Wochenmarkt. Ich möchte Seelsorgeräume eröffnen, ganz besonders auch in Gottesdiensten für verschiedenste Menschen in verschiedenen Lebenslagen. Die Begleitung von frühverwaisten Familien ist mir in den letzten Jahren u.a. zu einem großen Anliegen geworden.

GG: Das Thema frühverwaiste Familien ist sicherlich etwas, das einer eigenen Vertiefung bedarf. Ich finde den Seelsorgeansatz auch sehr wichtig, weil er sich gut mit einer offenen und gastlichen Kirche verbinden lässt, die nicht immer schon auf etwas eine Antwort haben muss, sondern sich auch dem öffnet, was ihr von außen entgegenkommt. Deine Pfarrstelle hat in unserem Team den schönen Zusatztitel „Schwerpunkt Neuenheim“. Worauf können sich die Neuenheimer da freuen?

KT: Oh, ich denke, auf viel Neugierde meinerseits zu entdecken, was und vor allem wer schon da ist und mit welchen Ideen und Bedürfnissen. Ja, und dann definitiv auf Kreativität und Lust am Ausprobieren. Sicherlich bringe ich schon Erfahrungen mit im Bereich „Standortentwicklung“, aber ich bin kein Fan von 1:1 Adaptionen fertiger Konzepte. Lieber möchte ich gemeinsam um Ideen fürs Kirchesein in Neuenheim ringen und Schätze heben, die ich allein sicher nicht finden würde.

GG: Zum Abschluss: Was brauchst du oder wünscht du dir für einen guten Start in Heidelberg? Und wie haben eigentlich deine Kinder und dein Mann auf diese freudige Nachricht reagiert?

KT: Ich fühl mich schon jetzt unglaublich freundlich und herzlich willkommen geheißen. Nun steht aber erst einmal an, in Freiburg meine jetzige Stelle gut zu übergeben und Abschied zu nehmen. Ganz sicher auch mit einem weinenden Auge. Oder zweien. In den Sommerferien werde ich dann mit meiner Familie nach Heidelberg umziehen. Tatsächlich freuen sich mein Mann und die Kinder (überwiegend) auf den Neuanfang. Bei einem ersten Sondierungsbesuch in Heidelberg sind sie im Café Frisch gewesen und damit war der Umzug für sie beschlossene Sache 😊. Auch das Pfarrhaus in der Schröderstraße gefällt ihnen. Ich vermute trotzdem, dass wir ein bisschen Zeit brauchen werden, um richtig anzukommen. Neue Schulen für die Kinder, neue Wege, neue Abläufe. Ein bisserl Nachsicht mit mir, wenn nicht sofort alles wie am Schnürchen läuft, wäre bestimmt hilfreich. Offene, wertschätzende Kommunikation ebenfalls. Wenn‘s zwischenmenschlich passt, ist das doch eine überaus hilfreiche Grundvoraussetzung für fast alles, gell?

GG: Danke für den Austausch! Das Team und die Gemeinden freuen sich sehr auf dich.

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