Fusion in Neuenheim

Zum 1. April 2025 fusionieren die Jakobus- und die Johannesgemeinde in Neuenheim. Künftig gibt es damit eine evangelische Pfarrgemeinde im Stadtteil. Die enge Kooperation mit der Handschuhsheimer Friedensgemeinde bleibt bestehen.

Warum fusionieren die Neuenheimer Pfarrgemeinden?

Bereits in den 2010er Jahren gab es eine enge Kooperation der beiden Gemeinden, die ihren sichtbaren Ausdruck im gemeinsamen Gemeindebrief „Doppelpunkt“ und einer weitgehend gemeinsamen Konfirmandenarbeit fand. Eine Vereinigung der Gemeinden war vom Stadtkirchenbezirk beabsichtigt. 2018 gab es aus beiden Pfarrgemeinden deutliche Signale der Bereitschaft, diese Fusion einzugehen. Der Stadtkirchenrat beschloss daraufhin die Fusion. Ein anhängendes Beschwerdeverfahren gegen diesen Beschluss wurde ausgesetzt, da zuvor strategische Gebäudeentscheidungen im Stadtkirchenbezirk getroffen werden sollten. Im Februar 2025 hat nun der Evangelische Oberkirchenrat Karlsruhe die anhängige Beschwerde abgewiesen. Zugleich haben die Ältestenkreise der Jakobus- und der Johannesgemeinde ihren Willen zur Fusion durch entsprechende Beschlüsse bekundet.

Wer leitet die künftige Jakobus- und Johannesgemeinde?

Mit der Vereinigung der beiden Pfarrgemeinden werden die bisherigen Ältestenkreise zu einem neuen gemeinsamen Ältestenkreis fusioniert. Ab dem 1.4.2025 gibt es also nur noch einen Ältestenkreis für ganz Neuenheim.

Bekommt Neuenheim dann wieder einen eigenen Pfarrer/eine eigene Pfarrerin?

Nein. Seit dem 1. Juli 2023 haben die drei Pfarrgemeinden in Neuenheim und Handschuhsheim einen „Kooperationsraum“ mit einer „überparochialen Dienstgruppe“ gebildet. Schon bisher lag die Geschäftsführung der drei Pfarrgemeinden bei Pfarrer Dr. Gunnar Garleff und bei Pfarrerin Therese Wagner, die nach dem Ausscheiden von Pfarrerin Baltes und Pfarrer Holzmann auch Mitglieder der Neuenheimer Ältestenkreise sind. Sie werden auch künftig diese Funktion im gemeinsamen Ältestenkreis wahrnehmen. Zum Pfarrteam gehören zudem Pfarrerin Veronika Kurlberg (Schwerpunkt: Arbeit mit Familien und jungen Erwachsenen) und Pfarrer Bruno Ringewaldt (Schwerpunkt: Beerdigungen) sowie Kantor Michael Braatz-Tempel.

Wie geht es konkret mit dem Gemeindeleben weiter?

Die beiden Ältestenkreise haben sich entschlossen, für die kommenden Monate eine Gemeindeberatung in Anspruch zu nehmen, um ein gemeinsames Leitungsverständnis zu entwickeln. Dafür nehmen wir uns Zeit. Denn es geht darum, wie gute Traditionen fortgeführt werden können und gleichzeitig die evangelische Kirche in Neuenheim neue Formen und Wege für und zu den Menschen findet. Die aktuellen Gemeindegruppen und Chöre bestehen weiter. Die Neuenheimer Gottesdienste werden in der Regel in der Johanneskirche gefeiert.

Wie wirkt sich die Fusion der Neuenheimer Gemeinden auf die Kooperation mit der Friedensgemeinde aus?

In den vergangenen zwei Jahren sind durch die gemeinsame Dienstgruppe viele Handlungsfelder bereits kooperativ entwickelt worden. Dazu gehört eine stadtteilübergreifende Gottesdienststruktur, das gemeinsame Pfarramt mit zentraler Rufnummer und vor allem die gemeinsam verantwortete Konfirmandenarbeit. Die Vertiefung dieser Kooperation wird sich im Laufe des Jahres 2026 in einer gemeinsamen Öffentlichkeitsarbeit (Homepage und Gemeindebrief) zeigen.

Mit der Fusion hoffen wir, dass wir innerhalb der Kooperation vor allem die kirchliche Arbeit in Neuenheim stärken können. Dazu gehört u.a. eine bessere Vernetzung mit anderen Akteuren in Neuenheim und die Fokussierung auf neue Zielgruppen, wie z.B. junge Familien und junge Erwachsene, welche die relative Mehrheit der Mitglieder der Jakobus- und Johannesgemeinde darstellen.

Wie geht es weiter mit den kirchlichen Standorten in Neuenheim?

Innerhalb des landeskirchlichen Strategieprozesses sind sowohl das Jakobuszentrum als auch das Johanneshaus als rote Gebäude „beampelt“. Von beiden Gebäuden wird sich die Evangelische Kirche in Heidelberg also perspektivisch trennen. Da aufgrund der Gebäudesicherheit der Betrieb der Jakobuskirche und des Gemeindesaals im Kastellweg nicht möglich ist, ist das Johanneshaus das gemeinsame Gemeindehaus, entsprechendes gilt für die Johanneskirche als Ort für Gottesdienste. Derzeit bemühen sich die Evangelische Kirchenverwaltung Heidelberg und die Dienstgruppe gemeinsam und in enger Absprache um ein zukunftsträchtiges Konzept zu einer stärkeren Belegung des Johanneshauses, so dass es sich zu einem Stadtteilzentrum und Begegnungsort entwickeln kann.

Auch für die Johanneskirche muss in den kommenden Monaten ein zukunftsfähiges Nutzungskonzept erarbeitet werden, das sowohl ihre Bedeutung für die Kirchenmusik (mit Schwerpunkt Orgel) als auch als offene Kirche berücksichtigt. Zudem ist die Funktion der Kirche in Relation zu den umliegenden Kirchen der Altstadt und der Friedenskirche zu bedenken.

Wird es einen Fusionsgottesdienst geben?

Der Vollzug der Fusion zur Jakobus- und Johannesgemeinde ist zunächst ein verwaltungsrechtlicher Vorgang. Der Ältestenkreis wird sich aber in den kommenden Wochen auch um ein passendes gottesdienstliches Format bemühen. Denn jede lebendige Gemeinde lebt schließlich von der Fähigkeit zum gemeinsamen Feiern.

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